Auf eigene Faust – 10 Tipps für Solo-Reisende

Viel Freiheit, viel Abenteuer, viel Zeit für sich: Alleine reisen liegt im Trend. Und mit diesen Tipps klappts auch sicher.

Solo-Reisende fühlen sich hin und wieder einsam. Seien Sie drum nicht zu hart mit sich selber. Foto: iStock

Solo-Reisende fühlen sich hin und wieder einsam. Seien Sie drum nicht zu hart mit sich selber. Foto: iStock

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1. Klein anfangen Es muss ja nicht gleich die sechsmonatige Reise um die Welt sein. Wer noch nie alleine gereist ist, startet am besten mit etwas Kurzem, Bekanntem. Wie wäre es mit einem Tagesausflug in eine nahe Lieblingsstadt? Einem zweitägigen Roadtrip zu Freunden im benachbarten Ausland? Eine Woche in einem Ferienhäuschen in den Bergen?

2. Nicht zu hart sein mit sich selber
Selbst erfahrene Solo-Reisende fühlen sich hin und wieder einsam oder reisemüde. Seien Sie dann nicht zu hart mit sich selber. Gerade bei längeren Reisen empfiehlt es sich, sich zwischendurch einen Ruhetag zu gönnen, etwa einen ganzen Tag im Hotelzimmer Filme zu schauen oder in einem Roman zu versinken. Kleine Routinen und Rituale helfen, wenn man sich irgendwo im Nirgendwo wiederfindet, und das Gefühl hat, die Welt habe sich ohne einen weiterbewegt: zum Beispiel einen Kaffee trinken, ein Lieblingslied hören, Yoga machen, oder mit Freunden telefonieren.

3. Reiseplan und Bauchgefühl
Das Sicherheitsgefühl auf Reisen ist sehr individuell. Manch ein Alleinreisender mag sich aber gerne etwas vorsichtiger verhalten, als wenn er oder sie in einer Gruppe unterwegs ist. Einen Reiseplan bei Freunden oder Familie zu lassen, hilft einem, sich sicherer zu fühlen. Umso mehr, wenn man sich per SMS kurz meldet, wenn man eine neue Destination erreicht hat. Dazu gehört auch, anzukündigen, wenn man einige Tage keinen Handyempfang hat, weil man etwa in der Wildnis zelten geht, und zu sagen, wann man sich spätestens zurückmelden wird.

Eine gewisse Neigung zum Small Talk steigert das Sicherheitsgefühl ebenfalls: erzählen Sie den Hotelbesitzern, was Sie für einen Tagesausflug geplant haben, plaudern Sie mit den Park-Rangern – sodass sich Menschen an Sie erinnern können, falls Sie verloren gehen sollten. Und zu guter Letzt: Trauen Sie Ihrem Bauchgefühl. Wenn sich ein Ort komisch anfühlt, sollte man keine Hemmungen haben, zu gehen. Egal, ob das Zimmer schon bezahlt ist. Egal, ob das Zelt schon aufgestellt ist.

Allein reisen kann anstrengend sein, doch es birgt auch ungeahnte Belohnungen. Foto: Unsplash

4. Lieber einmal zu viel das Taxi nehmen
Eine fremde Stadt zu Fuss erkunden, das hat seinen ganz eigenen Reiz. Trotzdem: Wer sich unsicher fühlt, nehme, wenn er oder sie alleine unterwegs ist, eher mal ein Taxi, als dass er/sie eine unbekannte Strecke läuft. Vor allem nachts. Zudem: Laden Sie Offline-Karten der Gegend runter und merken Sie sich die ungefähre Route zurück zum Hotel, sodass Sie bemerken, wenn das Taxi einen komischen Weg einschlägt.

