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Eiskalte Marschroute

20 Wanderungen zu den eindrücklichsten Gletscherlandschaften der Schweiz stellt die Fotografin und Filmerin Caroline Fink in einem Buch vor. Wir haben eine davon getestet.

Im Schutzwald oberhalb des Walliser ­Ferienorts Grächen ertönt eine zauberhafte Musik. Murmelnd, blubbernd, glucksend und plätschernd fliesst Schmelzwasser des Riedgletschers durch Wasserleiten oder «Suonen», wie die Oberwalliser sagen. Sie dienen seit Jahrhunderten der Bewässerung von Wiesen und Weiden der Bergbauern.

Wir begleiten den 75-jährigen Joop Colijn auf seinem wöchentlichen Kontrollgang entlang der Wasserleite «Chilcheri». Der gebürtige Holländer ist Grächen seit vier Jahrzehnten verbunden – zunächst als Feriengast, später als Chaletbesitzer und seit 2013 als Präsident der lokalen Kulturstiftung «Grechu ischi Heimat». Nebenbei kümmert sich Colijn als «Wässerwasserwächter» um die Suonen im Grächnerwald. Auf seinem Kontrollgang fischt oder zupft er mit einem kurzstieligen Rechen Grasbüschel und abgebrochene Äste aus dem schmalen Wassergraben, damit sich das gemächlich fliessende Wasser nicht staut.

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