Näher am Wasser

Hamburgs Tourismus boomt. Schweizer lieben das Maritime und die Musicals.

Blick auf die Landungsbrücken: Hamburg hat das Wasser wiederentdeckt. Foto: Jörg Modrow

Blick auf die Landungsbrücken: Hamburg hat das Wasser wiederentdeckt. Foto: Jörg Modrow

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Hamburg liegt seit einigen Jahren wieder erkennbar für alle am Wasser. Es gab eine Zeit, da hat die Stadt sich weggedreht von der Elbe, als die Gegend am Fluss noch ein reines Industrieareal war, dessen Bedeutung für die Wirtschaft aber zunehmend geringer wurde. Seit der Jahrtausendwende jedoch hat Hamburg sich massiv entwickelt, vor allem im Bereich der Hafencity. «Die Stadt wacht auf», sagt Sascha Albertsen, der Sprecher von Hamburg Tourismus, sie erfinde sich neu. Denn Hamburg hat sich wieder nach dem Wasser ausgerichtet, vom Hauptbahnhof bis hinaus nach Oevelgönne elbabwärts, etwa durch neue Uferpromenaden, den Ausbau der Kreuzfahrtterminals und natürlich den Bau der Elbphilharmonie.

Seither ist Hamburg für Touristen deutlich attraktiver. Man sieht es an den Zahlen: 2006 gab es bereits 7,4 Millionen Übernachtungen in der Stadt, 2011 waren es 10,6 Millionen und im vergangenen Jahr 13,3 Millionen – rund 60 Prozent davon Touristen. Bis zur Jahrtausendwende dominierten klar die Geschäftsreisenden. Hamburg liegt damit hinter Berlin und München an dritter Stelle unter den deutschen Städten.

Der Blick nach Barcelona

«Wir holen eine Entwicklung auf», sagt Albertsen. Städtetourismus boomt ohnehin, davon profitiert auch die Hansestadt. Wichtig sei es, qualitativ hochwertige Angebote zu machen. Und auch die Bedürfnisse der Einheimischen zu berücksichtigen. In Hamburg beobachtet man sehr genau, wohin die Entwicklung etwa einer Stadt wie Barcelona geführt hat, wo auch alles damit begonnen hat, dass die Stadt sich wieder auf ihre Lage am Wasser besonnen hatte.

Drei Viertel der Besucher Hamburgs sind Gäste aus Deutschland – ein hoher Wert, doch steigt der Anteil ausländischer Gäste. Wo immer man in Hamburg oder am Hafen unterwegs ist: Man hört Schweizerdeutsch. Die Eidgenossen lieben das maritime Flair – und die Musicals.

Hamburgs Elbphilharmonie

«König der Löwen» und Konsorten verzeichnen pro Jahr mehr als zwei Millionen Besucher, die oft auch in Hamburg übernachten. Wovon Hotels kaum profitieren, sind die 700'000 Kreuzfahrtgäste, die hier an oder von Bord gehen. Diese Klientel will Albertsen stärker umwerben, damit mehr Passagiere die Anreise nach Hamburg mit einem Aufenthalt verbinden. Auch nach China streckt Hamburg Fühler aus, gemeinsam mit Berlin und Kopenhagen, um Chinesen für den Norden zu begeistern.

(Süddeutsche Zeitung)

Erstellt: 13.09.2017, 13:43 Uhr

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