«Der Strom fiel aus – und es wurde immer unheimlicher»

Heute vor 20 Jahren fegte der Orkan Lothar über die Schweiz hinweg. Leserinnen und Leser erinnern sich zurück an den Jahrhundertsturm.

Nicht nur Bäume und Hausdächer fielen Lothar zum Opfer. In Jegenstorf-Iffwil riss der Sturm eine ganze Stromleitung zu Boden.

Nicht nur Bäume und Hausdächer fielen Lothar zum Opfer. In Jegenstorf-Iffwil riss der Sturm eine ganze Stromleitung zu Boden. Bild: Franz Knuchel, Jegenstorf

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«Tannen fielen um wie Zündhölzli»

Diesen Tag werde ich nie vergessen. Ich weilte bei meinen Eltern in Innerkandergrund. Mein Bruder und seine Frau erwarteten jeden Moment ihr erstes Kind. Wir wollten nochmals alle zusammen auswärts essen gehen. Gegen 11 Uhr nahm der Wind sichtlich zu. An Schlafegg fielen plötzlich Tannen wie Zündhölzli gleich reihenweise um. Schaltafeln, welche an Rosloueni Holz abgedeckt hatten, kamen über die Fluh geblasen wie Papier.

Den Plan, aus dem Haus zu gehen, begruben wir schnell. Still sassen wir um den Küchentisch und hofften, dass das Ungeborene sich doch noch im Mutterleib stillhalten möge, damit ja keiner nach draussen muss. Jede Minute fürchteten wir, dass uns das Dach über dem Kopf weggeblasen wird. Passiert ist dem Wohnhaus nichts. Unsere Alphütte an Rosloueni hingegen verlor das ganze Dach, welches mit Stahlseilen und Beton befestigt gewesen war. David erblickte das Licht der Welt am 31. Dezember 1999.

Barbara Hari Nyffeler, Thun

«Ganze Segelschiffe fegten über den See»

«Das Salatbuffet, das Geschirr – alles lag auf dem Boden. Es war wie im Film.»Marianne Campiche Weber und Hans Weber, Oberhofen

Wir hatten mit Freunden wie jedes Jahr eine Bärzelistagfahrt auf dem Thunersee geplant. Schon am Morgen stürmte es ziemlich stark, ein Telefon mit der Frage «Fahren Sie bei diesem Wetter?» wurde mit «Ja, plangemäss am Mittag» beantwortet. Wir richteten uns auf der Berner Oberland gemütlich ein, bestellten ein Wyli und das Mittagessen. Per Durchsage erfuhren wir, dass viele Züge und Busse nicht mehr rechtzeitig zum Ablegen eintreffen würden. He nu, wir waren ja auf dem Schiff. Kurz nach der Kanalausfahrt ging das Spektakel los. Starker Wellengang, Segelschiffe fegten mitsamt Boje über den See, beim Schloss Oberhofen donnerte ein Boot in die Mauer. Und vor Gunten drehte die Berner Oberland plötzlich ohne Vorwarnung ab – und stand so quer zur Welle. Die Folgen: Salatbuffet, Geschirr, alles lag auf dem Boden. Es war wie im Film.

Marianne Campiche Weber und Hans Weber, Oberhofen

«Das Licht ging aus – und es wurde immer unheimlicher»

Meine Frau und ich sassen nach der morgendlichen Stallarbeit um 9 Uhr am Znünikafi, als der Westwind immer stärker blies und die ersten Bäume knickte. Ziegel begannen sich vom behäbigen Bauernhausdach zu lösen. Das Licht ging aus, und es wurde immer unheimlicher. Das war Lothar, ein noch nie erlebter Sturm bei uns im Emmental. Um 14 Uhr begab ich mich vorsichtig nach draussen, um die angerichteten Schäden zu bestimmen. Ein schrecklicher Anblick. Ungefähr eine Hektare Wald ineinandergekeilt flach am Boden, zahlreiche Dächer zerstört und Fenster ohne Gläser. Die Kühe molken wir am Abend zum Teil von Hand, weil der Strom erst um 18.15 Uhr wieder funktionierte.

