In Malbun beginnt der Spass

Das Wintersportgebiet des idyllischen Bergdorfs im Fürstentum Liechtenstein ist überschaubar – doch gross genug für die ersten Schwünge späterer Ski-Asse.

Ski anschnallen und festhalten: Am Karussell im malbi-Park lernt jeder noch so wacklige Dreikäsehoch auf Brettern zu gleiten.

Ski anschnallen und festhalten: Am Karussell im malbi-Park lernt jeder noch so wacklige Dreikäsehoch auf Brettern zu gleiten.

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Tina Weirather und Marco Büchel haben ihre Karrieren im höchstgelegenen Dorf des Fürstentums Liechtenstein begonnen. In Malbun lernten sie ihr sportliches Handwerk, zogen die ersten Kurven im Schnee und trainierten hart. Der 47-jährige Marco Büchel fuhr bis 2010 insgesamt 300 Weltcuprennen. Heute ist der ehemalige Skirennläufer als Rennanalyst beim deutschen Fernsehsender ZDF tätig.

Hineingeboren in eine Familie von Olympiasiegern und Weltmeistern ist Tina Weirather. Inzwischen selbst ein Star im internationalen Skizirkus, hat die 29-Jährige an den Olympischen Winterspielen 2018 in Südkorea die Bronzemedaille im Super-G gewonnen. Vom Papa Harti Weirather habe sie die Begeisterung für Abfahrt und Geschwindigkeit, von Mama Hanni Wenzel das Gespür für den Schnee, heisst es aus dem Familienkreis. «Unsere Tina» nennt man sie im ganzen «Ländle» voller Stolz, wenn sie wiederum eine Medaille nach Hause bringt. Das kleine Land ist ganz offensichtlich eine Talentschmiede, manchmal gar eine alpine Skimacht.

23 Kilometer Piste –und ein riesiges Kinderland

Schneesicher, familiär, idyllisch – der Bergort Malbun lädt auf rund 1600 Meter Höhe zum Skifahren ein. In einem überschaubaren Talkessel gelegen, sorgen 23 Kilometer exzellente Pisten für das Skivergnügen. Und auf sagenhaften 3600 Quadratmeter Schneefläche finden Kinder bereits ab drei Jahren im Kinderland malbi-Park ihr Eldorado. Hier gibt es alles, was ihr Herz begehrt: Das Karussell malbi-rondo für die ersten Stehversuche auf den Ski und zaghafte Kurven, den malbi-teppich, ein Band für eine sachte Beför­derung bergauf, und einen Übungslift für die erste selbstständige Abfahrt. Die besorgten Eltern sind nie weit weg und können alles beobachten, wenn sie wollen. Einen Hort zum Aus­ruhen und Orte, wo man etwas essen kann, stehen auch zur Ver­fügung. Und bei nicht so gutem Wetter können sich Jung und Alt beim Basteln, Singen, Tanzen oder Brotbacken vergnügen.

«Malbun ist ein überschaubares Skigebiet», sagt die Marketingfrau Nicole Thöny, «mit Pisten, die teilweise bis hinein in den Ort führen, zwischen Gassen und Häusern hindurch.» Stress gebe es hier keinen. Mit Glück treffe man sogar die Fürstenfamilie beim Essen in den nahe gelegenen Hotels an.

Aber auch abseits der Skipisten kann man sich prächtig austoben. Zum Beispiel beim Schlitteln und Langlaufen. Vor allem wegen der Winterrodelbahn auf der Alp Sücka in der Gemeinde Triesenberg ist Schlitteln ein grossartiges Erlebnis. Quer durch die tief verschneite Landschaft führt der Schlittelspass nach Steg und erlaubt im Schlussteil auch höhere Geschwindigkeiten. Abends ist die gesamte Schlittelbahn beleuchtet. Wer keinen Schlitten hat, kann sich im Berggasthaus einen mieten.

Die Gemeinde Triesenberg, vor gut 700 Jahren von Einwanderern aus dem schweizerischen Wallis dauerhaft besiedelt, ist in vielerlei Hinsicht spannend. Denn die Triesenberger Mundart hebt sich deutlich von derjenigen im übrigen Liechtenstein ab; sie gehört zu der ältesten bekannten alemannischen Sprache, dem Walserdialekt. Viele archaische Ausdrücke und Laute sind bis heute noch erhalten. «Bärgärisch reda» ist Werner Schädler, dem Wirt vom Berggasthaus Sücka, ein besonderes Anliegen. Ihm macht es grossen Spass, seinen Gästen ein paar Worte «Bärgärisch» beizubringen.

In Zusammenarbeit von SonntagsZeitung und Liechtenstein Marketing (SonntagsZeitung)

Erstellt: 17.11.2018, 17:54 Uhr

Mit Lamas durch den Schnee stampfen

Anreise: Mit dem Auto von Zürich über die A3 bis Sargans, dann auf der A13 nach Vaduz, der Beschilderung nach Triesenberg und Malbun folgen. Mit dem Zug nach Sargans, weiter mit dem Bus nach Vaduz, Triesenberg, Steg und Malbun. www.liemobil.li

Kinderland: Das Kinderland malbi-Park wird am 15. Dezember eröffnet. Der Park ist täglich von 9 bis 16 Uhr geöffnet. www.bergbahnen.li

Schlittelspass: Rodelbahn und Schlittenmiete beim Alp- und Berggasthaus Sücka, www.suecka.li

Langlauf und Winterwandern: Auf 1300 Meter Höhe liegt das Langlaufparadies Steg-­Valüna mit 15 Kilometer Loipe (abends mit Flutflicht) valuenalopp.li. Der beliebteste Winterwanderweg ist der zweistündige, gut besonnte Sassweg in Malbun. Es gibt auch geführte Schneeschuhtouren.

Lama- und Alpakatouren: Ausflüge mit dem Lama durch den Winterwald gibt es im Rätikon bei Triesenberg. www.lama-alpaka.li

Hotels: Das Berggasthaus Sücka in Steg ist ein rustikales Familienhotel; ­weitere Hotels in Malbun: Gorfion, Turna, Alpenhotel, Jufa und Galina. In Triesenberg: Hotel Kulm. www.gorfion.li, www.turna.li, www.alpenhotel.li, www.jufa.eu/hotel/malbun, www.galina.li; //www.hotelkulm.li

Festivitäten: Am 23. Januar 2019 feiert das Fürstentum seinen 300. Geburtstag, www.300.li

Allgemeine Informationen: www.tourismus.li

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