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Zwölf Amerikaner auf «Blitzkrieg» in China

Vor vier Jahren in Athen bedeutete der spätere Olympiasieger Argentinien im Halbfinal für die amerikanischen Basketballer Endstation. Heute erhalten die US-Stars die Gelegenheit zur Revanche.

Im Gegensatz zu den olympischen Kampagnen seit 1992 läuft die diesjährige Goldmission der Amerikaner nicht mehr unter der Bezeichnung «Dream-Team». Vielmehr ist die Rede vom «Redeem Team», von der Mannschaft also, die sich gefälligst zu rehabilitieren hat. Wiederholte Schlappen an der Heim-WM 2002 in Indianapolis (6. Schlussrang), an den Olympischen Spielen 2004 (3.) und vor zwei Jahren an der WM in Japan (3.) haben dazu geführt, dass das Selbstverständnis der Amerikaner als immerwährende Basketball-Dominatoren gelitten hat. Eine 73:92-Demütigung im Eröffnungsspiel in Athen kann nicht im Sinne der Erfinder sein (als die sich die Amerikaner fälschlicherweise immer bezeichnen). Es dauerte zwar (zu) lange, doch mittlerweile haben die Verantwortlichen beim zwölffachen Olympiasieger die richtigen Schlüsse aus die Misere der letzten Jahre gezogen. So wurde die Vorbereitungsphase ausgedehnt, dem Teamgedanken mehr Beachtung geschenkt und wurden bei der Kaderzusammenstellung entscheidende Retouchen angebracht. Anstelle von Egomanen wie Allen Iverson und Stephon Marbury, die statt das Spiel zu gestalten nur für die Galerie spielen, wurden mit Chris Paul und Deron Williams zwei Junge mit viel Spielintelligenz aufgeboten. Mit dem Defensivspezialisten Tayshaune Prince und dem Distanzwerfer Michael Redd fanden dieses Mal auch wichtige Rollenspieler Aufnahme ins ausgewogen besetzte Kader. Dazu haben gegenüber Athen mit LeBron James (23), Dwyane Wade (26) und Carmelo Anthony (24) drei der wichtigsten Spieler im Team entscheidend an Reife gewonnen. Und nicht zuletzt wurde mit dem morgen 30 Jahre alt werdenden Kobe Bryant, der offensiv wie defensiv einer der besten Spieler der Gegenwart ist, das wohl entscheidende Stück ins (Erfolgs-)Puzzle eingefügt.

Die martialische Sprache der Amerikaner

Nachdem die Wiedergutmachungs-Tour problemlos angelaufen ist - alle Siege standen jeweils früh fest und in der zweiten Spielhälfte war meistens «Show-Time» angesagt -, bezeichnen die Amerikaner die Mission von Kobe Bryant&Co. als «Blitzkrieg» zu Olympiagold. Vor einigen Tagen wurde in den Gruppenspielen auch Weltmeister Spanien mit 119:82 «vernichtend» (New York Sun) geschlagen. Keiner der bisher sechs Gegner verliess das Parkett mit weniger als 21 Punkten Differenz.

Eingeschüchterte Gegner

Bei den Argentiniern gibt man sich darob eingeschüchtert. «Wir haben nur eine sehr kleine Chance», sagt deren Teamleader Manu Ginobili, der in der NBA selber zu den Starspielern gehört. Im Final hiesse der Gegner der Amerikaner entweder Litauen, das wie die USA im olympischen Turnier noch ungeschlagen ist, oder wiederum Spanien. «Die Spieler sind nicht besser als vor zwei Jahren. Sie spielen aber als Team besser zusammen und sie haben eine andere Mentalität. Sie wollen allen ihre Überlegenheit zeigen», so Pau Gasol. Der Spanier muss es wissen, er spielt in der NBA bei den Los Angeles Lakers und damit im gleichen Team wie Kobe Bryant.

si/jr

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