Urs Haslebacher, Wasen

«Keine Dampffahrt, kein Orgelkonzert»

Ich plante eine Fahrt mit dem Dampfschiff Uri auf dem Vierwaldstättersee. Dafür verzichtete ich sogar auf das traditionelle Jegenstorfer Orgelkonzert zum Stephanstag. Der Zug nach Luzern blieb schon kurz nach Bern ein erstes Mal lange stehen, in diesem Stil ging es mühsam weiter. Als wir etwa zwei Stunden später Olten erreichten, war schon der Zeitpunkt, zu welchem die Uri in Luzern hätte ablegen sollen. Ich tröstete mich damit, dass die Fahrt unter diesen Umständen wohl sowieso nicht durchgeführt wird. So schauten wir denn, dass wir an diesem Tag noch irgendwie heil wieder nach Bern kamen.

Die Rückfahrt gestaltete sich erneut mühsam. In Burgdorf wurde uns mitgeteilt, dass es im Moment weder auf der Schiene noch auf der Strasse weitergehe. Endlich dann der erlösende Bahnersatzbus nach Bern. Vielleicht reicht es ja doch noch zum Orgelkonzert? Mitnichten, die Bahnstrecke nach Jegenstorf war unterbrochen. Und so beendeten wir dieses Abenteuer mit einem feinen Znacht im Grotto des Bären Ostermundigen. Zu guter Letzt: Das Orgelkonzert hatte ich dann doch nicht verpasst, da Jegenstorf Stromausfall hatte. Und zu schlechter Letzt: Ärgerlicherweise musste ich anderntags vernehmen: Die Uri ist trotz des Sturms zur Fahrt ausgelaufen.

Hans Peter Graf, Bern

«Mein längster Stromausfall»

Lothar verursachte den längsten Stromausfall, den ich je erlebt habe. Um etwa 16 Uhr zerstörte er beide Stromversorgungsleitungen von Köniz, sowohl diejenige von Belp als auch diejenige von Gasel. Erst am nächsten Tag um 14 Uhr konnte eine Leitung provisorisch repariert werden. In der darauf folgenden Nacht riss ein weiterer Sturm die provisorische Installation wieder herunter und verursachte in der Folge erneut einen ungefähr sechsstündigen Stromausfall. In der Folge ersetzte die BKW 2003 die Freileitung von Belp durch eine im Boden verlegte Leitung.

Martin Meyer, Liebefeld

«Ein Gefühl, als ob die Welt unterginge»

Ich hatte an diesem Sonntag zusammen mit meinem Stellwerkwärter Heinz Kaltenrieder Frühdienst am Bahnhof Kerzers. Urplötzlich war er da, der Sturm. Schon nach kurzer Zeit flogen sämtliche an den Aussenwänden des Schopfs angehängten Werbeplakate samt ihren Rahmen auf Augenhöhe durch die Luft, über die

Strasse und die Geleise. Kurze Zeit später schrie Heinz durch die Gegensprechanlage: «Hilfe, Hilfe, es nimmt mir das Dach fort!» Erschreckt schaute ich durch das Fenster des Freigabewerkes und stellte fest, dass beim Stellwerk die Firstabdeckung aus Metall bereits um mehrere Meter losgelöst war und steil in den Himmel ragte, auch fehlte eine grosse Anzahl von Ziegeln. Dann begann der Betrieb zusammenzubrechen: x Fahrleitungsstörungen traten auf der Linie der Bern-Neuenburg-Bahn auf, Barrierenflügel wurden zu Kleinholz zerfetzt, Nina-Züge blieben stecken, umfallende Bäume beschädigten die Fahrleitung, im Fernsteuerzentrum in Bümpliz-Nord fiel die gesamte Überwachung aus, was zu einer sofortigen Streckensperre führte.

Zwischendurch erschien ein Postauto-Chauffeur im Büro und erzählte völlig entgeistert, dass er auf der Fahrt von Düdingen nach Kerzers meinte, er habe sich verfahren, weil er plötzlich ein Dorf gesehen hatte, ohne vorher durch den Wald gefahren zu sein. Der Wald war weg. Bis zum Dienstende um 12.30 Uhr waren schweizweit über 60 Bahnlinien unterbrochen. Die Linie Kerzers–Bümpliz blieb die ganze Altjahrswoche über gesperrt. Unkonventionelle Lösungen waren gefragt: Der Kollege von Gümmenen führte Passagiere der Haltestelle Rüplisried-Mauss mit dem Stationstraktor nach Kerzers, wo sie auf den Bus umsteigen konnten.

