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Abenteuer in den Tiroler Alpen

Serfaus-Fiss-Ladis bietet Kicks für die ganze Familie. Die Ferienregion hoch über dem Inntal trumpft mit Funparks, Rodelbahnen und Abenteuerwegen auf.

Mit Vollgas voraus! Serfaus setzt auf eine Rodelbahn. Foto: PD
Mit Vollgas voraus! Serfaus setzt auf eine Rodelbahn. Foto: PD

«Eine Flugzeugtür!», ruft die Siebenjährige. Tatsächlich. Da liegt ein Trümmerteil eines Sportflugzeugs neben dem Wanderweg. Ein Unglück mitten in dieser idyllischen Tiroler Bergwelt? Franca kramt im Rucksack, den sie vom Tourismusbüro in Serfaus gegen ein Depot von 30 Euro erhalten hat, und zieht einen Feldstecher, eine Lupe, einen Bleistift und die «Abenteuerzeitung» heraus.

«Spurlos verschwunden» titelt das Blatt und berichtet von Holzfällern, die einen Knall gehört haben. Laut Hüttenwirtin Maria E., einer anderen Augenzeugin, soll die Propellermaschine mit einer Rauchfahne hinter den Bäumen abgestürzt sein. «Was ist mit dem Piloten passiert?», fragt Franca. Die Detektivin in ihr ist erwacht. Während ihre jüngere Schwester Carla nach der Lupe greift, hängt sich Franca den Feldstecher um. Los gehts, den Fall lösen.

Abenteuer ohne Ende

Serfaus-Fiss-Ladis ist ein Abenteuerparadies. Erlebniswege wie der Sturzflug, der mystische Forscherpfad oder die Hexenwanderung sind da noch die harmlosesten Familienaktivitäten. Wer den Kick sucht, kann sich im Funpark auf der Mörseralm oberhalb von Fiss vom zehn Meter hohen Turm auf ein riesiges Luftkissen werfen oder an eine Deltasegler-­ähnliche Konstruktion gebunden in hoher Luft über die Bergwelt flitzen.

Die Kleinen graben sich durch den XXL-Sandkasten und sausen auf alten Pneus den Hang runter. Die Teenager schreien sich beim 360-Grad-Überschlag auf dem Skyswing die Schwerelosigkeit aus dem Körper. Und die Eltern? Die sinken, erschöpft vom alpinen Halligalli, auf einen Liegestuhl und tanken Energie für die Schussfahrt auf dem Rodelschlitten zurück ins Kinderhotel.

Dabei hat auch die Natur einiges zu bieten. Serfaus-Fiss-Ladis liegt auf einem sonnigen Hochplateau in 1200 bis 1400 Meter Höhe über dem oberen Tiroler Inntal. Die drei historischen Dörfer werden von imposanten Bergen der Samnaungruppe und der Ötztaler Alpen umrahmt. «Eine Ferienregion für Familien und Geniesser», schwärmt Alexandra Hangl, Marketingverantwortliche des regionalen Tourismusverbands. «Rund 500 Kilometer beschilderte Wanderwege und 200 Kilometer Biketrails gibt es für Aktivurlauber zu entdecken.»

Abenteuerberg und Piratenweg

In den Unterkünften dreht sich jedoch fast alles um die Kinder. «75 bis 80 Prozent der Gäste sind Familien», bestätigt Hangl. «In dem Bereich sind wir schon mehrfach prämiert worden.»

Video: Rodelbahn und andere Abenteuer in Serfaus-Fiss-Ladis

Die Siebenjährige interessiert sich nicht für solche Auszeichnungen. Sie möchte endlich wissen, was mit dem Piloten passiert ist. Oder war es eine Pilotin? Nach rund einer Stunde Marschzeit und fünf gefundenen Kisten mit Kunstschätzen (Diebesgut?) entdeckt Franca das Wrack des Kleinflugzeugs. Ohne zu zögern, steigt sie ins Cockpit, schaut sich um. «Ein Lippenstift!», ruft sie und folgert: «Es ist eine Pilotin!» Doch konnte sie sich retten?

«Die Abenteuerberge von Kinderbuchautor Thomas Brezina sind grossartig», sagt Hangl. «Die Kinder entdecken spielerisch die Natur, lösen Rätsel, haben Spass.» Ab diesem Sommer setzt Serfaus neu auf einen Piratenweg. Mit dem Smartphone geht die ganze Familie auf interaktive Schatzsuche.

Kuhfladentrampolin

Der Entdeckungstrieb lässt selbst Francas jüngere Schwester die Anstrengung vergessen. Die Dreijährige wandert ohne Murren. Den Fallschirm in den Bäumen erkennt sie jedoch nicht. Franca erklärt: «Die Pilotin konnte sich retten. Sie lebt!».

Nach knapp zwei Stunden ist der Fall gelöst, die Familie beim Speichersee auf der Alm Hög ob Serfaus angekommen. Dort wartet bereits das nächste Abenteuer: Der See lädt zum Hindernisparcours auf Flossen. Am Ufer wühlen Knirpse im aufgeschütteten Sand. Kinder machen Saltos auf einem – Achtung: Marketinggag! – Kuhfladentrampolin. Alles bis zum Windeleimer auf dem WC und dem Sonnenschirm am Strand ist perfekt organisiert. Alles ist ein bisschen viel.

Franca hüpft kurz auf diesem braunen Etwas. Dann möchte sie beim Tourismusbüro ihren Preis für den gelösten Fall abholen. Tags darauf regnet es. Die Familie könnte den neuen Indoorspielplatz besuchen. Durch die Gummilandschaft kriechen. Im Hotelbad die Dreierrutschbahn runterflitzen. Oder vielleicht einfach einmal nur ausspannen?

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