Die neue amerikanische Welle

Die grösste Suite auf einem Cruiseliner und Kaviar zum Frühstück: Die Seven Seas Explorer ist eine Sinfonie in Luxus.

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Wer das Schiff erstmals betritt, reibt sich ungläubig die Augen: Zwei geschwungene Freitreppen mit kunstvollen Geländern und ein wuchtiger Kristallleuchter dominieren das Atrium. Blanker, streng gemusterter Carrara-Marmor durchbricht weiche Teppiche im Zebralook. Farblich perfekt kontrastieren schwarze Salontische und weisse Ledersessel mit dem dunklen Braun edler Hölzer. Moderne Gemälde, Skulpturen und farbenfrohe Dekoelemente aus Muranoglas ergänzen den orgiastischen Eindruck. Eine Sinfonie für die Augen. «Luxus, amerikanisch interpretiert», sagt ein Schweizer Passagier.

Frühstück hinten auf Deck 11 im La Veranda: Am ersten Morgen der Testreise von Rom nach Barcelona locken in der Auslage Kaviar und Champagner. Passend dazu der Blick vom Freilufttisch: In Monaco liegt das Schiff direkt im Hafen, in Saint-Tropez ankert es vor dem Städtchen. Es kann dank seiner Grösse auch kleinere Häfen abseits des Mainstreams besuchen und liegt von morgens um acht bis abends um sechs Uhr oder gar bis Mitternacht vor Ort. Viel Zeit und Musse also für Erkundigungen auf eigene Faust oder einen der vielen halboder ganztägigen Landausflüge.

Vermessen mit einer Bruttoregisterzahl (BRZ) von 55'200, gehört die Seven Seas Explorer zu den grössten Fünfsternschiffen. Maximal 750 Passagiere finden in den 375 Suiten Platz. «Wir bieten den Gästen aussergewöhnlich viel Raum», so der stolze Kommentar des französischen Kapitäns Stanislas De Lacombe. Die auf dem Schiff jederzeit fühl- und erlebbare Grosszügigkeit und ein stressfreies Reiseerlebnis bestätigen diese Aussage: Auch auf der voll ausgebuchten Fahrt mangelt es nirgends an freien Plätzen.

Gourmetküche geniessen

Das gilt auch für die dick gepolsterten Liegen am Pool auf Deck 11, die nach einem Lunch im Pool Grill allmählich belegt werden. Auf dem Joggingtrack herrscht in der prallen Sonne Ruhe, hinten auf dem Sportdeck wird Minigolf und Boccia gespielt. Als wahres Bijou entpuppt sich der achtern auf Deck 5 hinter dem Canyon Ranch Spa gelegene kleine Infinity Pool – so nah und direkt mit dem Meer verbunden fühlt man sich sonst selten auf einem Cruiseliner. Als Innovation gilt auch die neue Culinary Arts Kitchen, eine kurzweilige nachmittägliche Kochschule unter Leitung der Chefköchin Kathryn Kelly.

Der Abend rückt näher, die Gäste treffen sich in der Observation Lounge auf ein Glas Champagner und freuen sich auf das Dinner – ein wichtiger «Termin» im Tagesablauf. «Elegant casual» gilt auf der Explorer als Dresscode, das heisst, Anzug und Krawatte bleiben zu Hause. Die Küche in den fünf Restaurants entspricht Gourmet-Ansprüchen: Zu überzeugen wissen etwa die klassische Kombination Surf & Turf im GrillRestaurant Prime 7, die Komposition von Homard et Mousseline de Saint-Jacques im eleganten französischen Chartreuse und der hervorragende Miso Black Cos im asiatischen Pacific Rim.

Der allerletzte Schliff fehlt

Sehr zuvorkommend und persönlich agiert die internationale Servicecrew, darunter viele europäische und asiatische Fachkräfte. Die gute Arbeit lässt auf der Testreise darüber hinwegsehen, dass nach erst wenigen Wochen im Dienst der allerletzte Schliff und die perfekten Abläufe da und dort noch fehlen. «Gegen 80 Prozent der 400 Köpfe umfassenden Hotelcrew arbeiteten bereits zuvor auf einem unserer Schiffe, die übrigen Mitarbeitenden sind neu», erklärt General Manager Frank Galzy.

Insgesamt kümmern sich 553 Crewmitglieder um das Schiff und das Wohl der Gäste. Die Verhältniszahl von 1,3 (Passagier pro Crew) ist ein weiteres Luxusmerkmal der Explorer.

Nach dem Dinner strömen die Gäste ins Theater, andere besuchen das Casino oder gönnen sich einen Drink in einer der drei Lounges, wo Musiker zum Tanz einladen. In den eleganten Boutiquen herrscht Hochbetrieb, während sich Aficionados im Connoisseurs Club eine Zigarre präparieren. Viel länger als bis zur Geisterstunde dauert das Nachtleben selten. Noch kreuzen mehrheitlich amerikanische Gäste mittleren oder gesetzteren Alters mit Regent.

Suite mit begehbarem Schrank

Für die erholsame Nachtruhe stehen ausschliesslich Suiten mit Balkon zur Verfügung. Aufsehen erregt vor allem die extravagante Regent Suite, mit einer Fläche von 360 Quadratmetern (inkl. Balkon) die grösste Suite auf einem Cruiseliner. Aber auch in der kleinsten Suite (28 Quadratmeter inkl. Balkon) lässt es sich mit unterteiltem Schlaf- und Wohnbereich, begehbarem Kleiderschrank und Bad mit Dusche hervorragend reisen.

Der durchschnittliche Tagespreis ab 600 Franken pro Person relativiert sich durch das umfassende All-inclusive-Konzept, das Regent auszeichnet: Dieses beinhaltet nebst den meisten Getränken, allen SpezialitätenRestaurants, den Trinkgeldern und den Landausflügen neu auch WLAN und die Fluganreise. Wahrer Luxus hat seinen berechtigten Preis.


Regent Seven Seas Cruises: www.rssc.com, www.sevenseasexplorer.eu
Prioritätspartner in der Schweiz: Kuoni Reisen, www.kuoni.ch; MCCM Master Cruises, www.mccm.ch

Erstellt: 26.09.2016, 11:34 Uhr

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ch wenn die Werbung etwas anderes suggerieren möchte: Wahre Fünfstern-Kreuzfahrtschiffe gibt es nicht wie Sand am Meer.

Nur rund 20 Einheiten der weltweiten Cruise-Flotte von 300 Schiffen dürfen ohne Einschränkungen zum Top-Segment gezählt werden. Und es nimmt auch nicht jeden Tag ein neuer Luxusliner den Dienst auf. Der letzte Neubau vor der Seven Seas Explorer war vor vier Jahren die Europa 2 der deutschen Hapag-Lloyd Cruises.

Ganz anders sieht es für die nächsten vier Jahre aus: Bis 2020 sind gleich neun neue Edelschiffe angekündigt, einige davon eisverstärkt für Polarexpeditionen. Neue Dampfer erhalten die Reedereien Seabourn, Silversea, Crystal, Scenic und Hapag-Lloyd Cruises, und auch Regent Seven Seas hat ein Schwesterschiff für die neue Explorer bestellt. Der Cruise-Markt wächst weltweit rasant – entsprechend wächst auch die Zahl der Luxus-Reisenden, so die Rechnung der Reedereien.

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