Beat Winterberger, Murten

«Bäume fielen um wie Spielzeuge»

In jahrzehntelanger Tradition führt unser Natur- und Vogelschutzverein am 26. Dezember einen «Altjahrsbummel» durch. 1999 führte die Route die Saane entlang von Laupen nach Gümmenen. Bereits bei der Besammlung wehte ein heftiger Wind. Nach kurzer Strecke wurde der Wind immer stärker, die Bäume bogen sich, und bei Böen hörte man ein lautes Knacken, ähnlich Maschinengewehrsalven. Nun entdeckten wir auf der Krete grosse Bäume, welche vom Wind wie Spielzeuge umgerissen wurden. Ausserhalb des Waldes war der Wind so heftig, dass an eine Weiterführung der Exkursion nicht mehr zu denken war, also mussten wir abbrechen und nach Hause zurückkehren.

Walter Blaser, Laupen

«Viele Mastbrüche»

Mit 175 Stundenkilometern rauschte Lothar durch den Hafen von Estavayer-le-Lac. Er kippte die schweren Schiffe von den Trailern. Dies löste einen Dominoeffekt aus, es kam zu vielen Mastbrüchen. Auch mein Segelschiff erlitt Mastbruch und eine zerfetzte Persenning.

Peter Jeker, Font

Der Hafen von Estavayer-le-Lac. Bild: Peter Jeker, Font

«Bäume fielen um wie Mikado-Stäbchen»

Kurz nach zehn Uhr fiel der Strom für zwei oder drei Tage aus. Die Devise lautete fortan: Teewasser auf dem Rechaud zum Kochen bringen und im Kamin bräteln. Einmal vernahm ich ein lautes Krachen – eine Serbische Fichte aus der Nachbarschaft war samt Wurzelstock umgefallen. Durchs Fenster konnte ich beobachten, wie die Bäume am Waldrand des Gurtenwaldes im Minutentakt wie Mikado-Stäbchen umfielen. Schrecklich.

Patrick Barisi, Spiegel bei Köniz

«Begegnung mit Folgen»

Der Besuch vom 94-jährigen Onkel Richard war an diesem Sonntag bei uns angesagt. Er schätzte unsere seltenen Einladungen sehr. Ich holte ihn um 10.30 Uhr am Bahnhof ab. Zu Hause angekommen, stellten wir fest, dass die Windstärke mehr und mehr zunahm – es entwickelte sich ein richtiger Sturm. Auf der gegenüberliegenden Talseite oberhalb von Kanderbrück sahen wir reihenweise Tannen umkippen – wie Zündhölzer fielen sie kreuz und quer übereinander.

Und der Strom fiel aus. Als gestandene Zeltler besassen wir einen Gaskocher, den wir im Keller aufbewahrten, und im Geschirrschrank war auch noch ein Fonduerechaud – das Mittagessen war gerettet. Danach fuhren wir nach Reinsch, um uns um Emilie, die Mutter meiner Frau, zu kümmern. Sie sass in einen dicken Wintermantel eingehüllt frierend im Sessel, ohne Strom und ohne Heizung – das halbe Dach, vor kurzem neu gedeckt, war weggeflogen. Kurzerhand packten wir Emilie in unser Auto und fuhren zurück ins Oberfeld. Die beiden «Alten» verstanden sich auf Anhieb bestens – so gut, dass mein Onkel später ins gleiche Pflegeheim wie Emilie wollte.

