Hier können Sie sich treiben lassen

«Böötle» ist eine beliebte Sommeraktivität in der Schweiz. Wir zeigen einige der schönsten Schlauchboot-Touren.

Unterwegs laden viele schöne Plätze für Grill- oder Picknickpausen ein: Boote auf der Aare vor Bern. <nobr>Foto: Manuel Lopez (Keystone)</nobr>

Unterwegs laden viele schöne Plätze für Grill- oder Picknickpausen ein: Boote auf der Aare vor Bern. Foto: Manuel Lopez (Keystone)

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Auf dem Wasser gleiten, dazwischen am Ufer anhalten und ins kühle Nass springen, die Natur beobachten, die lautlos an einem vorbeizieht, sich mit Freunden oder der Familie unterhalten, an einer Uferstelle picknicken und auf einer Sandbank sonnenbaden: Eine Fahrt mit dem Gummiboot oder dem Kanu auf einem der vielen Flüsse in der Schweiz ist an warmen Sommertagen die perfekte Aktivität für gross und klein. Hier sind unsere Favoriten:

Die königliche Tour

Bernerinnen und Berner schwärmen von der «Königin aller Gummiboot-Touren»: Sie führt auf der Aare von Thun fast 27 km weit nach Bern. Die Aare hat auch bei Niedrigwasser eine starke Strömung; bei Hochwasser sollte man auf die Tour verzichten.

Der Einstieg befindet sich hinter dem Restaurant Bellevue in Thun-Schwäbis. Vom Gummiboot aus geniesst man eine Panoramasicht auf die mächtigen Gipfel des Berner Oberlandes. Bei der Eisenbahnbrücke Uttigen befindet sich die berüchtigte «Uttiger Schwelle», die mit Vorsicht befahren werden muss. Später durchquert man die «Belper Giessen», ein natürliches Überschwemmungsgebiet, das eine malerische Auenlandschaft mit hoher Artenvielfalt bietet. Unterwegs laden viele schöne Plätze für Grill- oder Picknickpausen ein. Danach sollte man sich in der Nähe des linken Ufers halten, denn dort wartet unter der Monbijoubrücke vor dem Marzilibad nach etwa drei Stunden Fahrt der Ausstieg.

Die städtische Tour

Unter Brücken hindurch und vorbei an Türmen führt die Tour auf der Rhône in gemächlichem Tempo von Genf bis nach Le Lignon. Der Einstieg zu dieser fünfeinhalb Kilometer langen, rund zweistündigen Route erfolgt am rechten Rhône-Ufer über die Betonrampe vor dem Pont Sous-Terre. Dann geht die Fahrt an der Halbinsel Jonction vorbei, an deren Spitze die Rhône aus dem Genfersee und die Arve aus dem Mont-Blanc-Massiv zusammenfliessen.

Es folgen karge, mächtige Felswände auf der rechten Seite. Und schliesslich kommt man an der Cité du Lignon vorbei, einem kolossalen Komplex, dessen Haupttrakt mit seinen 980 Metern das längste Wohngebäude der Schweiz ist. Der Ausstieg befindet sich rechts beim Fussgängersteg, der Passerelle du Lignon.

Die Kanal-Tour

12,2 km seichtes Wasser von Montlingen SG bis Au auf dem Rheintaler Binnenkanal vorbei an hohen Bäumen. Eingestiegen wird rechts unterhalb des Kleinkraftwerk Montlingen. Auf der gemütlichen Fahrt öffnen sich Ausblicke zum Bregenzer Waldgebirge. Zum Staunen sind die vielen Pflanzen, die man bei der Durchquerung des Naturschutzgebietes Bannriet zu Gesicht bekommt, eines ehemaligen Torfmoores.

Unterwegs gibt es die Möglichkeit, das Boot an einer Treppe auf der linken Flussseite anzulegen. Eine Grillstelle und schattenspendende Bäume laden zum Verweilen. Nach einem Birkenhain endet die Fahrt endet nach etwa vier Stunden bei der Treppe rechts vor der Stahlbogenbrücke beim Bahnhof Au. Weil das Wasser sehr kalt ist, kann man nur den Mutigsten zu einem Bad raten.

Die grüne Tour

Der 16,6 km lange Abschnitt der Reuss zwischen Sins und Rottenschwil präsentiert sich in prächtigen Grüntönen. Schon der Einstieg bei der Reussbrücke zwischen Sins im Aargau und Hünenberg im Kanton Zug ist ein Erlebnis: Die gedeckte Holzbrücke, erbaut Mitte des 17. Jahrhunderts, ist im Sommer reich mit Blumen geschmückt.

