Höhere Kerosinpreise verschärfen Wettbewerb

Lange profitierten Fluggesellschaften von einem niedrigen Treibstoffpreis. Dies scheint vorbei zu sein. Nun könnten schwächere Fluglinien Probleme bekommen.

Der Treibstoff wird teurer: Betankung eines Flugzeugs auf dem Flughafen Genf. Bild: Keystone

Der Treibstoff wird teurer: Betankung eines Flugzeugs auf dem Flughafen Genf. Bild: Keystone

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Der Satz von Wladimir Putin hat es in sich. «Russland ist bereit, die Massnahmen zur Reduktion der Ölproduktion mitzutragen und ruft andere Erdölexporteure auf, dasselbe zu tun», erklärte der russische Präsident am Montag (10. Oktober). Der Preis der Nordesee-Sorte Brent stieg darauf hin kräftig. Er kletterte erstmals seit einem Jahr wieder über 53 Dollar pro Fass.

Schon in den neun Monaten zuvor ist der Rohstoff markant teurer geworden. Mitte Januar kostete Erdöl noch weniger als 30 Dollar. Das spüren auch die Fluggesellschaften. Auch das im Gleichschritt mit Öl gehandelte Kersoin ist seither rund 60 Prozent teuerer geworden. Noch ist das kein Grund zur Sorge. Der Treibstoff ist weiter verhältnismässig billig, musste die Branche bis im Sommer 2014 doch mit Ölpreisen von über 100 Dollar leben.

Treibstoffanteil steigt stark an

Der Absturz auf unter 30 Dollar verhalf Airlines danach zu enormen Einsparungen. Doch ewig wird die Schonzeit nicht mehr anhalten. Für eine Umkehr des Preistrends beim Öl spricht einiges. In den vergangenen Monaten schienen sich die Ölexporteure nie so einig zu sein. Machen sie nun wirklich ernst mit der Produktionsdrosselung, ist das Überangebot schnell weg. Kommt hinzu, dass die Vorräte in den USA so niedrig sind wie lange nicht mehr. Experten sehen das als klares Anzeichen für einen Übergang zum Preisanstieg.

Ein Vergleich mit der Periode von 2003 bis 2008 zeigt, wie hart die Auswirkungen davon für die Fluggesellschaften sein können. Damals stieg der Ölpreis von 34 auf 125 Dollar pro Fass. Das hatte gemäss einer Analyse der Iata zur Folge, dass der Anteil der Treibstoffkosten an den Gesamtkosten der Airlines von 14 Prozent auf 33 Prozent kletterte.

Kosten können nicht genug schnell sinken

Trotz des Einsatzes sparsamerer Flugzeuge droht bei einem nachhaltigen Anstieg des Ölpreises auch in den kommenden Monaten und Jahren ein ähnliches Szenario. Bleibt der Wettbewerb gleich heftig, können Airlines in einer solchen Lage die Preise nicht genug stark erhöhen. Die anderen Kosten – vor allem Personal, Leasingraten, Gebühren – können sie ebenfalls oftmals nicht entsprechend stark senken.

Die Folge sind schnell sinkende Gewinne und Reserven. Bei schwächeren Unternehmen resultieren da rasch Verluste. Und manch eine Fluglinie, die sich jetzt über Wasser halten konnte, wird dann wieder aufgeben müssen.

Weitere spannende Themen aus der Welt der Airlines finden Sie auf Aerotelegraph.com. Aerotelegraph ist eine Medienagentur unabhängiger Aviatikjournalisten in Zürich. (lf/Aerotelegraph.com)

Erstellt: 14.10.2016, 16:32 Uhr

Die Sitze in der Premium-Kabine wären etwas breiter als die anderen Business-Sitze.

Kooperation

Dieser Artikel wird präsentiert von

Artikel zum Thema

Swiss nimmt deutsche Liegestuhl-Besetzer hoch

Video Das Reservieren von Liegen am Strand oder Pool gilt als typisch deutsch. Die Swiss macht sich darüber in einem Video lustig. Mehr...

Neue Uniformen machen krank

Flugbegleiter der American Airline klagen über Ausschläge und Kopfweh. Ursache soll die neue Arbeitskleidung sein. Mehr...

Die Redaktion auf Twitter

Stets informiert und aktuell. Folgen Sie uns auf dem Kurznachrichtendienst.

Blogs

History Reloaded Des Kaisers Rückkehr in den Thurgau

Mamablog Das Klischee vom Zahlvater ist nicht wahr

Newsletter

Der ideale Start in den Tag

Sonntags bis freitags ab 7 Uhr die besten Beiträge aus der Redaktion.
Newsletter «Der Morgen» jetzt abonnieren.

Die Welt in Bildern

Gross-Demo: Mit Schutzmaske und Schwimmbrille schützt sich ein Demonstrant vor einem Tränengas-Angriff der Polizei in Hong Kong am Sonntagabend. (21. Juli 2019)
(Bild: Getty Images / Ivan Abreu) Mehr...