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Der Bund informiert+++ 80'000 getestete Personen +++ Passagiere zahlen für Rückflug

Die Fachexperten verschiedener Bundesämter haben Auskunft zur Coronavirus-Lage in der Schweiz gegeben. Die Medienkonferenz zum Nachlesen und -schauen.

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Der Point de Presse zum Nachschauen. Quelle: Youtube

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Ende des Point de Presse

Die Medienkonferenz ist beendet. Danke, für Ihr Interesse.

Frage zum Desinfizieren von Strassen

Auf die Frage, weshalb in der Schweiz die Strassen nicht desinfiziert werden, wie es Bilder aus anderen Ländern zeigen, sagt Mathys (BAG): «Auf Fotos kommt das gut an, der Nutzen davon ist aber sehr gering.» Niemand gehe mit dem Kopf der Strasse entlang.Letztlich sei es immer noch eine Tröpfcheninfektionen. Das öffentlich zur Schau gestellte Desinfizieren ist «grösstenteils Spektakel», so Mathys.

Löhne gesichert – Verzögerungen aber möglich

Die zur Auszahlung anstehenden Märzlöhne für Betriebe mit Kurzarbeit oder Anträgen dafür sind gesichert. Den Beschäftigten werden sie aber eventuell verspätet ausbezahlt. Es sollte sich aber lediglich um einige Tage handeln.

Das sagte Boris Zürcher vom Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) am Dienstagnachmittag in Bern. Derzeit liegen seiner Direktion für Arbeit rund 400'000 Anträge für Kurzarbeit vor. Knapp 27'000 Unternehmen haben sie gestellt. Damit ist für acht Prozent der Beschäftigten in der Schweiz Kurzarbeit Tatsache oder beantragt.

Die Kurzarbeit ist regional und nach Branchen unterschiedlich verteilt. So sind im Tessin 28 Prozent der Betriebe betroffen. Und im Gastgewerbe haben ein Drittgel der Betriebe Kurzarbeit oder diese beantragt.

Die Kurzarbeitsentschädigungen werden den Arbeitgebern ausbezahlt, welche sie den Versicherten überweisen. Hie und da kann es zu Zahlungsverzögerungen kommen, wie Zürcher erklärte. Die Arbeitsämter müssten aktuell noch einen ganzen Berg von Anträgen abtragen.

Für die Leistungen der Regionalen Arbeitsvermittlungszentren (RAV) stehe ausreichend Geld zur Verfügung, erklärte Zürcher. Die Liquidität der Arbeitslosenversicherung (ALV) sei gesichert.

Die Finanzdelegation der Eidgenössischen Räte habe erst am Montag sechs Milliarden Franken für die ALV gesprochen. So betrage die fiskalische Liquidität der ALV 14 Milliarden Franken, was für die nächsten Monate reiche. (sda)

Frage zu Bluttests

Was die Chancen von Bluttests stünden: Die Tests, mit denen man nachträglich erkennen kann, ob jemand das Virus gehabt hat, seien «sehr interessant», sagt BAG-Mathys. «Sie sind ganz weit oben auf der Liste, wenn die erste Welle durch ist.»

Frage zu den Kosten der Rückflüge

Passagieren müssten sich an den Kosten der Rückfluge beteiligen, sagt Hans-Peter Lenz (EDA). Die Flüge würden vom Bund vorfinanziert und die Kosten später abgerechnet.

Fragen zu Lohnausfällen

Über Lohnausfälle der Taxifahrer: Der Bundesrat habe klar signalisiert, dass er bei seinen Massnahmen nachbessern werde, sollte eine «Anspruchsgruppe» darin nicht enthalten sein, sagt Boris Zürcher (Seco).

Auch über die Besitzer kleiner Läden, die von Schliessungen betroffen sind, werde man in der Task Force diskutieren müssen, so Tschirren.(WBF).

Frage zu Verlangsamung der Ausbreitung

Nachdem im Tessin eine leichte Verlangsamung der Ausbreitung festgestellt wurde, will Mathys (BAG) aber nicht von einem Trend sprechen. Es bestehe aber Hoffnung. Es brauche noch Zeit für schlüssige Aussagen.

Frage zu Fallzahlen

Weshalb sie die offiziellen Zahlen von anderen Zahlen unterscheiden:

Man verlasse sich auf die Meldungen der Kantone, so Patrick Mathys vom BAG. Man analysiere aber, ob es Verzögerungen gebe. Meist seien die Zahlen in mehreren Stunden beim BAG.

