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Auf den Terrassen des Tessins

Im Gegensatz zum Sommer, wo sich der Kletterer auf den heissen Steinplatten zuweilen wie ein Spiegelei vorkommt, ist der Winter im Südkanton die ideale Kletterzeit – die sechs besten Gebiete.

Die Kletterrouten im Gneis oberhalb von Russo sind eher anspruchsvoll. Bild: Severin Karrer
Die Kletterrouten im Gneis oberhalb von Russo sind eher anspruchsvoll. Bild: Severin Karrer

Im Onsernonetal ist flacher ­Boden Luxus. Das Strässchen windet sich, in den Hang gebaut, tief ins Tal. Die Dörfer haben klingende Namen: Auressio, Berzona, Mosogno, Russo. Man hat das Gefühl, am Ende der Welt ­angekommen zu sein, doch es ginge noch weiter.

Früher waren Landwirtschaft und Viehzucht hier gross, nach dem Zweiten Weltkrieg zogen die Menschen ab. Zwar herrscht keine Einsamkeit, doch man meint, ein Museum zu betreten. Typische Steinhäuser mit Holzterrassen versammeln sich zu Weilern, Schornsteine qualmen still, weit unten fliesst der Isorno, ganz oben leuchtet der wenige Schnee auf den Bergen. Es ist totenstill – das Onsernonetal wird beschrieben als «magisches Gleichgewicht zwischen Mensch und Natur». Verständlich, dass sich hier Denker wie Max Frisch und Alfred Andersch ansiedelten, im Ambiente friedlicher Abgeschiedenheit ihre Romane schrieben. In der Enge des Tals reflektierten sie die weite Welt.

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