Pop und Kritik

Der Brite Hanif Kureishi ist der grosse Chronist des urbanen multikulturellen Lebens.

Sein Schreiben dreht sich um den Zustand der multikulturellen britischen Gesellschaft.

Sein Schreiben dreht sich um den Zustand der multikulturellen britischen Gesellschaft.

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Als Hanif Kureishis Erstling «Der Buddha aus der Vorstadt» 1990 erschien und ein internationaler Erfolg wurde, öffnete sich ein literarisches Fenster zur Welt der Migranten in den westlichen Metropolen. Die postkoloniale Perspektive war zwar nicht neu; Salman Rush­die und V.S. Naipaul galten bereits als Stars der Literaturszene. Doch Kureishi, damals ein erfolgreicher junger Drehbuch- und Theaterautor, fing die Zerrissenheit ­zwischen den Kulturen auf eine ganz neue Art ein.

Im Plauderton, manchmal assoziativ und mit der Anmutung des Improvisierten, mäandern seine Texte, immer durchströmt von der vitalen Energie der Popkultur, die für ihn, wie es sich für einen, der 1954 geboren wurde, gehört, das grosse Faszinosum war. Spannender als die Herkunftskultur seines pakistanischen Vaters, der sich in London niedergelassen und dort eine Engländerin geheiratet hatte.

Anders als dieser Vater mit der gebrochenen Biografie, der ebenfalls vom Schreiben träumte, wie Kureishi in «Mein Ohr an deinem Herzen» erzählt, fand der Sohn schon früh seine Stimme – und sein Publikum. Sein Schreiben dreht sich um die Einsicht, dass sich in Familiengeschichten wie der seinen der Zustand der multikulturellen britischen Gesellschaft mit all ihren Konflikten verdichtet – wenn man sich darauf versteht, sie zu erzählen. Was Hanif Kureishi immer wieder aufs Neue versucht; auch in seinem neuen Roman «Das letzte Wort».

Aus den deutschen Texten liest Sebastian Arenas, Leitung: Mikael Krogerus.

Erstellt: 11.03.2015, 13:51 Uhr

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