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Der britische Super-Pendler

Aus Liebe zur Schweiz ist James Wilson ständig unterwegs zwischen Wengen und Zürich. Der lange Arbeitsweg inspiriert ihn.

«In England kann man sich nicht auf die Bahn verlassen»: James Wilson fährt gerne Zug. Foto: PD
«In England kann man sich nicht auf die Bahn verlassen»: James Wilson fährt gerne Zug. Foto: PD

«Nein», sagt James Wilson, «ich bin nicht der verrückte Engländer. Ich fahre einfach gerne Zug und möchte meinen Wohnort Wengen nicht aufgeben.» Wilson liebt Schweizer Bahnen, wäre zu präzisieren, auch in England sass er täglich im Zug, von einem Vorort von York im Norden Englands zur Stadtmitte von London. «In meiner Heimat kann man sich aber nicht auf die Bahn verlassen. Statt drei dauerte die Reise schon mal sechs Stunden.»

Er nimmt das Umsteigen in Lauterbrunnen, Interlaken-Ost, Bern und Zürich HB gerne auf sich: «Die Schweizer Züge verkehren verlässlich; ich komme kaum je zu spät zu Sitzungen ins Büro in der Zürcher Binz.»

Der 42-jährige Brite arbeitet als Produkteentwickler bei Switzerland Travel Centre (STC) – dem grössten Anbieter von Schweiz-Reiseprogrammen und -Ferien. Switzerland Travel Centre ist eine Tochtergesellschaft von Schweiz Tourismus, Hotelleriesuisse und den SBB. Wilson war vor seinem Umzug sechs Jahre im Londoner Büro tätig.

Das Besondere suchen

Schon damals knüpfte er ein enges Kontaktnetz. Er reist häufig, auf der Suche nach den besten Orten und Geheimtipps, die er in besondere Erlebnispackages einbindet. Beispiel: eine Wanderung im Gebiet Adelboden-Kander­steg, Übernachtung im Berghotel und Mittagessen unter Einheimischen. «Diese Programme richten sich an Individualtouristen», sagt Wilson.

Die Herausforderung sei, die Angebote auf unterschiedliche Zielgruppen auszurichten – auf Asiaten und Europäer, Nordamerikaner und Araber. Kürzlich tourte der Schweiz-Enthusiast mit Reisebüroleuten aus Kuwait durchs Land: «Sie konnten sich an dem, was für uns selbstverständlich ist, kaum sattsehen – am Grün der Wiesen und Wälder und am Blau der Seen.»

«Für die Buben ist Wengen ein toller Abenteuerspielplatz.»

James Wilson über seinen Wohnort

Auf dem Arbeitsweg vom Fuss der Jungfrau an den Fuss des Uetlibergs lässt sich Wilson von der vorüberfliegenden Landschaft inspirieren. «Im Zug kommen mir die besten Ideen für Schweizer Ferienangebote», schmunzelt der Engländer, der vor zweieinhalb Jahren mit seiner Frau Emma, einer Produzentin von Hochzeitsfilmen, und den beiden Jungs Alfred und Edward nach Wengen gezogen war. «Wir fühlen uns wie in den Ferien. Für die Buben ist Wengen ein toller Abenteuerspielplatz.» Möglicherweise ist der Daddy doch ein wenig verrückt: Er scheint wild entschlossen, dem lokalen Trychler-Club beizutreten – als erster Engländer.

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