Diese Fallen lauern auf Kreuzfahrt-Einsteiger

Damit Sie sich nie fühlen wie auf dem falschen Dampfer: 10 Tipps zur erfolgreichen Entdeckung der Weltmeere.

Wer die Einsamkeit sucht, ist auf einem Kreuzfahrtschiff nicht am richtigen Ort. Foto: Pixabay

Wer die Einsamkeit sucht, ist auf einem Kreuzfahrtschiff nicht am richtigen Ort. Foto: Pixabay

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Kreuzfahrten sind nach wie vor ein Nischenprodukt: In der Schweiz unternehmen knapp zwei Prozent der Einwohner jährlich eine Schiffsreise. Doch das Interesse steigt, denn die Vielfalt der Angebote der weltweit annähernd 400 Kreuzfahrtschiffe unterschiedlicher Ausrichtung wächst permanent. Dies kann jene, die sich noch nie aufs Meer wagten, zu Fehlentscheidungen führen. Klug deshalb, wer sich vorgängig über mögliche Stolpersteine Gedanken macht, damit die Cruise-Erfahrung hält, was die Werbung verspricht.

1. Die Ferienformel: Nichts für Einzelgänger

Wer am liebsten allein in abgelegenen Tälern wandert, wird sich kaum für eine Kreuzfahrt begeistern. Für alle anderen ist die Chance gross, begeistert von einer Seereise zurückzukehren. Die Weite des Meeres, erlebt an Bord eines vielseitigen schwimmenden Resorts, und fast tägliche Schnupperbesuche neuer Reiseziele ohne zusätzliches Kofferpacken machen den Reiz dieser Ferienformel aus. Und so, wie man auf einer Städtereise gern in belebten Strassen bummelt, geniesst man auf dem Schiff die lebendige Bordatmosphäre und die Kontakte.

2. Das Cruiserevier: Kurz und nahe starten

Kreuzfahrtschiffe tummeln sich auf allen Weltmeeren. Doch es muss beim ersten Mal nicht gleich eine dreiwöchige Reise nach Kamtschatka sein. Am beliebtesten in der Schweiz und ideal für Einsteiger wie Familien ist das Mittelmeer: Die Häfen sind nah, die einwöchigen Routen zwischen Okzident und Orient abwechslungsreich, die warme Saison ist lang und die Zahl der Schiffe gross. Gefragt ist im Sommer auch das europäische Nordland, und bereits an dritter Stelle der Schweizer steht die bunte, ganzjährig befahrbare Karibik, das weltweit grösste Cruiserevier.

3. Das Schiff: Auf dem falschen Dampfer

Diese Frage ist wichtig: Wie verbringe ich ansonsten meine Ferien am liebsten? Im Grandhotel? In einem quirligen Strandresort? Im Boutiquehotel oder in einer Pension? Diese Auswahl gibt es auch auf dem Meer mit spektakulären Megalinern im Resort-Stil für einige Tausend Passagiere, kleineren, eleganten Luxuslinern für einige Hundert Gäste und allen Varianten dazwischen. Auch die Frage nach dem Bordambiente der Reederei stellt sich: Soll es eher ein deutsches, ein europäisches oder ein amerikanisch-internationales Umfeld sein?

4. Die Kabine: Klaustrophobie muss nicht sein

Auf einem Kreuzfahrtschiff verbringt man selten viel Zeit in der Kabine. Trotzdem ist es nicht unwichtig, zu wissen, wie man untergebracht ist. Günstige Innenkabinen haben kein Tageslicht und könnten für Erst-Kreuzfahrer klaustrophobisch wirken, obwohl sie in der Regel gleich gross sind (zwischen 16 und 20 Quadratmeter) wie Standard-Aussenkabinen mit Fenster oder die beliebten Kabinen mit eigenem Balkon. Wer es sich aber leisten mag, wählt eine grosszügige Suite.

5. Die Kleiderordnung: T-Shirt oder Smoking?

Was gehört alles in den Koffer? Strikte Kleidervorschriften auf Kreuzfahrtschiffen sind passé, fast überall geht es heute ferienmässig zu und her. Trotzdem hält man sich an die eine oder andere Regel, die auch für gute Restaurants an Land gilt: Auch dort diniert man mit Jackett und nicht im T-Shirt. Viele Reedereien organisieren weiterhin den einen oder anderen Galaabend, wo Anzug oder ein Cocktailkleid passend sind – aber auch ohne wird man nicht gleich des Schiffs verwiesen.

