Auch die Super Constellation steht vor dem Grounding

Das «schönste Flugzeug der Welt» wird 2019 ein drittes Jahr im Hangar in Kloten bleiben.

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Die Enttäuschung ist riesig. Die Super Constellation, ein 1955 gebautes und seit 2004 von einem Verein getragenes Propellerflugzeug, kann 2019 doch nicht wie geplant wieder fliegen. Diese Nachricht trifft die Mitglieder der Super Constellation Flyers Association (SCFA) mit Sitz in Basel hart. Schon seit Frühling 2017 steht das «schönstes Passagierflugzeug der Aviatikgeschichte», wie es bezeichnet wird, im Hangar.

Die Zwangspause wurde notwendig, weil Rost am Mechanismus der 24 Landeklappen und Haarrisse an den Felgen entdeckt worden waren. 1,5 Millionen Franken sammelte der Verein für den Nachbau der Teile. Dass die Super Connie nicht schon im Herbst 2018 wieder in Lüfte ging, hatte mit den aufwendigen Tests und einem strengen Prüfverfahren des Bundesamts für Zivilluftfahrt (Bazl) zu tun.

Das Amt machte der SCFA klar, dass nur einem vollständig sanierten Oldtimer-Flugzeug wieder eine Flugbewilligung erteilt würde. Diese kompromisslose Haltung des Bazl ist nicht zuletzt nach dem Absturz eines anderen Schweizer Oldtimer-Flugzeugs mehr als verständlich. Im August starben beim Crash einer Ju 52 in den Bündner Bergen 20 Menschen.

Sanierung dauert vier Jahre

Ende Oktober hiess es, dass die SCFA Testflüge in der ersten Jahreshälfte 2019 plane. Nun ist auch dieses Vorhaben von einem herben Rückschlag im Hangar überholt. Vor Weihnachten wurden Absplitterungen am Vorderholm des rechten Flügels entdeckt. «Diese Absplitterungen sind Folgen der Nutzung und des Alters unserer Connie», heisst es im Brief an die SCFA-Supporter von Mitte Februar. «Es ist unausweichlich, dass wir beide Flügel komplett auseinandernehmen und allenfalls sanieren müssen.»

Noch schlimmer: Diesmal sprengt die Auswirkung des Schadens alle bisherigen zeitlichen wie finanziellen Dimensionen des Projekts, die einzige passagierflugtaugliche Super Connie auf der Welt zu erhalten. «Die komplette Sanierung der Flügel wird voraussichtlich vier Jahre dauern und rund 10 Millionen Franken kosten», schreibt Vereinspräsident Hans Breitenmoser. Mechanikerlöhne, Hangarmiete und Administration sowie einer Reserve für Unerwartetes eingerechnet «fehlen uns derzeit rund 15 bis 20 Millionen Franken in der Kasse.»

Drei Monate Frist

Der Vorstand der SCFA hat deshalb schon vier Szenarien ausgearbeitet. Sie reichen von Sanierung und Weiterbetrieb des Flugzeugs in der Zukunft über Verkauf bis zu verschenken, zerlegen, Teileverkauf oder Verschrottung. Eine ausserordentliche Mitgliederversammlung vor wenigen Tagen hat sich einstimmig für die vom Vorstand bevorzugte Herzblutvariante entschieden. Unter allen Umständen soll versucht werden, das Schweizer Connie-Projekt weiterzuführen.

Der Auftrag an den Vorstand ist allerdings zeitlich befristet. Die Aussicht auf eine gesicherte Finanzierung muss innerhalb von drei Monaten vorgelegt werden. Dazu sollen weltweite Spendenaufrufe, Sponsorensuche und auch ein Crowdfunding dienen. Ziel ist, dass der gesamte Betrag sichergestellt ist bevor mit der Sanierung begonnen wird. Es soll also kein Geld mehr vergeblich ausgegeben werden. Einen Abbruch der Arbeiten nach einem oder zwei Jahren bezeichnet der Vorstand als No-go.


Dieser Artikel wurde erstmals am 13. Februar in der Zürichsee-Zeitung publiziert.

Erstellt: 13.03.2019, 10:01 Uhr

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