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Acht Winterwanderungen über dem Nebel

Versinkt das Mittelland im trüben Grau, ist es Zeit für einen Ausflug in die Höhe – die schönsten Touren.

Wattiges Wolkenmeer: Vom Niederhorn aus erheben sich Eiger, Mönch (direkt unter der Sonne) und Jungfrau. Foto: Leander Wenger
Wattiges Wolkenmeer: Vom Niederhorn aus erheben sich Eiger, Mönch (direkt unter der Sonne) und Jungfrau. Foto: Leander Wenger
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Die acht Winterwanderungen

1 Beatenberg BE2 Zermatt VS3 Sattel-Hochstuckli SZ4 Riederalp VS5 Gurnigel BE6 Prättigau GR7 Braunwald GL8 Mythenregion SZ

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1 Beatenberg

Berner Oberland

Für Landschaftsgeniesser: Vom Niederhorn nach Waldegg hinunter

Atemberaubend: Die Sicht vom Niederhorn auf das dunkle Türkis des Thunersees und den Niesen (rechts). Foto: Leander Wenger

Mit der Gruppenumlaufbahn geht es von Beatenberg bequem hinauf zum Niederhorn, einem der Hausberge des Thunersees. Die Wanderung führt auf gut präparierten Wegen zunächst dem Grat entlang zum Burgfeld. Überanstrengen muss man sich dabei nicht und bekommt doch enorm viel Panorama auf das Justistal zur einen Seite und auf die Berner Alpen mit Eiger, Mönch und Jungfrau zur anderen Seite serviert. Auch der weitere Verlauf dieser einzigartigen Tour bietet – wenn auch mit teilweise recht steilen Streckenabschnitten abwärts – puren Landschaftsgenuss.

Route

Vom Niederhorn (1948 m) den Grat entlang zum Burgfeld und weiter zu den im Sommer bewirtschafteten Alphütten in Oberburgfeld (1838 m) und Chüematte (1692 m). Danach geht es über die Bergstation des Skilifts Hohwald und durch den verschneiten Wald Richtung Beatenberg hinunter, mit überraschenden Ausblicken auf den Thunersee und den Niesen. Von der Bushaltestelle Waldegg (1200 m) fährt man abschliessend mit dem Postauto zur Talstation der Niederhornbahn oder nach Interlaken.

Gehzeit

4 Stunden. Distanz: 10 km (140 m aufwärts, 880 m abwärts)

Einkehren

Bei der Talstation des Skilifts Hohwald bietet die Hohwald-Hütte heimeliges Ambiente. Man wünscht den neuen Pächtern Fred Tschabold und Dominique Zumbrunn eine gute erste Saison. Im Restaurant des schmucken Zwei-Sterne-Hotels Beausite nahe der Bushaltestelle Waldegg wird zünftig, aber liebevoll gekocht. Spezialität: Entrecôte mit Kräuterbutter und Pommes frites.

Alphütte Hohwald, 079 659 96 53www.skilift-hohwald.ch/ de/alphuette

Hotel Beausite, 033 841 19 41www.hotel-beausite.ch

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2 Zermatt

Wallis

Für Familienwanderer: Von Blauherd auf die Fluhalp und wieder zurück

Besonders sonnige Wanderung: Die Tour mit ständigem Blick aufs Matterhorn führt auf dem Hin- und Rückweg am Stellisee vorbei. Foto: Pocha/Burwitz

Diese familienfreundliche, leichte Wanderung kennt man schon, ohne je dagewesen zu sein – aus Dutzenden von Kalender- und Werbefotos mit der idealen Perspektive aufs Matterhorn. Landschaftlich eindrücklicher geht es für Genusswanderer kaum, zudem gibt es nur wenige Höhenmeter zu bewältigen, und am Ziel wird man mit einer der schönsten Hütten Zermatts belohnt. Der Winterzauber im Bergrestaurant Fluhalp besteht nicht nur im Alpenerlebnis an einer Lage mit Seltenheitswert, sondern auch im internationalen Gästemix auf der Terrasse. Auf dem sonnigen Wanderweg finden sich Infotafeln zum Thema «Das Überleben der Tiere im Winter».

Route

Von der Station Blauherd (2577 m) vorbei am Stellisee (2538 m) zum Bergrestaurant Fluhalp (2615 m). Zurück nach Blauherd geht es auf dem gleichen Weg. Start und Zielort: Blauherd ist von Zermatt aus mit der Standseilbahn nach Sunnegga und von dort mit der Kombibahn (Gondel und Sessel) erreichbar.

