Im Revier der Löwen

Wie im Film «Out of Africa» treten in Kenias bekanntem Nationalpark Masai Mara Löwen als Hauptdarsteller auf. Eine abenteuerliche Fahrt durch die Wildnis der Savanne.

Unterwegs auf Safari in Kenia. Video: Barbara Reye und Kathrin Egolf.

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Eigentlich waren wir mit dem Geländewagen auf dem Weg durch die Weiten der Grassteppe, um am Mara River Krokodile und Flusspferde zu beobachten. Doch dann piepst das Funkgerät, und auf Channel 2 kommt die Nachricht: «Links neben dem Platz ‹50 Kilometer› sind zwei Löwen, die gerade einen Büffel fressen.» Vermutlich haben sie ihn bereits am frühen Morgen erbeutet. Guide Sammy Ocheng Akatch vom südafrikanischen Reiseveranstalter andBeyond sagt, dass man jetzt schnell sein müsse. Die Krokodile könnten warten und die Elefantenherde vor uns auch.

Die Masai Mara ist Kenias berühmtes Naturschutzgebiet, das vor mehr als 30 Jahren als Kulisse für die Schlussszene im Film «Out of Africa» diente: Zwei Löwen blickten darin von den Olololo-Bergen auf die Savanne. Nach einer halben Stunde Fahrt über die rote Sandpiste präsentiert sich der König der Tiere tatsächlich live. Mit seiner majestätisch aussehenden Mähne stolziert einer der beiden kurz zuvor übers Buschtelefon angekündigten Löwen zwei Meter neben uns, der andere liegt etwas weiter weg im hohen Gras. Ein unglaublicher Moment. Doch wo ist der Tatort? Wo jagten sie den Büffel?

Streit um die erlegte Beute

Mit dem Feldstecher entdeckt Akatch den Kadaver. Er holt vom Ranger des Parks die Genehmigung, direkt dorthinzufahren. «Asante ndugu yangu», bedankt er sich auf Swahili, stellt den Motor ab und wartet. Nach kurzer Zeit schleicht sich eine hungrige Hyäne heran, schaut sich immer wieder um und beginnt vorsichtig zu fressen. Auch ein Geier kreist jetzt über dem toten Büffel. Alles scheint sicher zu sein, kein Rivale weit und breit.

Doch dann, wie aus dem Nichts, taucht einer der zwei Löwen auf. Mit einem Satz springt er los und verscheucht die Hyäne. «Nur weil sie die Flucht mitten durch ein Wasserloch ergriff, erwischte er sie nicht», erklärt Akatch. Der Löwe habe gezeigt, wer der Stärkere sei und wem die Beute gehöre. Sein Gebrüll hallt noch kurz nach. Dann kehrt wieder Ruhe ein.

Die Situation bleibt unvergesslich. So nah am Geschehen. Und so klar die Hierarchie, wenn es ums Fressen geht. Die Masai Mara ist ein Hotspot der Artenvielfalt. Die Big Five – Löwe, Nashorn, Elefant, Büffel und Leopard – streifen durch das zur Serengeti gehörende Gebiet. Aber auch unzählige Zebras, Giraffen und vor allem Antilopen. Und am Fluss liegen auch noch die Krokodile träge im Sand, und die Hippos grunzen und prusten.

Mit einem Heissluftballon können Besucher über die Masai Mara und ihre faszinierende Tierwelt schweben. Foto: Mike Hill (Getty Images)

Am nächsten Morgen stehen wir an diesem Tag im Juni mitten im Dunkel der Nacht auf, um die atemberaubende Schönheit der Natur bei Sonnenaufgang zu bestaunen – und dies auch noch von oben. Am Startplatz des Heissluftballons surren bereits die elektrischen Ventilatoren und blasen Luft in die 30 Meter hohe Hülle, die langsam Gestalt annimmt.

Abheben und von oben staunen

«Gleich geht es los», sagt Shachar Gelbart von Skyship, der bereits im Korb steht und mit einem Gasbrenner nochmals kräftig einheizt. «Beim Take-off bitte sitzen und festhalten», erklärt er. Dann heben wir ab. Schweben über die riesige Grasfläche. Über die Akazien, den mäandrierenden Mara River und dessen Sumpfgebiete. Am Horizont geht die Sonne auf, während der Wind den Riesenball gen Süden treibt.

Am Boden sind jetzt ein paar Hippos zu sehen. Doch Gelbart hat die Bäume vor uns im Visier und heizt ein, um Höhe zu bekommen. Die Zeit vergeht wie im Flug. Denn nach 17 Kilometern Strecke muss er sich bereits für die Landung vorbereiten. Der Korb setzt etwas unsanft im nassen Gras auf. «Das war nur zum Bremsen», sagt Gelbart, der eine grandiose Punktlandung hinlegte. Genau dort, wo sein Team mit einem Champagner-Frühstück mitten in der Savanne wartet.

Die Reise wurde unterstützt von andBeyond und Karibu Safaris.

(Tages-Anzeiger)

Erstellt: 12.07.2018, 19:02 Uhr

Safari à la «Out of Africa»

Flug: Direktflüge ab/bis Zürichmit Swiss über Karibu Safaris, buchbar ab 950 Fr. unterwww.karibu-safaris.de
Reiseveranstalter: andBeyond bietet Safaris mit professionell ausgebildeten Guides im kenianischen Masai-Mara-Nationalpark an. Die neu renovierte Bateleur-Lodge steht unweit der Drehorte von «Out of Africa». Von den 18 luxuriösen Zelt-Suiten im romantischen Stil der 20er- und 30er-Jahre blickt man auf die atemberaubende Wildnis. www.andbeyond.com 
Reiseangebot: Fünf Tage Safari mit Übernachtung im Luxus-Camp inklusive Game-Drives, Transfers und Mahlzeiten über Karibu Safaris ab 3300 Fr. pro Person im Doppelzimmer. 
Beste Reisezeit: Grosse Tierwanderungen erlebt man von Juli bis Oktober. Weitere Informationen und Video auf der Website dieser Zeitung.

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