Fun statt Ski

Die Carving-Latten sind Schnee von gestern. Trendsetter bolzen heute auf fetten Reifen oder aufblasbaren Schlitten talwärts.

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Das waren noch Zeiten, als die Pisten einzig den Skifahrern gehörten. In wattierten Overalls wedelten Könner elegant die Hänge hinunter. Heute ist am Berg Funsport angesagt. Auch wenn die Art der Fortbewegung mal etwas unbeholfen wirkt: Hauptsache, man hat Spass. Die neue Lust am Experiment im Schnee erfreut die Manager der Wintersportregionen, die jahrelang unter dem Desinteresse der Jugend litten. Doch nicht alles, was die Industrie auf den Markt wirft, kommt am Berg dauerhaft an. Wir erklären die wichtigsten Fun-Sportarten der Saison – samt dazugehörigen Hotspots im Alpenraum.

Fatbikes Foto: lenzerheide.com

Die ultrabreiten Reifen dieser speziellen Mountainbikes federn Hindernisse butterweich ab, das funktioniert sogar in zentimetertiefem Schnee. Auf Skipiste, Schlittelweg und Loipe sind sie meist verboten. In Lenzerheide (Rothorn) wurde der erste Fatbike-Funpark der Schweiz eröffnet. Auf einer abgesperrten Piste gibt es Steilkurven und Sprungschanzen, es werden Bikes zur Miete und Einsteigerkurse angeboten. Vom 19. bis 22. Januar geht in Gstaad das viertägige Etappenrennen für Fatbikes über die Bühne.
www.bikeschule.com; www.lenzerheide.com; www.gstaad.ch

Snowbike Foto: matterhornvalley.ch

Die Kurvenlage ist genial, wie bei einem Töff. Dank der unter dem Sitz angebrachten und hintereinander montierten Ski kann sich der Fahrer extrem zur Seite neigen. An den Füssen befestigte Mini-Ski erlauben dabei das Ausbalancieren. Fast alle Pisten dürfen befahren werden, das Snowbike gilt bereits als Klassiker. Grächen zählt zu den Hotspots. Im März wird im Wallis zum zweiten Mal die WM ausgetragen.
www.graechen.ch; www.snowbike-graechen.ch

Airboard Foto: Bernard van Dierendonck

Auf dem aufblasbaren Schlitten saust man bäuchlings mit bis zu 100 Stundenkilometern den Berg hinab. Optimierte Airboards, mit einem Gewicht von 3 Kilo, kommen auch in Tiefschnee oder Sulz gut zurecht und eignen sich für Hochtouren. Der erste internationale Wettbewerb fand auf der Belalp statt. Eine der ersten Airboard-Pisten befindet sich auf dem Fronalpstock ob Stoos.
www.stoos-muotatal.ch; www.activeteam.ch.

Snake-Gliss Foto: une-bonne-idée.ch

Zehn spezielle Kunststoffschlitten werden miteinander verbunden. Die Gruppe zischt in Schlangenlinien talwärts, was auf Pisten meist verboten ist. Spezielle Funparks gibt es vor allem in Frankreich. In der Schweiz bereits etabliert ist der Rutschpark Trübsee (Engelberg).
www.titlis.ch

Snowscooter Foto: cdk.ch

Diese Trottinette fahren auf Schnee – man steht mit Schuhen ohne Bindung auf einem Trittbrett und hält sich am Lenker fest. Schwünge und Richtungswechsel sind mit Drifts oder Carving-Bewegungen möglich. Auf der Piste ist hohe Geschwindigkeit angesagt, in Funpark und Powder auch Sprünge. Top-Destination in Österreich ist Serfaus mit dem Funcenter, wo auch Snowfox, Snowkart, Snowbike oder Monoski bereitstehen.
www.serfaus-fiss-ladis.at

Snowtubing/Snowrafting Foto: ausflugsziele.ch

Den Reifenplausch auf Schnee kennt man noch aus der eigenen Jugend, allerdings hat der Spass in den vergangenen Jahren neue Dimensionen angenommen. Gebiete wie Ötztal und Kühtai in Österreich (www.iglu-village.at) schaffen eigene Rutschbahnen, die vereist werden, damit es schneller bergab geht. Für mehrere Personen kommen XXL-Reifen zum Einsatz. Die Steigerung von Snowtubing ist Snowrafting, bei dem Gruppen in Gummibooten den Hang runtersausen. Seefeld im Tirol bietet den Spass jeden Mittwoch am Geigenbühel an.
www.seefeld-sports.at

Erstellt: 16.01.2017, 12:03 Uhr

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