Gehzeit

1½ Stunden. Distanz: 4 km (180 m aufwärts, 180 m abwärts)

Einkehren

Im Bergrestaurant Fluhalp: Von der Sonnenterrasse des historischen Berggasthauses mit der wettergegerbten Holzfassade und den roten Fensterläden zeigt sich Zermatt von seiner Sonnenseite und mit Hammerblick auf den Berg der Berge. Es geht sehr lebhaft zu, im Februar und März oftmals auch mit Livemusik. Aus der Küche kommen Käse- und Trockenfleischplatten, Pastaund Röstivariationen, Fondue und Raclette, Lamm mit Kartoffelgratin, hausgemachte Früchte- und Schoggikuchen. Wer nicht reserviert, kommt vermutlich umsonst.

Bergrestaurant Fluhalp, 027 967 25 97www.fluhalp-zermatt.ch

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3 Sattel-Hochstuckli

Zentralschweiz

Für Skywalker: Panorama-Rundweg um den Engelstock

Auf Papis Schultern: So geht Winterwandern um den Engelstock wie von selbst. Foto: Dolores Rupa (Switzerland Tourism)

Zur Einstimmung in die anmutige Landschaft am Hochstuckli drehen sich die Achter-Gondeln während der achtminütigen Fahrt von Sattel nach Mostelberg zweimal um die eigene Achse. Oben angekommen, lockt der leichte Rundweg um den Engelstock, mit weiten Ausblicken auf Rigi und Pilatus, die Mythen und den Fronalpstock – und mit einem Höhepunkt zum Schluss: Die Hängebrücke «Skywalk», die auf 374 Meter Länge und 58 Meter Höhe das Lauitobel überquert, bringt auch Kinder zum Wandern. Liegt genug Schnee, lässt sich der Tagesausflug mit einer Schlittelfahrt hinunter nach Sattel abschliessen.

Route

Ab der Bergstation Mostelberg (1179 m) über Engelstockweid (1150 m), Mostelegg (1265 m) und Herrenboden (1183 m) zurück nach Mostelberg.

Gehzeit

1¾ Stunden. Distanz: 5,4 km (220 m aufwärts, 220 m abwärts)

Einkehren

Im Berggasthaus Herrenboden: Es gibt nichts Aufgeregtes, Exaltiertes, Protziges im Berggasthaus Herrenboden – nur heitere Gelassenheit und kulinarische Bodenständigkeit in verlässlicher Qualität. In der urchigen Gaststube und auf der Terrasse werden den ganzen Tag Älplermagronen, Käsefondue, Forellen aus heimischen Gewässern, Apfelstrudel oder Cremeschnitten serviert. Aufschriften auf alten Emailletafeln und Holzbrettern regen zum Schmunzeln an: «Kein Kuchen ist auch keine Lösung» oder «Dem Menschen sei die Zeit heilig – nur der Verrückte hat es eilig.»

Berggasthaus Herrenboden, 041 835 12 88www.herrenboden.ch

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4 Riederalp

Wallis

Für Welterbe-Entdecker: Von der Moosfluh über die Riederfurka nach Riederalp

Aussichtsreich: Auf der Wanderung überblickt man von der Moosfluh das Naturwunder des Aletschgletschers. Foto: Samuel Trümpy

Imposante Bergketten, urige Täler, das grösste zusammenhängende vergletscherte Gebiet der Alpen – für die Unesco war klar: Dies ist ein Welterbe von universalem Wert. Buchstäblich am Tor zu diesem Naturwunder führt diese vielleicht spektakulärste Genusswanderung der Schweiz vorbei, und zwar von der Moosfluh den Bergkamm entlang in westlicher Richtung zum Aussichtspunkt Hohfluh und weiter nach Riederfurka. Zur einen Seite den Grossen Aletschgletscher zu seinen Füssen zu haben und zur anderen die Walliser Viertausender im Blick, ist ein unvergessliches Naturerlebnis.

Route

Ab Riederalp (1909 m) mit der Gletscherbahn Moosfluh bis zur Bergstation (2332 m). Von der Moosfluh via Breitebode, Härdernagrat und Bergstation Sesselbahn Hohfluh nach Riederfurka (2065 m). Auf der letzten Etappe führt der Weg gemächlich bergab auf die Riederalp. Der autofreie Walliser Ferienort ist nur per Luftseilbahn ab Mörel zu erreichen. Die Tour ist relativ leicht, aber anstrengender als im Sommer.

