Mutterkühe und Flipflops

Von A wie Abstieg bis W wie Weg: So sind Sie beim Wandern sicher unterwegs.

Nicht zum Spassen aufgelegt: Mutterkuh mit Kalb. Foto: Keystone

Nicht zum Spassen aufgelegt: Mutterkuh mit Kalb. Foto: Keystone

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Abstieg, der: Kommt im Berufsleben wie auch im Fussball vor und ist da wie dort unerfreulich. Beim Wandern freuen sich viele nach einem anstrengenden Aufstieg auf den Abstieg. Der wird aber häufig unterschätzt. Er ist oft nicht weniger anstrengend. Und die Ursache für den höllischen Muskelkater am Tag danach. Viele Unfälle passieren nicht etwa auf dem Weg zum Gipfel, sondern beim Abstieg.

Bergschuh, der: Ein bunter Turnschuh mag für eine Plauschwanderung entlang des Rheins genügen, doch in die Berge gehts mit einem Wander- oder Bergschuh. Sie sorgen für Halt im Gelände und verbessern die Trittsicherheit. Zudem schützt und entlastet gutes Schuhwerk die Füsse.

Blockierung, die: Ein Phänomen, das eher psychischer Art ist, aber in der Unfallstatistik des Schweizer Alpen-Clubs als zweithäufigste Notfallsituation geführt wird. Es ist ein Weder-vor-noch-zurück-Können. Sei es aus Erschöpfung, Selbstüberschätzung, wegen Materialverlusts oder anderen Missgeschicken. Blockierung führt oft zu Rettungen von körperlich unversehrten Berggängern. Wie es danach mit ihrem Stolz ausschaut, ist eine andere Frage.

Flip-Flops, die: Darf man auf Wanderungen durchaus mitnehmen. Im Rucksack. Die leichten Treter kann man bei der Heim­reise anziehen. Aber vorher die Füsse waschen – die anderen Leute im Zug werden dankbar sein.

Herbst, der: Eine ideale Jahreszeit für Wanderungen. Es ist nicht mehr heiss, Wälder und Heidel­beersträuche werden farbenprächtig. Doch aufgepasst: In höheren Lagen kann bald einmal Schnee liegen. Und es kann sehr kalt werden – auch tagsüber. Kappe und Handschuhe gehören bei längeren Touren darum ins Gepäck.

Mutterkuh, die: Was im richtigen Leben gilt, gilt auch auf Kuhweiden: Halten Sie sich fern vom Rindvieh. Vor allem, wenn Mutter­kühe und ihre Kälber auf Wiesen weiden. Die Kühe können aggressiv werden, wenn sie meinen, man wolle ihrem Kalb etwas antun.

Nachtruhe, die: Wer wandern geht, soll das ausgeruht tun. So macht Wandern mehr Spass. Darum: am Vorabend zeitig ins Bett und gut schlafen. In den meisten SAC-Hütten gilt immer noch: Ab 22 Uhr ist Nachtruhe.

Rega, die: Wer öfters in den Bergen unterwegs ist, sollte Mitglied bei der Rega werden. Sie birgt verunglückte Wanderer und Bergsteiger mit dem Helikopter. Ihre Rettungs-App funktioniert auch noch, wenn das Smartphone nur noch minimen Empfang hat. Sie schickt die genauen Koordinaten des Unfallorts direkt der Rettungsorganisation, die Suche wird dadurch massiv einfacher.

Smartphone, das: Nützt beim Notfall in den Bergen oftmals nur noch, um ein Selfie zu machen. Doch versenden kann man dieses dann nicht. Denn häufig hat man selbst bei einfachen Wanderungen keinen Handyempfang mehr, sobald man sich von einer Ortschaft entfernt hat und in ein Tal einbiegt.

Sturz, der: Der schnelle Verwandte des Abstiegs. Er sollte im Gegensatz dazu aber unbedingt vermieden werden. Selbst in einfachem Gelände kann ein Sturz fatale Folgen haben und Verletzungen verursachen, oft enden Stürze tödlich. Die Ursachen sind vielfältig: Übermüdung, Selbstüberschätzung – oder ganz einfaches Stolpern.

Wanderstock, der: Wander­stöcke können beim Aufstieg und beim Abstieg hilfreich sein: Beim Aufstieg entlasten sie die Muskulatur, beim Abstieg die Knie. Doch ab und zu gehören sie weggepackt, sonst verliert man das Gleich­gewichtsgefühl und somit die Trittsicherheit. In heiklen Passagen können Stöcke gar hinderlich sein und damit gefährlich werden.

Wanderweg, der: Geübte Berggänger suchen sich ihre Wege in der Abgeschiedenheit selbst. Für alle anderen gibt es drei Kategorien von Wegen. Einfache Wanderwege sind gelb markiert, Bergwanderwege in teils unwegsamem und steilem Gelände weiss-rot. Alpine Wanderungen mit blau-weisser Markierung führen teils über Gletscher und in Felsen mit kurzen Kletterstellen. Hier brauchts Erfahrung und die richtige Ausrüstung. (SonntagsZeitung)

Erstellt: 08.09.2017, 13:25 Uhr

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