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Kommentar zur KonzerninitiativePolitpropaganda mit höheren Weihen

Kirchen sollen sich politisch einbringen, Partei ergreifen. Aber nicht wie jetzt mit ihrem Eifer für die Konzernverantwortung selber zur Partei werden.

Das Evangelium für politische Propaganda instrumentalisieren: Die reformierte Pauluskirche in Bern.
Das Evangelium für politische Propaganda instrumentalisieren: Die reformierte Pauluskirche in Bern.
Foto: Peter Schneider (Keystone)

Kirchtürme und Kirchgemeindehäuser, verstreut übers ganze Land, als Werbeflächen für Politpropaganda. Sie tragen Banderolen mit der Aufschrift «Konzernverantwortungsinitiative Ja!» Eine blosse Abstimmungsempfehlung? Oder auch ein Wink mit dem Zaunpfahl: Wer das Ja nicht teilt, ist kein richtiges Kirchenmitglied, kein wahrer Christ? Das weckt Widerspruch. Die Gegner fragen zurück: Wird die Kampagne etwa aus den Kirchensteuern juristischer Personen, der Unternehmen, berappt?

Selten haben sich die Kirchen so vehement und so organisiert für eine politische Vorlage eingesetzt. 650 Kirchgemeinden und Pfarreien schweizweit stehen hinter der Kampagne: «Kirche für Konzernverantwortung». Sie setzt alle Mittel von Parteien ein: Komitees, Plakate, Flyer, Banner, Podiumsgespräche. Die Motivation leitet sie aus dem «eminent politischen Wirken Jesu» ab. Der Philosoph Hans Joas meint demgegenüber, Jesu Botschaft sei nicht per se politisch, könne aber politische Folgen haben.

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