6. Die Kulinarik: Zwei Kilo mehr auf den Rippen

Die Küche auf Kreuzfahrtschiffen hat einen guten Ruf. Kein Wunder, lässt man sich in den ersten Tagen verführen – man hat ja dafür bezahlt. Es ist allerdings freiwillig, sich durch sieben Gänge eines Menüs zu schlemmen. Zudem stehen heute auch alternative Speisen (z.B. vegetarisch und vegan) auf der Karte. Vor allem aber: Auf den Schiffen gibt es Fitnessräume, vielfach auch eine Spa- und Wellness-Anlage, wo die angefutterten Kilos gleich wieder abtrainiert werden können.

Beim Landgang muss man sich nicht zwingend den grossen Gruppen anschliessen. Foto: Pixabay

7. Die Schnäppchenpreise: Prüfen statt jammern

Eine Woche schippern für wenige Hundert Franken – solche Schnäppchenaktionen können in die Irre führen. Oft gelten sie nur für einzelne Nebensaisonreisen und bestimmte Kabinenkategorien. Eine grosse Wahlmöglichkeit ist nicht zu erwarten, bei Aktionen ist Flexibilität gefragt. Denn damit wollen die Reedereien den Saisonverkauf ankurbeln oder letzte Restplätze an den Mann bringen. Oder sie vermarkten sogenannte «Überstellfahrten», wenn zum Beispiel ein Schiff nach der Mittelmeersaison in die Karibik wechselt – das können tatsächlich tolle Deals sein.

8. Das Trinkgeld: Was oft noch dazukommt

Das Preis-Leistungs-Verhältnis einer Kreuzfahrt ist generell sehr gut und beinhaltet viele Leistungen, die an Land separat anfallen: Transport, Unterkunft, Vollpension, Unterhaltung et cetera. Ausser bei den «All inclusive»-Schiffen nicht inbegriffen sind die Getränke, die Landausflüge – und vielerorts das Trinkgeld. Dieser alte Zopf wird zwar als «freiwillig» bezeichnet, ist aber faktisch ein Lohnbestandteil der Crew und sollte beglichen werden. Für eine vierköpfige Familie können damit einige Hundert Franken auf der Endabrechnung hinzukommen.

9. Die Seekrankheit: Alles halb so schlimm

Die verbreitete Angst, auf einer Kreuzfahrt seekrank zu werden, ist meist unbegründet: Kreuzfahrtschiffe befahren in der Regel ruhige Gewässer und verfügen über Stabilisatoren, welche das Rollen des Schiffs reduzieren. Zudem: je grösser das Schiff, desto ruhiger liegt es im Wasser. Natürlich kann es auf einer Atlantiküberquerung oder in Nordeuropa auch mal stürmen – dafür gibt es Pflaster und Medikamente, welche die Übelkeit bekämpfen.

10. Der Landgang: Organisiert oder auf eigene Faust?

Eine Schar Touristen, die einem Fähnlein folgend die Sehenswürdigkeiten abklappert, passt nicht in jedermanns Bild. Die organisierten Landausflüge geniessen (mit Ausnahmen wie Expeditionsreisen) nicht immer den besten Ruf und sind oft überteuert. Doch gerade im Mittelmeer ist es kein Problem, die Hafenstädte und ihre Umgebung auf eigene Faust, per Taxi, Velo oder Bus, zu erkunden und sein eigenes Landprogramm zu gestalten – und sei es auch nur Fläzen am nächsten Strand.

Erstellt: 16.09.2019, 16:43 Uhr

Artikel zum Thema

Das Kreuz mit den Kreuzfahrten – 10 kritische Fragen und Antworten

Riesenschiffe gelten als Sündenböcke der Reisebranche. Was bedeutet das Geschäft auf hoher See für die Umwelt wirklich? Mehr...

Verführerische Natur

Fjorde, Fjells und Fossen: Mit der MSC Meraviglia unterwegs zu den Schönheiten Westnorwegens. Mehr...

Die Redaktion auf Twitter

Stets informiert und aktuell. Folgen Sie uns auf dem Kurznachrichtendienst.

Kommentare

Paid Post

Blasenentzündung? Ein schneller Test bringt Klarheit

Sie bemerken Anzeichen einer Blasenentzündung? Ein unkomplizierter Test schafft Klarheit und verhindert eine Antibiotika-Behandlung.

Die Welt in Bildern

Kampf gegen das Aussichtslose: In Kalifornien versuchen die Feuerwehrleute immer noch das Ausmass der Buschfeuer einzugrenzen. (11. Oktober 2019)
(Bild: David Swanson) Mehr...