Jürg Mischler, Frutigen

«Abendessen mit Gasrechaud – und bei Kerzenlicht»

Ich habe in einem grösseren Alters- und Pflegeheim als Pflegefachperson gearbeitet. Zusammen mit einer Arbeitskollegin stellte ich gerade das Bett eines Bewohners hoch, als plötzlich das Licht flackerte. Kurze Zeit später war der Strom aus. Und so blieb das Bett den ganzen Tag oben. Zum Glück war der Bewohner ruhig, sodass keine Gefahr bestand, dass er auf den Boden fiel. Eine Fachperson auf meiner Abteilung stellte eine Kerze in den Medikamentenschrank, um die Medikamente für den nächsten Tag zu richten. Ich zog im Essraum, bereits um ca. 15 Uhr, also noch bei Tageslicht, das Insulin auf. Zum Abendessen gab es etwas Einfaches. Kaffee und Milch konnten mit Gasrechaud gekocht werden. Die Bewohner assen bei Kerzenlicht, das sonst nicht gestattet war, wegen Brandgefahr. Ein Tag, der uns aufzeigte, wie abhängig wir vom Strom sind.

Barbara Senft, Kirchberg

«Ein freier Abend, aber...»

Ich arbeitete damals als Küchenpraktikant im Restaurant Perle in Einigen. Kurz vor Servicebeginn kam es zum Stromausfall, deshalb konnten wir nicht kochen, das Restaurant blieb geschlossen. Ich genoss den freien Abend. Der nächste Tag war dafür umso stressiger, da wir alle Lebensmittel im Frigor und im Tiefkühler kontrollieren und einen Grossteil davon gemäss Lebensmittelgesetz wegwerfen mussten – auch wenn sie vielleicht noch geniessbar gewesen wären.

Christian Schmutz, Thun

«Plötzlich hob es den Bus vier Meter in die Luft»

Um 10 Uhr erhielt ich vom Bahnhof Frutigen eine telefonische Anfrage, ob die Aska (Autoverkehr Spiez-Krattigen-Aeschi) auf der Strecke Frutigen–Kandersteg Bahnersatzbusse stellen könne. Wir sind mit vier voll beladenen Bussen in Frutigen losgefahren. Unterwegs sah ich, wie ein Wald einfach so weggefegt wurde. Plötzlich lag er am Boden – und zu sehen war nur noch eine Staubwolke. In Kandersteg haben wir die Leute aussteigen lassen und machten uns ohne Passagiere auf den Rückweg.

«Hausdächer flogen durch die Luft.»Ruedi Ammeter, Aeschi

In Mitholz mussten wir anhalten, weil Bäume auf der Strasse lagen. Auf einmal hob es den 12 Tonnen schweren Bus vor mir rund vier Meter in die Luft. Von einem Seitenwind erfasst, drehte er sich viermal, ehe er im Land neben der Strasse zu Boden kam. Im Dorf Mitholz kamen Hausdächer auf meinen Bus zugeflogen. Ich bin nahe der Bäckerei an eine Hauswand gefahren. Auf der linken Strassenseite sind viele Autos gestanden mit Leuten drin. Ich habe sie aus den Autos geholt und zwischen Bus und Haus in Sicherheit gebracht.

Ruedi Ammeter, Aeschi

«Verkehr war lahmgelegt»

Während Lothar tobte, bestand meine Aufgabe darin, Abnehmerinnen und Abnehmer von Spitex-Mahlzeiten zu beliefern. Schon den Weg zum Spitex-Stützpunkt musste ich aus Sicherheitsgründen zu Fuss bewältigen. Mein Velo blieb im Keller. Die Verteiltour mit dem Spitex-Fahrzeug erforderte volle Aufmerksamkeit, der Verkehr war zu dieser Zeit praktisch lahmgelegt, viele Strassen kaum passierbar, übersät mit allem, was der Sturm erfassen konnte. Am Eichweg krachte circa 50 Meter vor mir eine Tanne auf die Strasse, und im Oberdorf landete eine Dachziegelreihe nur ganz knapp neben meinem Fahrzeug.

