Lockerheit trotz Luxus

Wie sieht das Nobelhotel der Zukunft aus? Die Tschuggen Hotel Group hat ihre Antwort gegeben, mit dem Valsana in Arosa. Ein Augenschein nach der Eröffnung.

Spitzenhotel mit Klassenlager-Charme: Das neu eröffnete Valsana in Arosa. Foto: PD

Spitzenhotel mit Klassenlager-Charme: Das neu eröffnete Valsana in Arosa. Foto: PD

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Dass man sich dort ein wenig wie in einer Ferienwohnung fühlt, ist durchaus beabsichtigt. «Viele Gäste wünschen sich eine Alternative zum klassischen Fünfsternhaus. Dem versuchen wir zu entsprechen», sagt General Manager Renate Blaser. Konkret heisst das, dass fast alle Annehmlichkeiten verfügbar sind, sie einem aber nicht aufgedrängt werden. Und dass der Luxus ein betont dezenter ist. Statt auf Bling-Bling setzt das Valsana auf hochwertige Materialien, viel Platz und Liebenswürdigkeit.

Während in der Gastronomie das Casual Fine Dining längst Einzug gehalten hat, sind Hotels, die Lockerheit und Luxus verbinden, in der Schweiz noch immer eine Seltenheit. Und genau hier sieht die Familie Bechtolsheimer, die hinter der Tschuggen-Gruppe steht, die Lücke für das rundumerneuerte Haus. Die grosszügige Halle mit Cheminée und viel Holz soll darum nicht nur eine Begegnungsstätte für die Gäste sein, sondern eine Art Wohnzimmer für ganz Arosa. Schwellenangst braucht hier niemand zu haben.

Ganz schön mutig ist das Foodkonzept: Es gibt weder Bündnerteller noch Gerstensuppe, die Basis eines Essens bilden vegane Bowls, die sich nach Wunsch mit Fleisch oder Fisch ergänzen lassen. Sogar das French Dressing für den Salat und die Schoggimousse sind vegan. Doktrinär? Wohl eher fortschrittlich. Und kundenorientiert. «Die Erfahrungen in den anderen Betrieben der Gruppe zeigen, dass es ein grosses Bedürfnis nach veganen, gluten- oder laktosefreien Speisen gibt», erklärt Renate Blaser, die gleichwohl nicht ausschliessen will, auch einmal die für die Berge so typische Gerstensuppe anzubieten. Regionale Akzente will sie im kulinarischen Bereich aber eigentlich lieber durch die Zusammenarbeit mit Produzenten aus der näheren Umgebung setzen.

Wer mag, setzt sich im Restaurant an die lange Tafel – und kommt mit anderen Gästen ins Gespräch. Auch Film-Dinners sollen den Austausch fördern, der in den meisten Hotels mit der Abschaffung der Fernsehräume und der Ausstattung der Zimmer mit eigenen TV-Geräten einst abhandengekommen ist. Im luxuriösen Hotel-Betrieb darf es also schon mal ein wenig wie im Klassenlager zu- und hergehen.

Ein eigenes Bett für das Handy

In den gemütlichen Zimmern und Junior-Suiten mit grosszügigen Balkons fehlt es an nichts. In die Badezimmer mit Wanne und Regendusche fällt durch ein Rollo sogar Tageslicht. Von der Besitzerfamilie sorgsam zusammengestellte kleine Bibliotheken regen zum Lesen an, kleine Plattenspieler mit echtem Vinyl zum Musikhören. Neben dem Schreibtisch, in sicherem Abstand zum wunderbaren Bett, befindet sich ein Handybett mit Decke und Kissen wie aus einem Puppenhaus. Eine augenzwinkernde Einladung, das Smartphone während des Aufenthalts im Valsana oder zumindest während der Abend- und Nachtstunden ruhen zu lassen. Wer hierherkommt, soll – wie das Mobiltelefon – mit aufgeladenen Batterien wieder nach Hause gehen.

Die beste Ergänzung zum Digital Detox sind die vom renommierten Münchner R1 Sportsclub konzipierten Personal Trainings und Gruppenkurse, die Bewegung, Regeneration und Ernährung in Einklang bringen. Nach dem Yoga oder dem Besuch des mit modernsten Geräten ausgestatteten Gyms entspannt man die Muskeln im 800 Quadratmeter grossen Wellnessbereich mit wohlig warmem Pool und Saunawelt – oder man gönnt sich eine Pflegebehandlung, um bald auch so schön zu sein wie der Blick auf die verschneiten Alpen, die das unweit des Arosersees gelegene Hotel umgeben.

Valsana Hotel & Appartements
www.valsana.ch

(Tages-Anzeiger)

Erstellt: 20.12.2017, 20:21 Uhr

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