Erste Schritte zur Freiheit im Schnee

Wintersport abseits der Pisten birgt Tücken. Hier können sich Einsteiger für Skitouren und Freeriden aufwärmen.

Der Höhepunkt in Pontresina: Die Skitour auf den Piz PalüFoto: swiss-image.ch

Der Höhepunkt in Pontresina: Die Skitour auf den Piz PalüFoto: swiss-image.ch

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Immer mehr Wintersportler begeistern sich für Skitouren, die naturgemäss abseits des Pistenrummels stattfinden. Heisst aber auch: Skifahrerinnen und Skifahrer sind nicht mehr im gesicherten Gelände unterwegs; die Lawinenbedrohung nimmt zu. Vor allem Einsteiger unterschätzen die alpinen Gefahren und kennen sich kaum mit der Ausrüstung aus.

Wie man es richtig angeht und worauf man achten muss, lässt sich in speziellen Skitourenparks, bei Workshops oder Festivals erlernen. Die besten Tipps zwischen Wallis und Tirol.

Morgins: Sieben markierte Spuren

Der erste Schweizer Skitourenpark liegt in Morgins VS. Sieben markierte Spuren führen durchs Areal des Rando Parc, die Aufstiege dauern zwischen 30 Minuten und zwei Stunden. Man bewegt sich überwiegend im Wald, was die Lawinengefahr mindert. Erklärungstafeln helfen Einsteigern, sicher raufund wieder runterzukommen. Yannick Ecoeur, Ex-Europameister im Skibergsteigen, hat die Routen angelegt und trainiert häufig im Park.
www.regiondentsdumidi.ch

Profi: Ein Freerider an einem Wettkampf in Morgins. Foto: Maxime Schmid (Keystone)

Engelberg: Sicherheit grossgeschrieben

Das volle Programm liefert Engelberg OW. An vier Terminen zu je drei Tagen profitieren Wintersportler vom umfangreichen Programm der «Snow & Safety Days», an denen Bergführer die Gäste in den Tiefschnee lotsen, um ihnen das Manövrieren abseits der Piste beizubringen. Am ersten Tag geht es ins Gelände, wo Übungen zum richtigen Umgang mit den Rettungsgeräten (Lawinenverschüttetensuchgerät, Schaufel, Sonde) anstehen. Anderntags darf man sich über eine Freeride-Tour freuen. Das Finale steht im Zeichen der Skitour. Die Handhabung von Fellen, Ski und Tourenbindung wird erklärt. Die Drei-Tage-Packages sind erfahrungsgemäss schnell ausgebucht.
www.engelberg.ch

Graubünden: Faszination Spitzkehre

Das «Freeride & Safety Festival» in Bivio vom 17. bis 19. Januar richtet sich an Skitourenfreunde. Sie können Material testen, Workshops zum Thema Lawinensicherheit besuchen und bei geführten Skitouren die ansprechende Bergwelt zwischen Septimer- und Julierpass geniessen.
www.snow-safety-festival.com

***

Die Davoser Bergführer rufen vom 30. Januar bis 2. Februar zur mittlerweile vierten Auflage des «Backcountry Festival» mit Ski- und Freeridetouren, Tiefschnee- und Lawinenkursen. Dabei sprechen die Veranstalter explizit auch Splitboard-Fahrerinnen und -fahrer an, die mit einem Snowboard unterwegs sind, das sich der Länge nach teilen lässt und dadurch wie ein Paar einfache Tourenski funktioniert. Testmaterial ist im Preis inbegriffen, kann aber nicht reserviert werden.
www.davos.ch

***

Der Saisonabschluss in Pontresina verspricht einen Höhepunkt: Die Macher des «Mountain Festival» bieten vom 2. bis 5. April täglich vier Skitouren an. Der Einsteigerkurs wendet sich an Wintersportler, die bereits erste Erfahrungen im Schnee gesammelt haben, aber ausgefeilte Techniken, wie zum Beispiel die Spitzkehre, noch nicht beherrschen. Die anspruchsvolleren Touren im Programm umfassen bis zu 2000 Höhenmeter im Aufstieg. Zu den Klassikern zählt der Piz Palü, den die Teilnehmer nach der Fahrt zur Diavolezza erklimmen.
www.mountainfestivalpontresina. ch

Tirol: Für Anfänger und Könner

In Tirol gibt es gleich mehrere Parks für Skitourengeher: Auf dem Pitztaler Gletscher ist ein Revier im Umfeld der Skipisten entstanden, das sich sowohl an Anfänger als auch an Könner richtet. Es gibt Aufstiegsspuren in drei Schwierigkeitsgraden, unterschiedliche Streckenlängen und Höhenprofile. Zudem finden in Zusammenarbeit mit Bergführern Kurse für Einsteiger statt.
www.pitztal.com

Unterwegs kann man sich zusätzliches Wissen aneignen: Freerider auf Tour in Österreich. Foto: Getty Images

***

Das Kühtai hat vor Jahren den Tourenlehrpfad auf die Lampsenspitze eingerichtet. Der Fokus liegt auf Technik und Sicherheit. Anhand von Tafeln entlang der Route kann man das Wissen checken und sich intensiv mit Tourenplanung, Risikomanagement und alpinen Gefahren beschäftigen.
www.kuehtai.info

***

Galtür steht der Tiroler Konkurrenz nicht nach und hat den Silvapark lanciert, wo auch ein kleines Übungsgelände für Familien angelegt ist. Wintersportler können die Ausrüstung (Lawinenpiepser) unter anderem einem Schnellcheck unterziehen.
www.galtuer.com

Erstellt: 15.01.2020, 13:24 Uhr

Artikel zum Thema

Ein 3000er zum Auftakt

Die Ersteigung des Bortelhorns am Simplonpass ist gar nicht so wild, wie es aussieht. Eine Skitour mit Seltenheitswert. Mehr...

Plötzlich ertönt ein unheimliches Gemurmel aus dem Eis

Hinter dem Eiger wartet das «Ischmeer»: Eine Abfahrt über die gefährlichen Gletscherspalten des Eismeers. Mehr...

Auf Skitour mit dem ÖV

Outdoor Stau auf der Strasse, Stau auf der Piste: Das muss nicht sein. So nutzen Sie das ÖV-Netz für Winterausflüge. Zum Blog

Die Redaktion auf Twitter

Stets informiert und aktuell. Folgen Sie uns auf dem Kurznachrichtendienst.

Kommentare

Abo

Abo Digital Light - 18 CHF im Monat

Unbeschränkter Zugang auf alle Inhalte und Services (ohne ePaper). Flexibel und jederzeit kündbar.
Jetzt abonnieren!

Die Welt in Bildern

Aufwändige Feier: Farbenfroh ist der Karneval in Macedo de Cavaleiros, Portugal. (25. Februar 2020)
(Bild: Octavio Passos/Getty Images) Mehr...