Werner Brand, Ostermundigen

«Das halbe Dach der Scheune fehlte»

Ich erinnere mich noch gut an den 26. Dezember 1999, meinen Namenstag. Ich arbeitete zu jener Zeit in Zürich, besuchte aber über die Festtage meine Mutter in Wilderswil. Die gewaltigen Sturmwinde rüttelten an allen Ecken, und man hoffte, von Schäden verschont zu bleiben. Der Blick in Richtung Saxeten verhiess nichts Gutes. Mein Bruder und ich hatten dort Jahre zuvor von der Grossmutter ein Weidli geerbt, das sich bereits seit über 130 Jahren in Familienbesitz befand. Am nächsten Tag fuhr ich besorgt ins verschneite Bergdorf. Schon von weitem bot sich mir ein trauriges Bild. Das halbe Dach der Scheune fehlte. Es wurde später zertrümmert im weiter unten liegenden Bach gefunden.

Stephan Zumbrunn, Wilderswil

Das zerstörte Weidli von Stephan Zumbrunn in Saxeten. Bild: zvg

«Die Zeitungsständer wehte es auf die Bahnschienen»

Ich arbeitete damals am Bahnhofkiosk in Biglen. Alles schien in Ordnung an diesem Morgen, ich schloss die Türe auf und machte alles «zwäg», stellte die Heft- und Zeitungsständer nach draussen und legte die Sonntagszeitungen auf die Ablage. Ich hatte den Kiosk noch keine halbe Stunde offen, da nahm der Sturm Fahrt auf. Er wehte sämtliche Zeitungsständer auf die Bahnschienen. Ich hatte keine Chance, sie zurückzuhalten. Immerhin konnte ich noch die Store runterlassen, sodass nicht die ganze Ablage weggefegt wurde. Von diesem Moment an gab es nichts mehr zu kaufen an diesem Sonntag.

Brigitte Moser, Konolfingen

«Die Erde bebte, dann lag der Apfelbaum am Boden»

Es war um die Mittagszeit, als meine Tochter im oberen Stockwerk des Bauernhauses rief: «Der alte Birnbaum in der Hofstatt ist soeben zu Boden gekracht.» Durchs Fenster konnte sie dem Spektakel zusehen. Trotz Gefahr hielt mich die Neugierde nicht zurück, sodass ich mit einem Stock zur Stütze in der Hofstatt Nachschau hielt. Kaum auf der Weide, bebte die Erde unter meinen Füssen. Ich suchte Halt am nahen Apfelbaum. In diesem Moment krachte es, und er lag entwurzelt am Boden. Mühsam kämpfte ich mich wieder zurück zum Haus. Das alte Tor beim Speicher hob der Lothar aus den Angeln und zerschmetterte es am Boden.

Zum Kochen gab es weder Licht noch Strom. Mithilfe des Traktors konnten wir mit vier Stunden Verspätung am Abend um 21 Uhr endlich die Kühe melken. Das Ausmass der Schäden im Wald war immens: Abgeknickte Stämme, entwurzelte Bäume und Wurzelstöcke ragten in die Höhe. Die Aufräumarbeiten erfolgten mit schweren Forstmaschinen. Seither ist nichts mehr, wie es war: Alte Spazierwege sind unbegehbar, der Waldboden hat zum Teil tiefe Löcher, Äste und Wurzelstöcke liegen herum und sind zum Teil mit Dornen überwuchert. Sogar Marchsteine sind unauffindbar verlocht oder verschüttet.

Alfred Flükiger, Dürrenroth

«Die Angst bleibt bis heute»

Das Tosen und Brausen an diesem Sonntag liess nichts Gutes erahnen. Die Rehe verliessen fluchtartig den schützenden Wald, in Angst und Panik. Die Vögel, im Tiefflug, suchten das Weite. Mein Blick zum Bergwald, die Tannen fielen gleich einem Domino um, im Talboden wurden Dächer abgedeckt. Was nicht niet- und nagelfest war, flog davon. Erst als der Orkan vorüber war, wagten wir uns hinaus. Das Dörfchen sah aus wie nach einem Bombenangriff. Was bis heute geblieben ist: die Angst und Unsicherheit, wenn der Wind heftig bläst.

Christine Kratzer, Kandergrund


Vor 20 Jahren fegte der Sturm Lothar über die Schweiz. Unsere beiden Gäste erzählen in der neusten Folge unseres BZ-Podcasts «Rede wi druckt» von ihren Erlebnissen im Emmental, das vom Unwetter besonders heftig betroffen war.

Erstellt: 26.12.2019, 09:06 Uhr

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