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Fernbusfahren in Corona-ZeitenPassagiere umgehen Maskenpflicht im Flixbus

Trotz klarer Anweisungen tragen längst nicht alle Passagiere wie vorgeschrieben Mund-Nasen-Schutz. Die Busbetreiber appellieren an die Fahrgäste – und können notfalls sogar die Polizei einschalten.

Manche tragen eine Maske – manche nicht. Ein Flixbus am Busbahnhof.
Manche tragen eine Maske – manche nicht. Ein Flixbus am Busbahnhof.
Foto: Andrea Zahler («Tages-Anzeiger»)

Eigentlich ist die Anweisung des Busfahrers klar. Ja, selbstverständlich herrscht auch im Flixbus Maskenpflicht. Doch ein Lokalaugenschein am Busbahnhof in Zürich zeigt: Längst nicht alle Fahrgäste halten sich an die Vorgabe. Etliche tragen keine Maske, obwohl sie im Bus dicht an dicht sitzen und den erforderlichen Mindestabstand von 1,5 Metern nicht einhalten können. Besonders beliebt bei den Maskenverweigerern scheinen die Plätze im hinteren oberen Teil des doppelstöckigen Busses zu sein – weit weg vom Fahrer.

In der Schweiz hat das Bundesamt für Gesundheit jedoch per 6. Juli für Personen ab zwölf Jahren in allen öffentlichen Verkehrsmitteln eine Maskenpflicht verhängt. «Die Maskenpflicht gilt immer, unabhängig von der Auslastung des Verkehrsmittels», hält das BAG dazu auf seiner Website fest. «Wenn Sie sich weigern, im ÖV eine Maske zu tragen, können Sie vom Verkehrspersonal aufgefordert werden, das Verkehrsmittel an der nächsten Station zu verlassen», heisst es dort weiter. Wer dann nicht kooperiert, könne mit eine Busse bestraft werden.

Flixbus appelliert an die Fahrgäste

Flixbus selbst erklärt, dass das Unternehmen die Fahrgäste bereits beim Ticketkauf darauf hinweist, dass sie an Bord der Busse eine Maske tragen müssen. «Ebenso appellieren wir an das Verantwortungsbewusstsein der Reisenden, sich im Sinne der eigenen Gesundheit und der aller Mitreisenden an die Vorgaben zu halten», erklärt ein Sprecher. Sollte es Probleme geben, könnten sich die Passagiere an den Fahrer wenden. Und der könne Fahrgäste nötigenfalls vor die Tür setzen. «Sollte es zu einer Situation kommen, in der Busfahrer der Meinung sind, einen Fahrgast von der Beförderung ausschliessen zu müssen, sind sie angehalten, die Polizei zu rufen, wenn der Reisende nicht kooperiert», erklärt das Unternehmen dazu. Das Bundesamt für Verkehr erklärt, es liege in der Verantwortung der jeweiligen Unternehmen, ihre Pflicht wahrzunehmen und die Maskentragepflicht durchzusetzen.

«Busfahrer sind angehalten, die Polizei zu rufen, wenn der Reisende nicht kooperiert.»

Flixbus-Sprecher

Flixbus ist aus einem deutschen Start-up entstanden und zählt mittlerweile zu den grössten Busbetreibern in Europa. Während des Lockdown in der Corona-Krise hat das Unternehmen seinen Betrieb in der Schweiz vorübergehend ausgesetzt. Seit 18. Juni sind die Flixbusse jedoch wieder unterwegs. Besonders bei jüngeren Passagieren haben sie sich zu einer beliebten und im Vergleich zu Zug oder Flug preisgünstigen Reisealternative entwickelt.

Busfahrten von und in die Schweiz bietet auch die Deutsche Bahn mit dem IC-Bus an – etwa zwischen München und Zürich. Auch dort sind die Passagiere angehalten, Schutzmasken zu tragen.

Sowohl bei Flixbus als auch bei der Deutschen Bahn müssen sie teilweise die hintere Tür zum Ein- und Aussteigen benützen. Denn die Fahrer sind abgeschirmt. Zudem stehen an den Türen Desinfektionsmittel bereit.

Die Fahrer sind von den Passagieren abgeschirmt.
Die Fahrer sind von den Passagieren abgeschirmt.
Foto: Andrea Zahler («Tages-Anzeiger»)

Wirtschaftlich hat die Corona-Krise den Busbetreibern hart zugesetzt. Das französische Busunternehmen Eurolines, das mittlerweile zu Flixbus gehört, steht laut Medienberichten vor der Liquidation. Grund dafür ist die Krise, denn über Nacht wollte fast niemand mehr mit dem Bus fahren.