Höher, schneller, bequemer

Die höchste 3S-Bahn der Welt, neu verbundene Skigebiete und komfortablere Bahnen sollen Touristen diesen Winter in die Schweizer Berge locken.

Dem Wintersportvergnügen in der Schweiz sollte mit vielen neuen Attraktionen nichts im Wege stehen.

Dem Wintersportvergnügen in der Schweiz sollte mit vielen neuen Attraktionen nichts im Wege stehen.

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1. Andermatt/Sedrun Eine neue Gondelbahn verbindet in Andermatt die Pisten dies- und jenseits von Uris Kantonsgrenze. Foto: PD

Eine Seilbahn verbindet neu nicht nur die Skigebiete zweier Kantone, sondern auch zweier Landesgegenden: Innerschweiz und Bündnerland. Zwischen den Skigebieten von Andermatt UR und Sedrun GR konnte man bis zur letzten Saison zwar mit der Matterhorn-Gotthard-Bahn pendeln, doch nun kann der Skifahrer die Regionen auch auf den Pisten wechseln. Die neue Gondelbahn auf den Schneehüenerstock macht es möglich. Mit der Verbindung wird ein weiteres Grossprojekt der Destination Andermatt Swiss Alps verwirklicht, hinter dem der ägyptische Investor Samih Sawiris steckt. Drei neue Sesselbahnen sowie die Beschneiung der Talabfahrt am Gemsstock wurden vor zwei Jahren in Betrieb genommen, letztes Jahr kamen eine neue Gondelbahn vom Bahnhof Andermatt auf den Gütsch sowie zwei weitere Sesselbahnen dazu. Aus dem veralteten Skigebiet wurde in kurzer Zeit ein topmodernes Wintersportrevier. Demnächst eröffnet wird das Hotel Radisson Blu mit 180 Zimmern. Im kommenden Sommer geht zudem die Gondelbahn Salins-Cungieri-Cuolm da Vi in Betrieb, die im Winter das Skigebiet von Andermatt-Sedrun mit jenem von Disentis GR verbindet.

2. Zermatt/Matterhorn Mit der modernsten Seilbahn der Alpen erreicht man das Klein Matterhorn in nur neun Minuten. Foto: PD

Die spektakulärste Neuheit dieses Winters in der Schweiz ist zweifellos die neue Seilbahn auf das Klein Matterhorn, die bei der Eröffnung mit Superlativen angepriesen wurde: Zermatts neues Prunkstück, modernste Seilbahn der Alpen, höchste Bergstation Europas, höchste 3S-Bahn der Welt. 25 Kabinen tragen je bis zu 28 Passagiere in nur neun Minuten von der Talstation Trockener Steg von 2923 Meter über Meer auf die Bergstation Glacier Paradise auf 3821 Meter Höhe. Dank der Investition von 55 Millionen Franken soll Warten bei der Talstation künftig nicht mehr vorkommen. 2000 Personen pro Stunde transportiert die Bahn aufs Klein Matterhorn. Zusammen mit der bestehenden Anlage ergibt das die Kapazität einer dicht getakteten Buslinie. Das Klein Matterhorn ist der höchste Punkt des Zermatter Skigebiets mit heute insgesamt 360 Kilometern präparierten Pisten. Hier lässt sich nicht nur im Winter Ski fahren, die Pisten sind auch im Sommer bereit. Das Klein Matterhorn ist zudem Ausgangspunkt für alpine Hochtouren im Winter und im Sommer – zum Beispiel aufs nahe Breithorn mit seiner Höhe von 4164 Meter über Meer. Von da aus ist dieses der am einfachsten zu bezwingende Viertausender in den Alpen.

3. Engelberg Fehlt der Schnee im Skigebiet Titlis, gibts das Geld für Skipass und Übernachtung zurück. Foto: PD

Der Innerschweizer Wintersportort wirbt mit zweierlei. Zum einen mit den fünf Sportlern, die in Engelberg OW wohnen und an den letzten Olympischen Winterspielen 2018 in Südkorea teilnahmen: Michelle und Marc Gisin, Denis Feierabend (alle Ski alpin), Fabian Bösch (Freestyle) und Lena Häcki (Biathlon). Michelle Gisin gewann sogar Gold in der alpinen Kombination. Einen Grund für diese grosse Wintersportlerdichte sehen die Promotoren des Klosterdorfs auf rund 1000 Metern über Meer in der Schneesicherheit – dank ihr seien die heutigen Spitzensportler schon in frühem Kindesalter mit Schnee und Sport in Kontakt gekommen. Mit der Schneesicherheit wirbt Engelberg nun auch. Der Wintersportort, dessen Skigebiet bis auf den Titlis mit über 3200 Meter über Meer reicht, bietet in dieser Saison eine Geld-zurück-Garantie, falls wegen Schneemangels einmal «bestens befahrbare Pisten» fehlen sollten. Das Geld für Skipass und Übernachtung gibt es zurück, sofern beides mindestens sieben Tage vor der Anreise gebucht worden ist. Auf dem Titlis selber bestehen des Weiteren grosse Baupläne: Für 100 Millionen Franken soll in den nächsten sechs Jahren eine neue Bergstation entstehen mit Restaurants und einem Richtstrahlturm, der künftig für Berggäste zugänglich sein soll. Der architektonische Masterplan stammt vom Basler Architekten-Duo Jacques Herzog und Pierre de Meuron.