Gehzeit

2½ Stunden. Distanz: 5 km (60 m aufwärts, 480 m abwärts)

Einkehren

auf der Selfservice-Terrasse Riederfurka oder im Berghaus Toni im Dorf: Die Terrasse auf der Riederfurka – die einzige Einkehrmöglichkeit im Verlauf des Wanderwegs – bietet grosses Landschaftskino, wird derzeit aber nur als Selfservice-Lokal betrieben. Das dazugehörige Berghotel und -restaurant steht zum Verkauf. Wenige Schritte oberhalb liegt die markante Villa Cassel, die im Winter jedoch geschlossen ist.

Wer nett bedient werden und eine solide zubereitete Bergküche aus regionalen Produkten geniessen will, findet im Berghaus Toni unten im Dorf ein gutes Anlaufziel.

Selfservice Riederfurkawww.artfurrer.ch/de/ berghotel-riederfurka

Berghaus Toni, 027 927 16 56www.berghaus-toni.com

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5 Gurnigel

Berner Oberland

Für Bewegungshungrige: Rundweg am Selibüel

Spass für die ganze Familie: Winterwanderung am Gurnigel vor der Kulisse der Gantrischkette. Foto: Prättigau Tourismus

Der Gurnigel vor den Toren der Stadt Bern ist ein Naturparadies für stille Geniesser. Schickimicki und Halligalli sind hier nicht zu finden, herunterbretternde Skifahrer nicht zu befürchten, denn das Gebiet mit wunderschönem Panorama auf die Gantrischkette ist vor allem Winterwanderland. Es ist nichts da, worüber man sich ärgern kann. Selbst schlechteres Wetter hält Bewegungshungrige nicht davon ab, Spuren im Schnee zu hinterlassen und genügend Kalorien zu verbrennen, um es sich in einem der beiden Berggasthäuser schmecken zu lassen.

Route

Start und Ziel dieser kurzen, auch für Kinder idealen Rundwanderung ist das Berghaus Gurnigel (1601 m). Der Weg startet in südwestlicher Richtung und führt am Selibühl-Hügel vorbei zur Wasserscheidi (1583 m) hinunter. Die Gipfel der Felsbastionen Nünenenflue und Gantrisch hat man stets vor Augen, sofern keine verschneite Tanne im Blickfeld steht. Von der Wasserscheidi gelangt man über eine Gegensteigung östlich der Passstrasse zurück zum Berghaus Gurnigel und schaut an nebelfreien Tagen auf den Thunersee.

Gehzeit

1¼ Stunden. Distanz: 3 km (160 m aufwärts, 160 m abwärts)

Einkehren

Im Berghaus Gurnigel stehen regionale Qualitätsprodukte, Hausgemachtes und eine nachhaltige Betriebsführung im Mittelpunkt.

Wer eine kleine Alphütte sucht, peilt das hundertjährige, ebenfalls traumhaft gelegene Berggasthaus Selibühl auf halber Strecke oberhalb des Wanderwegs an – es hat nur wochenends geöffnet.

Berghaus Gurnigel, 031 809 04 30www.gurnigel-berghaus.ch

Berggasthaus Selibühl, 079 120 40 16www.selibuehl.ch

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6 Prättigau

Graubünden

Für Rössli-Liebhaber: Von St. Antönien nach Pany

Von der Bodähütte nach Pany: Pferdeschleipffahrt auf einem gepolsterten Baumstamm. Foto: Christof Sonderegger

Knirsch, knirsch – das Prättigau ist eines der friedlichsten Gebiete für Streifzüge durchs lautlose Weiss. Der Klassiker unter den Winterrouten verbindet die beiden Walserdörfer St. Antönien und Pany, die beide im Stundentakt mit dem Postauto von und nach Küblis bequem zu erreichen sind. Auf halber Strecke der mittelschweren Wanderung, im Maiensässdörfchen Boden, lockt die urchige Bodähütte zur Einkehr an herrlicher Aussichtslage.

Route

Pinkfarbene Wegweiser zeigen an, wo es langgeht: Von St. Antönien (1422 m) zunächst recht steil bergwärts, dann im leichten Auf und Ab entlang der sonnigen Hochebene zu Füssen des Chrüz-Gipfels in südwestlicher Richtung zum Capöllerbüel (1760 m) und schliesslich durch lichten Wald und auf aussichtsreichen Pfaden hinunter nach Pany (1331 m).

