Boom an Bord

Neue Schiffe, neue Routen und neue Themen: Wie Anbieter von Flusskreuzfahrten ein jüngeres Publikum anziehen. Fünf Branchentrends.

Von Berlin nach Prag: Neues Schaufelradschiff MS Elbe Princesse.

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Über 20 Prozent mehr Passagiere, so eine Studie der IG River Cruise, unternahmen 2015 eine Flussfahrt in Europa. Das weitaus grösste Wachstum steuerten die Gäste aus Nordamerika, Grossbritannien und Australien bei. In den vergangenen drei Jahren wurden insgesamt 80 neue Flussschiffe in Dienst genommen, die meisten von angelsächsischen Anbietern wie Avalon Waterways, Viking River Cruises, Ama Waterways, Scenic, Emerald, Tauck oder Uniworld. Namen, die in Europa kaum bekannt sind, den hiesigen Anbietern aber aufzeigen, welch grosses Potenzial die bequeme Flussreiseformel noch birgt. Die Kehrseite der Boom-Medaille: An gewissen Anlegestellen wird es ob der vielen Schiffe eng.

Schwimmende Boutique-Hotels

Neue Konzepte auf den Wasserwegen: Scenic sorgte als erster Anbieter mit Balkonkabinen für Aufsehen. Bis anhin waren French Balconies, raumhohe Panoramafenster mit Schiebetür, üblich. Die französische Croisieurope lanciert auf der Loire und der Elbe neuartige Schaufelraddampfer, die österreichische Lüftner Cruises setzt bereits die dritte Einheit ihrer eleganten Amadeus-Silver-Baureihe ein und auch die deutsche Arosa Flussschiff prüft den Ausbau der modernen Flotte. In Russland nahm der Schweizer Anbieter Mittelthurgau mit der total umgebauten Excellence Katharina bereits die achte Einheit der eigenen, erstklassigen Excellence-Linie in Dienst. Mitbewerber Thurgau Travel hat mit der Thurgau Ultra ein exklusives All-Suiten-Schiff übernommen. Der Trend: Flussschiffe legen das da und dort noch etwas verstaubte Image ab und präsentieren sich immer frischer und eleganter.

Entdeckungen abseits bekannter Wasserstrassen

Am meisten gefragt bleiben die klassischen Flussreisen auf Donau und Rhein, dazu auf Mosel, Main sowie den Wasserwegen in Holland. Etabliert haben sich zudem die Fahrten auf Rhone und Saône, auf dem Douro in Portugal oder die Touren zwischen Moskau und St. Petersburg. Doch es gibt auch Neuentdeckungen: Vermehrt in den Fokus gerät in Frankreich die Seine zwischen Paris und dem Kanal oder die Loire. Und klar im Aufschwung sind die vielfältigen Möglichkeiten auf den Flüssen und Kanälen in Norddeutschland zwischen Berlin, Hamburg, der Ostsee und Prag.

Vogelkunde und Weihnachtsmärkte

Viel zur steigenden Beliebtheit der Flussfahrten trägt die wachsende Palette der Themen- und Aktivitäten- Reisen bei. Ob Wandern, Golf oder Velo, Kulinarik, Wein oder Musik – die Anbieter lassen sich einiges einfallen, um auf gewissen Reisen Mehrwert zu bieten und ein jüngeres Publikum anzulocken. Interessant sind diesen Herbst zum Beispiel ornithologische Extratouren mit Mittelthurgau von Berlin nach Stralsund, eine Schiffsreise mit Velotouren in Flandern und Südholland mit Thurgau Travel oder das Riverboat Jazz Festival in Holland und Belgien mit Rivage Flussreisen. Ein Dauerbrenner: die Advents-Kurzreisen zu den beliebten Weihnachtsmärkten in Deutschland und entlang der Donau.

Buchen wird immer bequemer

Flussfahrtenkunden sind vielfach treue Stammkunden, die telefonisch beim Anbieter oder im Reisebüro buchen. Aber auch in diesem Business gewinnt das Internet an Bedeutung: Bei allen grossen Schweizer Anbietern wie Mittelthurgau, Thurgau Travel, Hotelplan oder Rivage kann über das Web gebucht oder Kontakt aufgenommen werden. Das gilt auch für einzelne Onlineportale, wo die Auswahl aber zuweilen zu wünschen übrig lässt. Noch nie war es so einfach, sich eine Auszeit auf dem Fluss zu gönnen.


Spezialisierte Schweizer Anbieter:
www.mittelthurgau.ch
www.thurgautravel.ch
www.rivage-flussreisen.ch
www.hotelplan.ch

Grosse europäische Reedereien:
www.a-rosa.de
www.lueftner-cruises.com
www.croisieurope.com

Erstellt: 24.06.2016, 20:30 Uhr

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