Nun geht es vorbei an Dämmen und Kiesbänken, die bei schönem Wetter zum Sonnenbaden laden. Danach folgt eine Passage vorbei am Kleinkraftwerk Ottenbach. In der Ferne flimmert auf der rechten Seite der Mutschellen, ein Hügelzug, der das Limmat- vom Reusstal trennt. Vor der Stahlbogenbrücke von Rottenschwil endet die rund vierstündige Fahrt am linken Flussufer.

Die Mäandertour

Eine zweite beliebte Bootstour etwas weiter unten auf der Reuss führt vom mittelalterlichen Städtchen Bremgarten nach Gebenstorf. Dicht bewaldete Uferzonen, lauschige Badeplätze und Grillstellen erwarten die Böötler auf ihrem Wasserweg durch den Kanton Aargau.

Zwischen Bremgarten und Mellingen mäandert die Reuss in grosszügigen Schlaufen durch die Landschaft. Kleine, harmlose Stromschnellen versprechen spritzigen Spass; ruhigere Passagen dazwischen lassen genug Zeit zum Treibenlassen und Schwimmen. Der Ausstieg auf der rechten Seite in Gebenstorf ist gut gekennzeichnet. Auf keinen Fall weiterfahren, das folgende Stauwehr ist äusserst gefährlich.

Die klassische Tour

Die Tour von Stein am Rhein nach Schaffhausen gehört zu den beliebtesten in der ganzen Schweiz. Sie stellt keine besondere Herausforderung dar, und wer sich ausserhalb der Fahrrinne bewegt, geht kein Risiko ein. 18 km ist die Strecke lang; die Fahrt dauert ungefähr vier Stunden.

In Stein am Rhein wassert man sein Boot an der Schiffsanlegestelle. Vorbei geht es an mittelalterlichen Städtchen, unter Brücken hindurch und vorbei an ruhiger, grüner Natur. Unterwegs gibt es viele Rastplätze. Der Ausstieg befindet sich in Schaffhausen beim Salzstadel, dem weissen Gebäude des Kanu Clubs rund 200 Meter vor der Eisenbahnbrücke. Weiter sollte man nicht fahren, denn wenige hundert Meter später folgt ein Wasserkraftwerk.

Die Vororts-Tour

Der Stadt Zürich kann man ganz einfach per Schlauchboot entfliehen: Man setzt sich bei der Betontreppe des Wipkingerparks ins Boot und lässt sich auf der Limmat hinunter nach Dietikon treiben. Ausstieg ist an der Nötzliwiese, nahe beim Bahnhof Dietikon.

Die Strecke ist rund zehn Kilometer lang, und man muss etwa zwei bis zweieinhalb Stunden rechnen. Wer Lust hat, kann unterwegs das Kloster Fahr besuchen. Allerdings ist die Fahrt nicht ganz frei von Hindernissen: Vor dem Höngger Wehr muss man auf der linken Uferseite aussteigen und das Boot eine kurze Strecke tragen, bevor man es unterhalb des Wehrs wieder zu Wasser lässt.

Die idyllische Tour

Vorbei an alten Mühlen und unberührten Uferabschnitte, durch eindrückliche Schluchten und herbe Natur, dunkle Wälder und weisse Felsbänder zieht der Doubs im Jura seine ruhigen Bahnen. Start ist in Goumois bei der Brücke; die ersten zehn Kilometer ist man in Frankreich, denn die Landesgrenze verläuft hier nicht in der Flussmitte, sondern am Ufer.

Erst in Clairbief bei der Brücke überquert man wieder die Schweizer Grenze. An einem Wehr und nachfolgenden Stromschnellen muss man das Boot vorbeitragen; dann geht die Fahrt auf einem ganz ruhigen Abschnitt weiter, bis man nach insgesamt fünf oder sechs Stunden in Soubey ankommt. Dort ist Schluss, denn weiter unten wird der Doubs zum wilden Wasser mit tückischen Stromschnellen, die allenfalls von erfahrenen Kanuten und Raftern, aber nicht von ungeübten Gummiböötlern durchfahren werden können.


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Erstellt: 25.07.2019, 14:42 Uhr

Sicher auf dem Wasser

Schlauchbootfahren ist nicht ganz ungefährlich. Um Unfälle zu vermeiden, müssen ein paar Sicherheitsvorkehrungen beachtet werden: Für jedermann muss eine Schwimmweste an Bord sein. Mindestens zwei Paddel mitführen. Die angegebene Nutzlast des Bootes darf nicht überschritten werden. Boote nicht zusammenbinden, weil sonst das Manövrieren unmöglich wird. Die Ein- und Ausstiegsorte vorgängig besichtigen. Keinen Alkohol konsumieren, hingegen genug Trinkwasser mitnehmen. Für das Baden sollte wegen der Strömung bei einem Rastplatz angelegt werden. (Travelnews)

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