4. Gstaad Die alte Saanerslochbahn ging am 12. April 2018 in ihren wohlverdienten Ruhestand, die neue eröffnet im Dezember. Foto: BOM

Vor 40 Jahren, als die Saanerslochbahn in Betrieb genommen wurde, waren die eiförmigen Kabinen das Modernste, was der Seilbahnbau zu bieten hatte. Sie gehörten zu den ersten sechsplätzigen Gondeln in der Schweiz. An Ostern 2018 haben sie letztmals Gäste transportiert. Am 15. Dezember, nur etwas mehr als ein halbes Jahr später, wird die neue Saanerslochbahn mit einem Fest eröffnet werden und Skifahrer von Saanenmöser BE auf den Saanerslochgrat tragen. Leiser, schneller, komfortabler – und mit bis zu zehn Personen in einer Kabine. In elf Minuten – oder um ein Drittel schneller – werden die rund 673 Höhenmeter bis auf 1944 Meter über Meer überwunden. Die Kapazität wird von 1300 auf 2000 Fahrgäste pro Stunde erhöht. Das Projekt hat 29 Millionen Franken gekostet.

5. Sörenberg/Brienzer Rothorn Bergbahnen Sörenberg – Die Weihnachtsbahn

Die grosse Neuheit im Skigebiet von Sörenberg LU und dem Brienzer Rothorn ist bereits vor einem Jahr eingeweiht worden, der Vierer-Sessellift im Gebiet Eisee aufs Rothorn. Auf diese Saison hin wurde nun der ehemalige Eisee-Skilift zwischen Schönenboden und Ober Habchegg installiert, um das Skigebiet Sörenberg/Brienzer Rothorn wenigstens von dieser Seite her zusammenzuführen. Zudem kann neu das gesamte Skigebiet beschneit werden – mit bis zu 40 Zentimeter Schnee in 72 Stunden. Die Route für die Talabfahrt wurde leicht verändert, sie ist aber immer noch sehr anspruchsvoll und als schwarze Piste ausgezeichnet.

6. Crans-Montana Ab Februar soll das Chalet Alaïa Snowboarder und andere jugendliche Actionsportler anziehen. Foto: PD

Im kommenden Februar soll eine neue Sportattraktion in Crans-Montana VS eröffnet werden: Das Chalet Alaïa, das als Indoor- und Outdoor-Sportzentrum konzipiert ist. Ansprechen wollen die drei Initianten Sportler, die auf Action stehen: Skateboarder, Freerider, Snowboarder, BMXer, Rollerblader. Der Komplex beherbergt verschiedenste Angebote, von Skateparks über Airbags und Pump Tracks bis hin zu einer Kletterwand, einem Trampolin- und einem Fitnessbereich. Jungen Sportbegeisterten sollen Winter- und Sommerlager angeboten werden. Die Architektur des grossen Gebäudes ist von Berghütten aus der Region inspiriert.

7. Bosco Gurin Der kleine, aber feine Tessiner Wintersportort bleibt nicht stehen. Foto: PD

Der kleine Tessiner Wintersportort Bosco Gurin wartet mit einer Schweizer Premiere auf: einer Rodelbahn, die auf einer einzigen Schiene fährt. Die Technik macht sehr schräge Kurvenlagen möglich. Die Gäste können die Bahn, die vor wenigen Wochen eröffnet wurde, nicht nur im Sommer nutzen, sondern auch im Winter. Sie ist mit Zweiersitzen ausgerüstet und einen Kilometer lang. Start ist bei der Bergstation der Rossboda-Sesselbahn, das Ziel bei der Capanna Grossalp.

8. Wallis/Uri/Graubünden Die Aussicht ist garantiert: Blick in die neue Excellence Class des Glacier Express. Foto: Keystone

Der Glacier Express bietet ab diesem Winter neu die Excellence Class an. Sie ist mit einer bequemen Loungebestuhlung grosszügig mit nur 20 Sitzplätzen und mit eindrucksvollen Panoramafenstern ausgerüstet. Jedem Fahrgast wird ein Fensterplatz garantiert. Im Zuschlag inbegriffen: eine persönliche Reisebegleitung, ein umfangreiches kulinarisches Angebot und Tablets mit Bordinformationen. (SonntagsZeitung)

Erstellt: 23.11.2018, 17:17 Uhr

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