Unter dem Schutz der Moskito-Lady

Die Hotel-Ikone Amanpuri auf Phuket ist fast zu schön, um wahr zu sein. Vier Angestellte umsorgen einen Gast.

83 Stufen führen zum Traumstrand: Die Hotelanlage Amanpuri auf Phuket

83 Stufen führen zum Traumstrand: Die Hotelanlage Amanpuri auf Phuket

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Morgens um halb sieben verscheucht das erste Licht des aufziehenden Tages die Nacht vom Pansea Beach im Westen der thailändischen Ferieninsel Phuket. Augenblicke später ist die Szenerie bereits in sanftes Hellblau getaucht. Wären da nicht das Rauschen des Ozeans und ein frischer Luftzug, man könnte meinen, es habe sich jemand einen Spass erlaubt und dieses fast surreal schöne Postkartenmotiv auf eine heimlich installierte Leinwand projiziert. Das andere, das touristische Phuket scheint hier ganz weit weg. Dabei sind es bis ins nächste Dorf mit Wechselstube und Supermarkt zu Fuss keine 15 Minuten.

Wir befinden uns im Amanpuri, dem ersten von inzwischen 33 Resorts der ikonischen Aman-Gruppe. Auf dem Gelände einer ehemaligen Kokosplantage wollte Firmengründer Adrian Zecha vor über 30 Jahren eigentlich nur ein Ferienhaus errichten, entschied sich dann aber für den Bau eines Hotels. 1988 war die vom amerikanischen Architekten Ed Tuttle entworfene Anlage bereit für die Eröffnung – und somit feiert Aman dieses Jahr einen runden Geburtstag. Zehn Jahre später gab es bereits neun Amans.

Die 80 Pavillons und Villen des Amanpuri thronen hoch über dem Pansea Beach. Eine steile Rampe mit 83 Stufen führt vom Sandstrand auf ein Plateau, von dem die ganze Bucht überblickt wird. Empfang, Hauptpool und mehrere Restaurants finden sich hier. So zahlreich die Annehmlichkeiten der Hotelanlage auch sind, der grösste Vorzug bleibt bei Aman stets die Location. Aman-Junkies, so nennen sich die Stammgäste, können unmittelbar neben dem kaiserlichen Sommerpalast in Peking wohnen, in der Wüste von Utah oder in einem venezianischen Palazzo mit Garten am Canal Grande.

Zu Besuch auf dem Anwesen distinguierter Freunde

Während die meisten Amanpuri-Gäste noch schlafen, hat das Personal den Arbeitstag längst begonnen: die Köche, die thailändisches Omelett und laotische Hühnersuppe mit frischen Kräutern fürs Frühstück zubereiten, ebenso wie Kellnerinnen, Gärtner und Réceptionistinnen. Vier Angestellte kommen auf einen Gast. Sogar eine Moskito-Lady gibt es: Sie sorgt mit allerlei Zaubermittelchen dafür, dass sich die Biester von der ruhebedürftigen Klientel fernhalten. Wer an der Bar einen Drink nimmt oder in einem der fünf Restaurants isst, muss keine Rechnung unterschreiben. Das Aman-Personal kennt die Gäste schon mit Namen, noch ehe sie überhaupt angekommen sind. Man hat das Gefühl, nicht in einem Hotel zu sein, sondern zu Besuch auf dem Anwesen ebenso reicher wie distinguierter Freunde.

Die aus glänzendem Mahagoni gebauten Pavillons mit den spitzen Dächern sehen aus wie buddhistische Tempel, und tatsächlich sind sie auch Orte der Einkehr. Es kann durchaus passieren, dass man bis zum Ende des Aufenthalts nicht bemerkt, dass in den Unterkünften keine Fernseher stehen. Dafür gibt es ein kleines Kino gleich vis-à-vis des Hauptrestaurants. Aman überführt das Flair aus den goldenen Tagen des Grandhotels in die Gegenwart. Nicht Luxus ist das Markenzeichen der Kette, sondern Eleganz.

Wer ins Amanpuri kommt, lebt für die Dauer der Ferien mit der Natur. Mächtige Baumkronen überwölben die verschiedenen Häuser, hoch oben in den Ästen begegnen sich Vögel und Eichhörnchen, während in den Teichen bei Einbruch der Dunkelheit die Frösche quaken. Bis auf die privaten Rückzugsorte und den Wellnessbereich sind alle Gebäude offen. Für ein angenehmes Klima sorgen Deckenventilatoren und der leichte Wind, der über die Hügel der Hotelanlage streicht.

Medizinische Beratung inklusive

Gastgeber im Amanpuri – der Name bedeutet «friedvoller Ort» – ist der Schweizer Paul Linder, zuvor General Manager im Health Resort Chiva-Som in Hua Hin. Der Chef spricht Thailändisch und erfüllt der Kundschaft alle möglichen und unmöglichen Wünsche, vom Beach-Barbecue über die traditionelle siamesische Tanzvorführung bis zum Ritt auf einem Elefanten.

Derzeit treiben Linder und Spa-Direktorin Alison Stone die Weiterentwicklung des Wellnessangebots voran. Ganzheitlichkeit ist nicht nur die Vision des russischen Eigners Vladislav Doronin, sondern die Philosophie der gesamten Gruppe. Im Angebot sind massgeschneiderte Pakete mit medizinischer Beratung, Ernährungsplan, Massagen, Sport und Entspannungstechniken.

Der Spa, 2017 Gewinner des Condé Nast Traveller Award, umfasst sechs lichtdurchflutete Pavillons mit privatem Steam Room und Bad sowie einen Freiluft-Meditationsraum. Wer hier entspannt, wünscht sich, die Zeit möge stillstehen.Wie die Architektur braucht auch die Küche bei Aman keinen Firlefanz. Die Brigaden des Amanpuri setzen erstklassige Produkte bodenständig und feinsinnig in Szene. Highlight im gastronomischen Programm: das japanische Restaurant Nama, für dessen Sushi- und Sashimiplatten der Fisch zum Teil extra aus Tokio eingeflogen wird. Etwa Toro, der butterzarte, auf der Zunge schmelzende Thunfischbauch.Der einzige Haken an Ferien in einem Aman-Resort: Man ist versucht, am Abreisetag absichtlich zu verschlafen, um noch eine Nacht bleiben zu können.

Die Reise wurde unterstützt von Aman Resorts und Edelweiss (SonntagsZeitung)

Erstellt: 22.04.2018, 00:03 Uhr

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