Schlechte Nachrichten fürs Wallis

Powdair wollte britische Ski-Touristen nach Sitten fliegen. Nun fehlt der Airline das Geld.

Zeichnung eines Powdair-Jets: so hätte er aussehen sollen. Foto: Powdair

Zeichnung eines Powdair-Jets: so hätte er aussehen sollen. Foto: Powdair

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Mit einem verzweifelten Aufruf versuchte Powdair vergangene Woche zu retten, was noch zu retten ist. Die virtuelle Fluglinie mit rechtlichem Sitz in Irland, Management in Grossbritannien und geplanter Basis in Sitten suchte verzweifelt Investoren, nachdem ihr anonymer Hauptgeldgeber angeblich kurzfristig abgesprungen war. Bis zum 1. Dezember wollte sie mindestens eine Million Pfund zum Start des Flugbetriebes auftreiben.

Es reichte nicht. Man habe zwar vielversprechende Gespräche mit mehreren Interessenten geführt, schreibt Powdair in einer Pressemitteilung vom Montag (4. Dezember). Doch die genaue Prüfung der Bücher und Pläne durch die potenziellen neuen Aktionäre dauere mindestens einen Monat. Daher bläst die Fluglinie ihren Start ab, der für den 11. Dezember geplant war. Sie will es 2018 nochmals versuchen.

Flüge zwischen Grossbritannien und Sitten

Die neue Fluggesellschaft wollte im Winter Skitouristen aus Grossbritannien nach Sitten fliegen. Von dort aus sind Ferienorte wie Zermatt in rund einer Stunde zu erreichen. Gegenüber der Anreise via Genf sparen die Passagiere rund zwei Stunden.

Doch schon in den vergangenen Monaten zeichnete sich ab, dass das Ganze kein so einfaches Unterfangen werden dürfte wie angekündigt. Nachdem die Fluglinie zunächst vorgehabt hatte, zwischen Sitten und Zürich zu fliegen, wurden die im September gross angekündigten 21 wöchentlichen Flüge nur einen Monat später still und leise wieder aus dem Verkauf genommen.

Wichtiger Partner abgesprungen

Kurz danach verlor die Fluggesellschaft dann auch noch einen wichtigen Partner. Eigentlich hatte Darwin Airline der Partner von Powdair für die neuen Strecken von Sitten nach London City und Zürich sein sollen. Doch dann überlegte es sich die Fluggesellschaft anders. «Wir können bestätigen, dass wird die Kooperation mit Powdair beendet haben und keine Flüge für Powdair durchführen werden», so Verkaufs- und Vertriebschef Christian Schneider ebenfalls im Oktober.

Eine Kooperation wäre allerdings ohnehin im Desaster geendet: Vergangene Woche meldete Darwin Airline beim Richter Insolvenz an. Einen Tag später entzog die schweizerische Aufsichtsbehörde Bundesamt für Zivilluftfahrt Bazl der Regionalfluggesellschaft die Betriebserlaubnis. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 04.12.2017, 10:32 Uhr

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