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28 Neu-Infizierte, 1 ToterIm Kanton Zürich sind 636 Personen in Quarantäne – R-Faktor bei 1,75

Die Zahl der Menschen in Quarantäne ist richtiggehend explodiert. Der R-Faktor liegt bei hohen 1,75. Die Zürcher Gesundheitsdirektion schliesst nun eine neue Welle nicht mehr aus und warnt vor weiteren «Superspreading-Events».

Die wiedereröffneten Clubs sind Ansteckungsherde, wie die steigenden Infiziertenzahlen zeigen.
Die wiedereröffneten Clubs sind Ansteckungsherde, wie die steigenden Infiziertenzahlen zeigen.
Archivfoto: Reto Oeschger

Die Kurve steigt wieder an. Von gestern Nachmittag bis heute Dienstagnachmittag sind im Kanton Zürich 28 Personen positiv aufs Coronavirus getestet worden, wie aus dem neusten Lagebulletin der Zürcher Gesundheitsdirekion (GD) hervorgeht. Das sind so viele wie seit Ende April nicht mehr.

Zudem wurde bekannt, dass schon am Vortag eine weitere Person an den Folgen von Covid-19 gestorben ist, womit die Zahl auf 131 gestiegen ist. Zwölf Personen (+2) sind hospitalisiert, keine muss mehr beatmet werden (-1).

Stark angestiegen ist die Zahl der isolierten Personen und vor allem derjenigen in Quarantäne: Derzeit müssen sich laut den aktuellsten Zahlen 92 Menschen isolieren (+33 seit dem 26. Juni), und 636 Personen sind in Selbstquarantäne (+436). Das ist auch die Folge der Superspreader-Events im Zürcher Club Flamingo und in der Spreitenbacher Tesla-Bar, in der vor allem Zürcher verkehrten. Das bedeutet auch viel Arbeit für die Contact Tracer, welche die Personen in Isolation und Quarantäne telefonisch betreuen. Drei Tage lang hatte die GD diese Zahlen nicht aktualisiert.

Virus verbreitet sich wieder stärker

Ebenfalls eindrücklich ist die Reproduktionszahl (R-Faktor) gemäss ETH-Angaben. Am 20. Juni, dem Datum der letzten Schätzung, dürfte der Faktor im Kanton Zürich bei 1,75 gelegen haben, heisst es im Lagebulletin. Die Zahl beschreibt, wie viele Personen von einer infizierten Person im Durchschnitt angesteckt werden.

Werte über 1 bedeuten, dass sich das Virus wieder stärker ausbreitet. Ziel ist stets, den Wert auf unter 1 zu drücken. Zwischen der zweiten Märzwoche und Mitte Juni betrug der R-Faktor schweizweit 1 oder weniger. Deshalb ist der Schätzwert von 1,75 besorgniserregend.

Contact Tracing «stark gefordert»

Gemäss Gesundheitsdirektion ist das Contact Tracing aufgrund der höheren Fallzahlen tatsächlich «stark gefordert». Eine Welle von Neuansteckungen könne «nicht ausgeschlossen werden».

Und: «Das Auftreten weiterer Superspreading-Events würde dies beschleunigen.»