Mathys betont zudem, dass das Bundesamt für Gesundheit auch mit Wissenschaftlern zusammenarbeite. Allerdings sind diese auch nicht immer einig.

Frage zur Kurzarbeit

Reicht das vorgesehene Geld bei der Kurzarbeit? «Wir wissen nicht, wie lange die Situation anhält», sagt Boris Zürcher vom Seco. Der Bund habe keine Prognose gemacht. Die Liquidität der Arbeitslosenversicherung sei gesichert. Am Montag seien zusätzliche Mittel im Umfang von 6 Milliarden Franken bewillligt worden.

Rückholaktionen

Weitere Rückholaktionen sind geplant, sagt Hans-Peter Lenz vom EDA. Dabei werden nicht nur Schweizerinnen und Schweizer in die Schweiz geflogen. Die Heimgekehrten müssen zehn Tage in Quarantäne.

Es gebe noch freien Plätze. Diese werden an Personen aus Partnerstaaten verteilt. Dafür dürfen Schweizer Bürger auch mit Maschinen von anderen Ländern zurückfliegen, wenn die Schweiz ein Land nicht selbst anfliegt.

Am Mittwoch- und Donnerstagmorgen soll ein Flug aus Bogotà in Kolumbien in Zürich eintreffen. Rückkehrerinnen und Rückkehrer eru sollen am Donnerstagmorgen landen.

Weitere geplante Flüge:

Donnerstag nach Dakkar; 170 Personen.

Samstag nach Santiago de Chile; 330 Personen.

Montag nach Buenos Aires; 310 Personen.

Montag nach Lima; 310 Personen

Armee

Nun erläutert Birgadier Raynold Droz die Situation zum Stand der Dinge im Militär. Man fokussiere sich derzeit auf die Westschweiz.

Mieter und Vermieter

Martin Tschirren, Direktor des Bundesamts für Wohnungswesen, sagt, dass der runde Tisch zwischen Vermieter und Mieter am Morgen stattgefunden habe. Die Situation sei anspruchsvoll. Man darf zügeln, wenn es nötig sei. Die Verbände raten aber von einem Umzug ab. «Das ist aber kein Zügelstopp, ein solcher müsste der Bundesrat anordnen», so Tschirren. Man sei sich einig gewesen, dass es schwierig sei die Hyginemassnahmen einzuhalten.

Arbeitsmarkt und Fallzahlen

Boris Zürcher vom Seco aktualisiert die Zahlen vom Montag. Bisher sind 400'000 Anträge auf Kurzarbeit eingegangen. Rund 8 Prozent aller Arbeitnehmenden betrifft das. Aufgrund der Gesuchsflut könne es zu gewissen Zahlungsverzögerungen kommen. «Wichtig ist, dass die Löhne auf jeden Fall bezahlt werden.»

Patrick Mathys vom BAG spricht. Er verzichtet auf detaillierte Zahlen. In den USA sei eine deutliche Zunahme zu sehen. In der Schweiz gab es bis heute knapp 9000 positiv getestete Personen. 90 Personen sind gestorben.

750 Heimkehrende erwartet

Am Point de Presse nimmt auch der EDA-Krisenmanager Hans-Peter Lenz teil. Sein Departement hat heute bereits mitgeteilt, dass es bis am Donnerstagmorgen in zunächst drei Flügen rund 750 in der Schweiz wohnhafte Personen nach Hause zurückholt. Sie hatten wegen der Coronakrise in Südamerika festgesessen.

Live ab 14 Uhr

Folgende Fachexperten nehmen am heutigen Point de Presse teil:

  • Patrick Mathys, Leiter Sektion Krisenbewältigung und internationale Zusammenarbeit BAG
  • Raynald Droz, Brigadier, Stabschef Kommando Operationen VBS
  • Boris Zürcher, Leiter der Direktion für Arbeit SECO
  • Martin Tschirren, Direktor Bundesamt für Wohnungswesen WBF
  • Hans-Peter Lenz, Leiter Krisenmanagementzentrum, EDA
  • Colette Nova, Vize-Direktorin Bundesamt für Sozialversicherungen EDI
  • Susanne Kuster, Stellvertretende Direktorin Bundesamt für Justiz, EJPD
Beginn des Live Tickers

(red)

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