5. Kein Liveticker in den sozialen Medien
Auch wenn es reizvoll ist, den tollen Zeltplatz, den schönen Aussichtspunkt, die herzige Bar gleich via Instagram, Facebook und Twitter mit seinen Freunden und Followern zu teilen: Man weiss gerade bei öffentlichen Profilen nie, wer mitschaut. Deshalb ist es, wenn man alleine reist, je nach Reiseziel und -aktivität allenfalls sicherer, den Instagram-Account einige Tage hinter dem tatsächlichen Aufenthaltsort hinterherhinken zu lassen.

Machen Sie jede Aktivität, die Sie in einer Gruppe machen würden.

6. Hin und wieder einen Apfel
Genug zu essen und zu trinken, ist elementar für das mentale Wohlbefinden unterwegs – und leichter gesagt als getan. Nicht selten fühlt man sich vom Reise-Blues übermannt, wenn man ganz einfach dehydriert ist. Und gerade wenn man erschöpft nach einem langen Reisetag in einer unbekannten Stadt ankommt, ist es verlockend, eine Mahlzeit auszulassen und sich einfach im Hotel zu verkriechen. Es lohnt sich in solchen Fällen, bereits im Voraus ein nahes Restaurant rauszusuchen, oder immerhin ein paar Müsliriegel im Gepäck zu haben, und hin und wieder einen Apfel.

Und apropos Gesundheit: Eine gute Reiseapotheke im Gepäck ist hilfreich. Wenn man alleine unterwegs ist, hat man niemanden, der für einen bei allfälligen Beschwerden die nächste Apotheke suchen kann, und ist froh, wenn man erste Hilfe gleich zur Hand hat.

7. Weiterbildung gegen Langeweile
Langeweile gehört zum Alleinreisen, sei es während langer Busfahrten, sei es an Abenden im Hotel. Genug Lesematerial schafft Abhilfe, in Form von Büchern, von Reiseführern, von Magazinen oder einem E-Reader. Auch kann man die freie Zeit für Weiterbildung nutzen: Es gibt von vielen Universitäten Onlinekurse in allen Fachbereichen, es gibt Sprach-Lern-Apps, es gibt Podcasts. Gehen Sie ausserdem auch mal alleine ins Kino, an Konzerte, ins Theater, ins Museum, und machen Sie auch sonst jede Aktivität, die Sie machen würde, wenn Sie in einer Gruppe unterwegs wären.

8. Treffpunkt Hostelküche
Kontakt zu anderen Reisenden kann die Reiselaune heben, wenn einem das Alleinsein zu viel wird. Hostels bieten sich dann als Übernachtungsmöglichkeit an, wo man in der Gemeinschaftsküche kochen und plaudern kann. Manchmal ergibt sich so auch eine ungezwungene, temporäre Reisegemeinschaft.

Kleine Rituale wie Yoga helfen, alleine unterwegs zurechtzukommen. Foto: Pixabay

9. Auch mal was Organisiertes
Machen Sie hin und wieder etwas Organisiertes: ein geführtes Trekking in Nepal etwa, ein Ranger-Programm in den amerikanischen Nationalparks, Besuche bei Umweltorganisationen auf Bali oder eine Tour im Touristenshuttlebus entlang der Great Ocean Road in Australien. Dann müssen Sie sich nicht um Transporte, Eintritte oder anderes Organisatorisches kümmern, haben quasi einen freien Tag und können gleichzeitig ein etwaiges Bedürfnis nach sozialem Austausch stillen.

10. Sich die Zeit nehmen
Alleine reisen bedeutet, dass man seine Zeit ganz uneingeschränkt selber einteilen, in seinem eigenen Tempo reisen, erfahren, erleben kann. Nutzen Sie dies: Fahren Sie zwei Stunden durch die Wüste zu einem Nationalpark, nur um dort zwei Stunden zu wandern und dann zurückzufahren. Spazieren Sie eineinhalb Stunden zu einem Hindu-Tempel, um dann doch nur fünf Minuten dort zu verbringen. Geniessen Sie das Unterwegssein ebenso wie das Ziel.


Ein Beitrag von Travelcontent.

Erstellt: 21.11.2019, 21:19 Uhr

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