Im Angesicht des Todes

Der Teufelspool im Sambesi River, das Val di Lodrino im Tessin oder die gefährlichste Strasse der Welt in Bolivien: Sieben ultimative Ferien-Tipps.

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Sambia: Baden im Devil’s Pool

Foto: flickr Editorial/Getty Images

Kurz vor den Victoriafällen sieht das Wasser des Sambesi River noch harmlos aus. Doch wenn man sich in die Fluten stürzt, erfasst den Schwimmer eine starke Strömung und treibt ihn unweigerlich auf den Abgrund zu. Kurz vorher sollte er alles daran setzen, sich in ein Felsrondell im Wasser zu retten – in den Devil’s Pool, ein natürliches Becken vor der Kante. Dahinter donnert der Fluss gut 110 Meter in die Tiefe. Platz gibts im Pool für sechs Schwimmer. Während sich die Adrenalin-Junkies nach vollbrachtem Rettungsmanöver in bauchtiefem Wasser entspannen, brausen daneben Tausende von Kubikmetern Wasser schäumend in die Tiefe. Die begleitenden Guides passen auf, dass aus dem gefährlichsten Pool der Welt kein Tourist über die Kante rutscht. Was nicht immer gelingt. Es sind schon Wagemutige von diesem Ausflug nicht zurückgekehrt.

www.zambiatourism.com

Norwegen: Base-Jumping im Lysefjord

Foto: Getty Images/LOOK

Noch ein abgrundtief abenteuerliches Vergnügen: Base-Jumping im Lysefjord östlich von Stavanger im südlichen Norwegen. Hier springen Mutige von der höchsten Felswand Kjerag in die Tiefe. Sie geniessen eine spektakuläre Aussicht mit einem Fallschirm im Gepäck. Im Gegensatz zum Fallschirmspringen aus Flugzeugen katapultieren sich Base-Jumper von festen Objekten in die Tiefe. Hier von einem Felsplateau, dessen höchster Punkt 1020 Meter über Meer liegt. Nervenkitzel pur.

https://de.fjordnorway.com

Bolivien: Mountainbiken auf der Yungas-Strasse

Foto: Corbis via Getty Images

Die 80 Kilometer lange, schmale Yungas-Strasse zwischen La Paz und Coroico in Bolivien kommt fast völlig ohne Leitplanken aus und ist deshalb eine der gefährlichsten Strassen der Welt. Seit 2007 gibt es eine moderne Verbindung zwischen La Paz und Coroico. Die Gefahr mit einem Auto oder LKW zu verunfallen, ist deshalb kleiner geworden. Der Reiz für adrenalinsüchtige Mountainbiker zu einer Tour auf diesem in den 1930er- Jahren von Kriegsgefangenen in den Fels gehauenen Pfad ist aber unverändert gross. Schliesslich müssen 3000 Höhenmeter im Nebel, oft auch im Regen auf morastigem Untergrund vor allem im Downhill-Modus überwunden werden. Kreuze von Verunglückten säumen den Weg. Auf der einspurigen Strasse verunfallten bis 2007 zwischen 200 bis 300 Menschen pro Jahr.

www.visitbolivia.org

Tschechien: Fliegen im Düsenjet

Extreme Tiefflüge, riskante Manöver bei Geschwindigkeiten bis zu 750 Stundenkilometern. Wen das nicht schreckt, sollte die tschechische Stadt Pilsen ansteuern. Hier, auf dem ehemaligen Militärflugplatz der Roten Armee nahe der deutschen Grenze, wird der Traum vom Fliegen in einem echten Düsenjet wahr. In einem L-39 Albatros, einem Überschalljäger, der als Trainingsjet, aber auch als Kampfflugzeug verwendet wird. Looping, Rolle, Turn und Rollenkehre – all das, was Militärpiloten für einen Luftkampf trainieren, erlebt man hier in einem 20- oder 30-minütigen Flug live. Besonderer Nervenkitzel: Nach einer kurzen Einführung kann man selbst das Steuer übernehmen. Wenn das nicht den Puls zum Rasen bringt?!

www.migflug.com/de

China: Erklimmen des Huashan-Pfads

Foto: Getty Images

Nichts für schwache Nerven: Wer den höchsten der fünf heiligen Berge Chinas besteigen will, muss nicht besonders gut klettern können, braucht aber viel Mut und Schwindelfreiheit. Denn der «Himmelholzsteg» ist Teil des Wanderwegs auf den rund 2100 Meter hohen Südgipfel des Huashan. Er besteht teilweise nur aus schmalen Holzbrettern, die aussehen, als wären sie als Bücherregal an die Wand geschraubt. Und viel breiter sind sie auch nicht: gerade mal 30 Zentimeter. Daneben geht es steil in die Tiefe – und festhalten kann man sich nur an einer Eisenkette. Der Adrenalinpegel schiesst in die Höhe, wenn es an die Bewältigung der in den Felsen gehauenen Treppenstufen geht. Die sind so steil, dass sie an Leitern erinnern. Besonders bei Regen gerät man leicht ins Rutschen. Stürzt der Vordermann, ist der Dominoeffekt fatal. Dafür säumen viele Tempel den Weg, und am Ziel kann sich der Wanderer in einem Teehaus mit grandioser Aussicht von den Strapazen erholen.

https://www.china-tourism.de

Tessin: Canyoning im Val di Lodrino

Foto: Joerg Modrow/laif

Wer die spektakuläre Canyoning-Tour in der Schlucht des Val di ­Lodrino, einem Seitental der ­Riviera zwischen Bellinzona und Biasca, wagt, muss Kondition haben und Nerven wie Drahtseile. Denn hier breitet sich ein sehr anspruchsvoller Canyon aus mit bis zu 50 Meter hohen Abseilstellen, langen Rutschpartien in gewundenen Felsrinnen und Stellen, an denen man mit dem Kajak zwölf Meter in die Tiefe schiesst. Belohnt werden Unerschrockene mit längeren, geruhsamen Strecken in tiefen Felsspalten. Kommt man aus der Dunkelheit ins Licht der offenen Pools und Kavernen, eröffnen sich berauschende Ausblicke in eine faszinierende Welt aus Stein, Licht und kristallklarem Wasser.

www.ticino.ch

Hawaii: Wandern auf dem Vulkan

Foto: AFP

Im Südosten der Inselkette auf der Hauptinsel Hawaii liegt im Hawaii Volcanoes Nationalpark einer der aktivsten Vulkane der Welt. Seit dem 3. Januar 1983 spuckt der Kilauea ununterbrochen 200'000 bis 500'000 Kubikmeter Lava pro Tag. Das würde ausreichen, täglich eine 32 Kilometer lange, zweispurige Strasse mit neuem Belag zu versehen. Den rot glühenden Lavaströmen kommen Abenteurer bei Wanderungen durch den Nationalpark erstaunlich nahe. Besonders nachts bietet sich ein infernalisches Bild, das man so schnell nicht vergisst. Hier muss man höllisch aufpassen, dass jeder Schritt sitzt, damit ein Fehltritt nicht in der fliessenden Lava und damit tödlich endet. Wer sich darüber hinaus traut, kann im 1309 Quadratkilometer grossen Nationalpark sogar in den Schlund eines Vulkankraters schauen.

www.visittheusa.de

Erstellt: 04.05.2019, 17:53 Uhr

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