Zum Hauptinhalt springen

Reportage aus dem Frauengefängnis«Messerstecherinnen teilen wir nicht in der Küche ein»

Etwas vom Ersten, was die ankommenden Frauen in der Haftanstalt Dielsdorf tun: ausziehen, duschen, sich nackt zeigen. Dann werden Trainer verteilt. Und in diesen Tagen auch Chlaussäckli.

Der Umgang ist wärmer, als man sich das vorstellen würde: Zwei Betreuerinnen spielen mit den Insassinnen Volleyball im Hof.
Der Umgang ist wärmer, als man sich das vorstellen würde: Zwei Betreuerinnen spielen mit den Insassinnen Volleyball im Hof.
Foto: Andrea Zahler

Kleine Momente nur, die einen die Härte dieses Orts spüren lassen. Gefängnisleiterin Simone Keller-da Cunha Sarandão führt in die Küche. Vor der Tür klappt sie das Sichtfenster hoch und späht hinein. «Könnte ja eine Insassin mit erhobener Pfanne hinter der Tür stehen.» Sie tritt ein. Drinnen steht eine Gruppe Frauen und stampft Kürbis für eine Suppe, die Stimmung ist gelöst. Auf die Frage, ob es vertretbar sei, sie mit Küchengeräten hantieren zu lassen, sagt Keller-da Cunha Sarandão: «Frauen greifen ihre Opfer in der Regel nicht ohne bestimmten Anlass an, ihre Taten haben eine Vorgeschichte.» Aber klar, «eine Messerstecherin, die willkürlich auf Personen losgeht, würden wir nicht in die Küche einteilen».

Um diesen Artikel vollständig lesen zu können, benötigen Sie ein Abo.