Meiringen

Alles andere als «Halb so wild»

Der auf der Schweibenalp ob Brienz aufgewachsene Filmemacher Jeshua Dreyfus war bei der Vorpremiere seines Films «Halb so wild» in Meiringen dabei und erzählte über seine persönlichen Erlebnisse bei der Entstehung des Films.

Jeshua Dreyfus und Hanna Gubler, Präsidentin des Fördervereins Cinema Meiringen, freuen sich vor dem Kino über ihr Wiedersehen.

Jeshua Dreyfus und Hanna Gubler, Präsidentin des Fördervereins Cinema Meiringen, freuen sich vor dem Kino über ihr Wiedersehen. Bild: Elsbeth Bürgi

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«Vor genau 615 Tagen habe ich einen jungen Mann, unrasiert und ohne Geld, vor dem Kino Meiringen getroffen. Ich habe ihn angesprochen und gesagt, das Kino öffne erst am Abend», erinnerte sich Hanna Gubler, Präsidentin des Fördervereins Cinema Meiringen, an ihr erstes Treffen mit Jeshua Dreyfus. Er habe ihr erzählt, er arbeite an einem Film, «doch ich habe ihm nicht recht geglaubt», schmunzelte Gubler. Am Donnerstagabend haben sich Gubler und Dreyfus wieder im Kino Meiringen getroffen, mittlerweile ist aus dem jungen, unrasierten Mann ein erfolgreicher Filmemacher geworden.

«Damals steckte ich in einer grossen Schaffenskrise», erzählte der in Thun wohnhafte Dreyfus dem Publikum. «Wir haben während eines Monats ununterbrochen im Tessin gedreht, anschliessend habe ich zusammen mit meiner Partnerin den Film geschnitten, doch mit dem Resultat war ich nicht zufrieden.» Um seinen Kopf zu lüften und um neue Impulse für den Film zu suchen, machte sich der junge Mann zu Fuss mit dem Rucksack auf eine Reise durch das Oberland und landete schliesslich vor dem Kino Meiringen.

Eine «Wahrheitsrunde»

Die Reise zeigte ihre Wirkung, nach weiteren neuen Monaten Arbeit feierte Dreyfus mit «Halb so wild» an den Solothurner Filmtagen im Januar 2013 Premiere in der Schweiz und wurde für den «Prix du public» nominiert. Der Film handelt von fünf jungen Leuten, die zusammen in die Schweiz in eine abgelegene Berghütte fahren. Doch die Ferienidylle wird getrübt, als die Aussenseiterin der Gruppe ein Spiel vorschlägt: eine «Wahrheitsrunde», bei der alle schonungslos ehrlich miteinander sein müssen. Bald schon wird einiges ausgesprochen, worüber vorher geschwiegen wurde. Alte Wunden brechen auf, ein aufreibender Prozess beginnt, und nach ein paar Tagen ist nichts mehr, wie es war.

Nach dem 80-minütigen Film waren die Reaktionen in Meiringen nicht nur «halb so wild», sondern ganz wild. Lauter Applaus und viele lobende Worte erntete der 28- Jährige für sein Erstlingswerk. «Für mich war es sehr speziell, den Film in der Region zu zeigen, in der ich aufgewachsen und verwurzelt bin. Dank dem Film habe ich viele schöne Begegnungen mit alten Freunden erlebt», sagte Dreyfus nach der Vorpremiere. Der reguläre Kinostart des Films ist am Donnerstag, 29. August. (Berner Oberländer)

Erstellt: 24.08.2013, 15:19 Uhr

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