Hanoi hat seinen Foto-Hotspot geschlossen

Die «Train Street» war das beliebteste Fotomotiv in der vietnamesischen Hauptstadt. Zum Leidwesen des lokalen Gewerbes wurde der Zugang gesperrt.

Soll künftig nur noch für Anwohner passierbar sein: die «Train Street» in Hanoi. Foto: Unsplash

Soll künftig nur noch für Anwohner passierbar sein: die «Train Street» in Hanoi. Foto: Unsplash

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Wer in den letzten Jahren auf Social-Media-Plattformern wie Instagram nach Motiven aus Vietnam suchte, dürfte zahlreichen spektakulären Fotos und Videos von der sogenannten «Train Street» in der Hauptstadt Hanoi begegnet sein. Die 1902 in Betrieb genommene Zugstrecke führt mitten durch ein Wohngebiet – der Abstand zwischen den Schienen und Hauswänden beträgt teilweise nur 1.5 Meter.

Unter Reisenden hat sich die «Train Street» deshalb zum Foto-Hotspot schlechthin entwickelt. Die Touristen bewegten sich gerne in unmittelbarer Nähe der Gleise, immer mit der Hoffnung, ein tolles Foto des nahenden Zuges schiessen zu können. Doch damit ist jetzt Schluss.

So nah konnte man dem Zug in der «Train Street» in Hanoi bis anhin kommen. Video: Free Two Roam

Nachdem das wachsende Touristen-Aufkommen zuletzt mehrmals fast zu Unfällen geführt hat, haben sich die vietnamesischen Behörden entschieden, die Sicherheit zu erhöhen. Deshalb wurde der Zugang zu den Gleisen des berühmten Eisenbahnkorridors im Zentrum der vietnamesischen Grossstadt kurzerhand gesperrt.

Der Unmut über die neuen Regeln ist gross – sowohl bei den Inhabern der kleinen Verpflegungsbetriebe, als auch bei den Touristen. Die Anwohner hatten in den vergangenen Jahren versucht, den Touristenansturm zu nutzen und errichteten Bars, Cafés und kleine Restaurants entlang den Eisenbahnschienen. Nun sind viele Existenzen bedroht. «Es gab hier noch nie einen bedauerlichen Unfall», äusserte sich beispielsweise Le Tuan Anh, der ein Café an den Gleisen betreibt, gegenüber dem «Guardian». «Im Vergleich zur Verkehrsdichte an anderen Stellen in der Stadt ist es hier viel sicherer», sagte er in Bezug auf Hanois chaotische, motorradgeplagte Strassen.

Auch die Touristen halten wenig von den neuen Sicherheitsmassnahmen: «Menschen aus aller Welt kommen nach Hanoi, nur um den Zug vorbeifahren zu sehen», sagte beispielsweise die britische Touristin Harriet Hayes. Es sei eine Schande, dass man jetzt abgewiesen werde.

www.travelnews.ch – das Newsportal für Reisen und Tourismus

Erstellt: 08.11.2019, 17:51 Uhr

Artikel zum Thema

Phänomenale Massen

Overtourism beschäftigt die Reisenden – und die Branche. Veranstalter versuchen deshalb, die Kundschaft an überlaufenen Sehenswürdigkeiten vorbeizuschleusen. Mehr...

Glückseligkeit und Verwünschungen

Mitten in den britischen Brexit-Wirren bleibt Oxford eine Insel der relativen Ruhe. Die Bräuche in der Universitätsstadt sind aber gewöhnungsbedürftig. Mehr...

10 sehenswerte Städte abseits der Touristen-Hotspots

Es muss nicht immer London oder Barcelona sein: Die schönsten Destinationen für einen Kurzurlaub in Europa. Mehr...

Die Redaktion auf Twitter

Stets informiert und aktuell. Folgen Sie uns auf dem Kurznachrichtendienst.

Weiterbildung

Lohncheck in Pflegeberufen

Qualifiziertes Pflegepersonal ist rar. Eine Pflegeinitiative setzt sich darum für höhere Löhne ein.

Kommentare

Blogs

Sweet Home Machen wir es uns doch einfach schöner!

Geldblog Zurich unterstreicht Wachstumsambitionen

Die Welt in Bildern

Fast wie auf der Titanic: Ein Liebespaar betrachtet die untergehende Sonne im untergehenden Venedig (17. November 2019).
(Bild: Luca Bruno) Mehr...