Pirmin Reichmuth gewinnt auf dem Brünig

Mit einem Gestellten im Schlussgang holt sich der Innerschweizer bei seiner ersten Teilnahme den Sieg am Brünigschwinget.

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Am Ende war es dann doch nicht mehr das Offensivspektakel, das Pirmin Reichmuth und Joel Wicki vor dem Schlussgang angesagt hatten. Aber das war ja auch logisch. Mit dem Maximum von 50 Punkten war Reichmuth in den Schlussgang gestürmt.

Der Metzger aus Cham fühlte sich bei seiner ersten Teilnahme auf dem Brünig gleich wie Zuhause und überzeugte mit seinem offensiven Auftreten. Dank den fünf Zehnern in den ersten fünf Gängen stand vor dem Schlussgang fest, dass Reichmuth sogar ein Gestellter für den Sieg reichen würde.

Und genau so kam es dann auch. Reichmuths Gegner Wicki versuchte zwar alles. Aber der 23-jährige Reichmuth war ein zu grosser Brocken – im wahrsten Sinn des Wortes. Er setzte seine 1,98 Meter so gut ein, dass sein um 16 Zentimeter kleinerer Gegner nie zu einen gefährlichen Schwung ansetzen konnte.

Die letzten Sekunden des Schlussgangs. Pirmin Reichmuth darf sich schultern lassen. (Quelle: SRF)

Danach war Reichmuth auch noch so ehrlich zuzugeben: «Ich habe schon nicht so fair geschwungen. Ich habe schon etwas auf Zeit gespielt. Aber auf dem Brünig kannst du nicht jeden Tag gewinnen.»

Wicki stellt zum zweiten Mal im Schlussgang

Für Wicki war der Gestellte doppelt bitter. Schon im letzten Jahr hatte er den Schlussgang auf dem Brünig erreicht. Auch damals stellte er gegen Kilian Wenger und wurde so Zweiter hinter Erich Fankhauser.

Reichmuth gehört jetzt dank seinem bärenstarken Auftritt zu den Favoriten am Eidgenössischen, das Ende August in Zug stattfinden wird. Er selbst mochte das nach seinem Sieg gar nicht abstreiten und befand: «Jetzt muss ich lernen, mit dem Druck umzugehen, keine Mediengeschichten mehr machen und dann in Zug so locker schwingen wie heute.»

Mit Reichmuth und Wicki standen zwei Innerschweizer im Schlussgang. Und die Innerschweizer dominierten auch sonst, die Berner, die das Fest von 2012 bis 2017 dominiert hatten, mussten sich geschlagen geben.

Glarner missglückt der Härtetest

Geschlagen wurde auch Matthias Glarner. Der Brünig war von ihm zum Härtetest für das Eidgenössische in Zug ausgerufen worden. Der amtierende Schwingerkönig versucht sich nach seinem schweren Sturz von einer Gondel an einem aufsehenerregenden Comeback. In einem grossen Interview mit der «SonntagsZeitung» hatte er erklärt, er wolle auf dem Brünig «gegen die Cracks schwingen, das wird mir Aufschlüsse geben». Und er stellte klar: «Ich werde am ‹Eidgenössischen› sicher nicht den Clown spielen, sondern nur nach Zug reisen, wenn ich mithalten kann.»

Der Tag begann für Glarner mit einem Gestellten gegen Christian Schuler und endete ernüchternd. Nach zwei Siegen, drei Gestellten und einer Niederlage gegen Wicki meinte Glarner: «Ich hatte gedacht, ich sei etwas näher. Aber ich bin schon noch sehr weit weg von der nationalen Spitze. Die Art und Weise war für mich selber in gewissen Gängen recht bedenklich.» Und mit Blick auf das Eidgenössische in Zug sagte er: «So wird es schwierig für Zug.»

Erstellt: 28.07.2019, 17:24 Uhr

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