Vom Drachental in die Bärenhöhle

Wunderliches und Wunderbares aus dem Ferienland Schweiz: Acht Tipps für sommerliche Familienausflüge.

Faszinierende Aussichten: Der Baumwipfelpfad in Mogelsberg Foto: Urs Bucher/«Tagblatt»

Faszinierende Aussichten: Der Baumwipfelpfad in Mogelsberg Foto: Urs Bucher/«Tagblatt»

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Flims GR: Kreuzfahrt auf dem Bächli

Wandern und Biken sind längst nicht alles, was eine Familie im Sommer in und um Flims erleben kann. Neben Klettern, Trottinettfahren oder Riverrafting gibt es noch eine weitere Attraktion: Das Conn-Bächli durch den Flimser Wald ist auch eine offizielle Kreuzfahrtroute. Nicht für grosse Dampfer, sondern für Schiffchen aus Baumrinde, die man selbst baut und im Bächlein fahren lässt. Vom Weg aus, der von Flims Waldhaus Richtung Conn führt, kann man die Fahrt verfolgen. An der Strecke befindet sich auch der Caumasee, einer der schönsten Badeseen der Schweiz. Eine gute Gelegenheit für die Kapitäne, mal eine Pause einzulegen.
www.flims.com

Mogelsberg SG: Über den Baumwipfeln

Wie ein Vogel durch die Bäume zu flattern, ist zwar auch auf dem ersten Baumwipfelpfad der Schweiz nicht möglich. Aber auf dem 500 Meter langen, wie eine Brio-Bahn gewundenen Weg bekommt man schon eine Ahnung, wie sich das Leben in bis zu 40 Meter Höhe anfühlt. Die neue Attraktion in Mogelsberg bietet neben dem Perspektivenwechsel im Wald auch viel Informatives. 40 Stationen in luftiger Höhe und auf dem Boden erklären Fauna und Flora. Ein Paradies für Familien, das mit Grillstellen und einem Spielplatz samt Balancierstämmen und Waldxylofon aufwartet.
www.baumwipfelpfad.ch

Monte Generoso TI: Fossilien und südliche Eisgruben

Seit 125 Jahren tuckert die Zahnradbahn von Capolago am Luganersee über eine Strecke von 9 Kilometern hinauf zum 1704 Meter hohen Gipfel des Monte Generoso. Oben thront seit letztem Jahr ein architektonisches Highlight: die «Fiore di Pietra» (Steinblume) des Tessiner Architekten Mario Botta. Im Karstgebiet gibt es nicht nur viele Fossilien zu finden, sondern auch Eisgruben (runde Steinbauten zum Kühlen von Essbarem) und zahlreiche Höhlen. Am Osthang des Berges befindet sich eine Bärenhöhle mit Spuren von über 800 Höhlenbären, die vor 60'000 Jahren in diesem Gebiet lebten. Mehrmals täglich werden Führungen angeboten.

Altdorf UR: Wilhelm Tell auf der Spur

Wer Schweizer Geschichte hautnah und abenteuerlich erleben will, macht sich am Urnersee auf die Spuren unseres Nationalhelden Wilhelm Tell. Ausgerüstet mit Spielplan, Tatort-Karten und Kommissar-Rucksack geht es los auf die Suche nach dem Täter. Über 15 Stationen hinweg erfährt man beim Geländespiel «Tatort Tell» die Geschichte des Freiheitskämpfers und spürt die Hauptschauplätze seines Wirkens in Altdorf, Bürglen und Sisikon auf. Die Lösungen der Rätselfragen sind an den einzelnen Stationen zu hören, zu fühlen, zu riechen oder zu sehen.

Weisstannen SG: Steinböcke im Welterbe

Nein, es war nicht in Graubünden, wo die ersten Steinböcke der Schweiz angesiedelt wurden, sondern im Weisstannental, und zwar anno 1911. Das von Sargans mit dem Postauto erreichbare Tal liegt mitten in der Tektonikarena Sardona. Die Region ist seit zehn Jahren Unesco-Weltnaturerbe und gilt als einzigartig. Nirgendwo sonst sieht man nämlich die Resultate der Vorgänge, die zur Gebirgsbildung geführt haben, so deutlich wie hier. Und mit etwas Glück beobachtet man auch Steinböcke. Wem dies versagt bleibt, begibt sich auf den Steinbock-Lehrpfad, der von der Erlenbrücke Weisstannen entlang des Wildbachs Seez bis zur Klosterbrücke führt. Nach der Rückkehr weiss man eine ganze Menge über die vierbeinigen Kletterer.
www.weisstannental.ch
www.heidiland.com

Beinwil am See AG: Zu Besuch bei den Feuerspeiern

Im Seetal sind die Drachen los. Überall begegnet man den Spuren der Feuerspeier. Etwa auf Schloss Heidegg, wo Drachenforscher Ambrosius Ferdinand Sigismund Maria von und zu Drachenfels lebt. Oder am Hallwilersee beim Drachenfelsen. Aber auch im neu gestalteten Garten der Jugendherberge in Beinwil am See, wo man auf der Spielwiese einen grossen Fussabdruck findet und sich ein Skelett versteckt, welches es auszugraben und zu erforschen gilt. Beim Projekt «Drachental» handelt es sich um ein neues Freizeitangebot am Hallwiler- und Baldeggersee. Es wurde auf Initiative von Seetaltourismus ins Leben gerufen.

Aletschgletscher VS: Katzenlöcher und ewiges Eis

Unglaubliche 27 Milliarden Tonnen wiegt das Eis des Grossen Aletschgletschers. Mit einer Fläche von 12'000 Fussballfeldern und einer Länge von 23 Kilometern ist er der grösste Gletscher der Alpen. Die ganze Region ist zusammen mit dem Aletschwald und der Jungfrau-Region seit 2001 Unesco-Weltnaturerbe. Dank vieler Luftseilbahnen bekommt man schöne Einblicke in den Zungenbereich, etwa von der Moosfluh, dem Bettmerhorn oder dem Eggishorn aus. Der mächtige Eisstrom ist begehbar. Die Aletscharena organisiert für Familien mit Kindern ab sechs Jahren geführte Touren: etwa vom Blausee via Biel zu den Katzenlöchern und zurück nach Bettmeralp.

Gletterens FR: Leben wie die Pfahlbauer

Wie entfacht man Feuer ohne Streichhölzer? Wie malt man ohne Farben? Wie stellt man das typische Flechtwerk der Häuser her? Und wie zielt man mit einem Speer? Im Pfahlbauerdorf Lacustre in Gletterens am Neuenburgersee, einem ehemaligen Standort eines Pfahlbauerdorfes aus der Zeit um 3000 vor Christus, taucht man in die Jungsteinzeit ein. Kleine und grosse Abenteurer erfahren hier in Workshops, wie die Menschen lebten, als es kaum Hilfsmittel gab und ständig Gefahr drohte. Wer will, kann bis Mitte September auch gleich in unmittelbarer Nähe des Pfahlbauerdorfes in einem Tipi oder einem steinzeitlichen Lederzelt übernachten.
www.village-lacustre.ch

(SonntagsZeitung)

Erstellt: 26.06.2018, 00:32 Uhr

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