Gehzeit

3¼ Stunden. Distanz: 9 km (320 m aufwärts, 420 m abwärts)

Einkehren

Kennen Sie das Gefühl, in ein Bergbeizli zu kommen und sofort ein gutes Gefühl zu haben? Die Bodähütte, ein authentisches Maiensäss aus verwittertem Holz, ist so ein Ort, der seine Gäste unkompliziert empfängt. Die langjährigen Gastgeber Dorli und Hans Roffler servieren Gerstensuppe, Käsefondue und das beliebte «Bodäplättli» mit Alpkäse, Salsiz, Speck und Mostbröckli vom eigenen Bauernbetrieb. Die Hütte ist auch Startpunkt des Schlittelwegs hinunter nach Ronggaletz oberhalb Pany, und von hier aus lässt sich eine «Pferdeschleipffahrt» mit Pferd und Baumstamm nach Pany hinunter unternehmen (mit vorheriger Anmeldung über die Bodähütte).

Bodähütte Pany, 076 593 88 92

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7 Braunwald

Ostschweiz

Für Rundwanderer: Vom Grotzenbüel über Seblengrat, Gumen und Bruwaldalp zurück zum Grotzenbüel

Anspruchsvolle Wanderung: Unterwegs zum Ortstockhaus wird man mit einer märchenhaften Kulisse aus verschneiten Wipfeln, Gipfeln und Graten belohnt. Foto: Remo Inderbitzin

Das auf einer Sonnenterrasse gelegene Braunwald betört durch die erhabene Gebirgsarena mit Ortstock und Tödi. In den maximalen Genuss dieser Szenerie kommt man auf der gut dreistündigen Rundwanderung, die im Grotzenbüel beginnt und endet. Eine Stärkung am Wegrand versprechen die Berggasthäuser Seblengrat und Gumen (bei den jeweils gleichnamigen Bergstationen des Sessellifts respektive der Kombibahn gelegen, nach etwa 1½ Stunden Wegstrecke), doch lohnt es sich, weiterzuwandern bis zum architektonisch bemerkenswerten Ortstockhaus mit der schönsten Terrasse weit und breit.

Route

Von der Bergstation Grotzenbüel (1559 m) geht es über den Aussichtspunkt Chnügrat und den Seblengrat entlang bergwärts zum Seblen (1888 m). Dort führt eine Eisgalerie durch den dicken Fels – die einzige Verbindung in Richtung Gumen (1901 m), den man nach einem weiteren kleinen Aufstieg erreicht. Nach diesem höchsten Punkt der mittelschweren, nur mit guten Schuhen begehbaren Wanderung geht es abwärts, zunächst zur Bruwaldalp und mit einem kurzen Schlenker zum Berggasthaus Ortstockhaus (1772 m). Von dort gelangt man via Skiweg und präparierte Wege zurück zum Grotzenbüel.

Gehzeit

3¼ Stunden. Distanz: 8 km (460 m aufwärts, 460 m abwärts)

Einkehren

Das Ortstockhaus von 1931, ein wichtiger Zeuge des «neuen Bauens» im Glarnerland, verfügt über eine Sonnenterrasse, auf der man einen Nachmittag lang gemütlich sitzen bleiben kann. Wer gar nicht mehr wegwill, übernachtet in einem der einfachen Gästezimmer.

Ortstockhaus, 055 533 59 31www.ortstockhaus.ch

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8 Mythenregion

Zentralschweiz

Für Naturliebhaber: Rundweg Ibergeregg

Zwischen weisser Pracht und Sonnenstrahlen: Entschleunigung in der prickelnd frischen Bergluft der Innerschweiz. Foto: Jürg Morgenegg

Naturliebhabern, die dem Lärm der Welt und dem Rummel grosser Skiorte entkommen wollen, sei ein Ausflugstag in die Innerschweizer Bergwelt empfohlen, genauer auf das Hochplateau der Ibergeregg zwischen Mythen, Stoos und Hoch-Ybrig. Zwar lässt sich das Kreuzen einer Skipiste oder die gelegentliche Doppelnutzung durch Skifahrer und Wanderer nicht vermeiden, doch angesichts des entschleunigten Flairs dieser landschaftlich reizvollen Region braucht der Fussgänger nicht gleich um sein Leben zu fürchten: Er kann gelassen eines der vielen Bergbeizli anpeilen.

Route

Von Illgau mit der Luftseilbahn zur Bergstation St. Karl (1180 m). Von dort aufsteigend über Nadelwälder via Eseltritt zur Ibergeregg (1358 m), dann absteigend über Grossenboden und Gründel (1117 m) zurück zum Ausgangspunkt St. Karl.

Gehzeit

2½ Stunden. Distanz: 6 km (380 m aufwärts, 380 m abwärts)

Einkehren

Ein kurzer Schlenker zur Sonnenhütte mit der windgeschützten Sonnenterrasse lohnt sich.

Bergbeizli Sonnenhütte, 079 201 04 04www.sonnenhuette.ch

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(Schweizer Familie)

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