Enttäuschung für Fechter Kauter

Vier Jahre nach dem Olympiasieg von Marcel Fischer platzten die Schweizer Medaillen-Hoffnungen im Degen-Einzel in den Achtelfinals.

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Der 29-jährige Berner Michael Kauter unterlag in seinem zweiten Gefecht dem Holländer Bas Verwijlen 13:15.

Nachfolger von Fischer wurde der Italiener Matteo Tagliariol. Der Gewinner des diesjährigen GP Bern besiegte im Final den Franzosen Fabrice Jeannet mit 15:9 und versüsste damit seinem Coach, dem künftigen Schweizer Degen-Nationaltrainer Angelo Mazzoni, den Abschied.

Kauter: «Zu viel gewollt»

Michael Kauter hatte sich in seinem ersten Olympia-Gefecht überhaupt gegen den unbequemen Ukrainer Bogdan Nikischin (Weltnummer 38) mit 15:12 durchgesetzt. Gegen die Weltnmummer 12 Verwijlen verliess Kauter nach einer 5:3-Führung die Erfolgslinie, obschon es sich um einen Gegner «in Kragenweite» (Nationaltrainer Rolf Kalich) handelte. «Ich kassierte drei Treffer in Folge, weil ich vielleicht etwas zu viel wollte. Das hätte nicht passieren dürfen», ärgerte sich der älteste Sohn von Zuschauer Christian Kauter, der 1972 und 1976 mit dem damaligen Schweizer Männer-Team Olympia-Silber und -Bronze geholt hatte. Da der vife Verwijlen in der Endphase die Bemühungen von Michael Kauter wiederholt zu Doppeltreffern nutzte, vermochte der Schweizer ab dem Stand von 8:9 den Maximal-Rückstand von drei Treffern nie mehr ganz aufzuholen. «Meine Angina im Vorfeld spielte für den Ausgang keine Rolle», betonte Michael Kauter, der unbedingt in die Top 8 vorstossen wollte. «Vielleicht war Verwijlen auch einen Tick heisser. Ich kann es noch nicht abschliessend werten.»

Der nach 16 Jahren abtretende Nationaltrainer Kalich hätte sich nach dem 5:3-Vorsprung «mehr Ruhe» gewünscht. «Und hinten hinaus wäre ein bisschen mehr taktische Variabilität sicher hilfreich gewesen.» Auch Fischer scheiterte einst an Verwijlen Verwijlen hatte bereits 2005 an den Weltmeisterschaften in Leipzig (De) einen Schweizer Medaillen-Traum zerstört. Damals sorgte der Holländer mit dem Viertelfinal-Sieg über Marcel Fischer für die erst zweite WM- Medaille der holländischen Fechtgeschichte. Gegen Michael Kauter hatte sich Verwijlen zudem Anfang März dieses Jahres am Weltcupturnier von Bern (15:14) durchgesetzt.

Im Olympia-Turnier war für Verwijlen in den Viertelfinals Endstation. Er scheiterte am noch cooleren, späteren Goldmedaillengewinner Matteo Tagliariol. Tagliariol lässt seinen Coach nicht gerne in die Schweiz ziehen: «Dass Mazzoni uns verlässt, bedaure ich persönlich sehr. Er hat mich und meine Teamkollegen in den letzten Jahren entscheidend vorangebracht», sagte Tagliariol. «Es tut mir jetzt schon weh, nicht mehr weiter von ihm geformt zu werden.»

Hoffnungen liegen bei Lamon

Für den EM-Dritten Michael Kauter bleibt das grosse Ziel die gemeinsame Olympia-Teilnahme mit seinem jüngeren Bruder Fabian 2012 in London. Rolf Kalichs letzte Chance zur Verbesserung seiner bislang so positiven Olympia-Bilanz als Schweizer Trainer (Einzel- und Team-Silber mit den Frauen 2000 sowie Olympia-Gold mit Marcel Fischer 2004 in Athen) bleibt damit Sophie Lamon, die am Mittwoch auf der Planche steht.

(mra/Si)

Erstellt: 14.08.2008, 10:38 Uhr

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