In diesen Skigebieten bleibt der Klimaschutz nicht auf der Piste

Winterferien ohne ein schlechtes Gewissen? Diese Ferienorte nehmen in Sachen Nachhaltigkeit eine Vorreiterrolle ein.

Mit gutem Gewissen auf der Piste unterwegs. Foto: Getty Images

Mit gutem Gewissen auf der Piste unterwegs. Foto: Getty Images

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Ein Jahr der hitzigen Klimadebatten geht zu Ende. Pause ist angesagt. Erholung bieten ein weihnachtlicher Winterurlaub im Bergchalet oder zumindest ein paar Skitage. Doch halt: Wer seine fein kontrollierte CO2 - und Ökojahresbilanz nicht noch im letzten Moment verschlechtern will, sollte sich über die Wahl der Destination Gedanken machen. Denn Wintersport ist eine energieintensive Angelegenheit.

Dass sich immer mehr Ferienorte entsprechende Gedanken machen und auch etwas tun, ist naheliegend. Nachfolgend eine unvollständige Liste mit Wintersportdestinationen, bei denen die Umweltaktivitäten über das reine Marketing hinausgehen.

Laax – auf dem Weg zur Selbstversorgung

Ein ambitioniertes und in dieser Art einzigartiges Nachhaltigkeitsziel strebt Laax an. Die Bündner wollen die erste selbstversorgende Wintersportdestination der Welt werden. Schon heute wird der gesamte Strombedarf vor Ort zu 100 Prozent durch heimische Wasserkraft und eigene Solaranlagen an den Liftstationen gedeckt. Im Rahmen des vor Ort geprägten «Greenstyle»-Gedankens werden zurzeit rund 160 weitere grössere und kleinere Massnahmen in den Bereichen Energie, Gastro und Food, Abfall und Recycling, Transport und Mobilität sowie Natur und Tiere umgesetzt.

Laax will die erste selbstversorgende Wintersportdestination der Welt werden. Foto: Philipp Ruggli

Als Leuchtturm in der Beherbergung gilt das preisgekrönte Konzept des Rocksresort an der Bergbahntalstation, welches nach Minergie-Standard erbaut wurde und mit Holzpellets beheizt wird. Ebenfalls Vorreiterin ist Laax in der Nutzung moderner Technologien. So wurde das gesamte Skigebiet digital vermessen, was eine maximal energiesparsame Pistenpräparation ermöglicht.
www.flimslaax.ch

Saas-Fee – autofrei und mehr

Das Walliser Feriendorf ist seit 1951 autofrei und gehört auch zu den Gründungsmitgliedern der «Allianz der Alpen», einem Gemeindewerk, das für die Umsetzung der Alpenkonvention einsetzt. Seit 2002 ist Saas-Fee Energiestadt und bezieht seit 2012 den Strom für das gesamte Gemeinde- und Skigebiet aus Walliser Wasserkraft.

Saas-Fee ist seit 1951 autofrei. Foto: PPR Saastal Tourismus AG

Auch im Kampf gegen den Feinstaub ist Saas-Fee aktiv und hat die 250 Holzfeuerungen im Dorf allesamt mit Partikelfiltern ausgerüstet. Die lokale Hotellerie zieht ebenfalls mit in Sachen Nachhaltigkeit. Mit dem vor fünf Jahren eröffneten Wellness Hostel 4000 mit eigenem Hallenbad unterhält Saas-Fee als erste hochalpine Gemeinde der Schweiz ein solarthermisches Nahwärmenetzwerk.
www.saas-fee.ch

Engelberg – Schnee dank Sonnenkraft

Der Spass auf Engelbergs weissen Pisten ist auch grünlich gefärbt. Nicht nur wird der gesamte Strom der Titlis Bergbahnen zu 100 Prozent aus Wasserkraft erzeugt. Mithilfe von grossflächigen Solaranlagen wird auch die Sonnenkraft genutzt, um das gesamte Pistennetz der Brunni-Bahnen künstlich zu beschneien. Der Sessellift Ristis-Brunnihütte stellt automatisch ab, wenn sich keine Wintersportler darauf befinden, was weitere 10 Prozent an Energieeinsparungen bringt.

Zur Beschneiung werden in Engelberg erneuerbare Energiequellen genutzt. Foto: zVg

Vorbildlich verhält sich die Gemeinde auch bei der Abfalltrennung und in Bezug auf Recycling. Die vielfältigen Bemühungen zahlen sich aus: Zwischen 2010 und 2020 hat Engelberg den Bedarf für Warmwasser und Raumwärme um 20 Prozent gesenkt.
www.engelberg.ch

Andermatt-Sedrun – «Mountainfood» und kein PET

Eine Auszeichnung für «Energieeffizienz und Klimaschutz» von der Cleantech Agentur Schweiz hat sich die Ski Arena Andermatt-Sedrun mit diversen Massnahmen abverdient. Gemeinsam mit der Agentur für Energieeffizienz «act» wurden vor vier Jahren ambitionierte Ziele zur Senkung von Energieverbrauch und CO2 -Emissionen lanciert, die laut eigenen Angaben sowohl in den Wohngegenden sowie in allen Teilen des Skigebiets übertroffen worden sind.

100 Prozent des Stroms in Andermatt-Sedrun wird aus erneuerbaren Energiequellen bezogen. Foto: zVg

100 Prozent des verbrauchten Stroms in der Skiarena wird aus erneuerbaren Energiequellen bezogen. In die Offensive ist die Region auch bei der Kulinarik gegangen und verwendet unter dem Brand «Mountainfood» in allen Bergrestaurants nach Möglichkeit regionale Zutaten. In jedem Restaurant gibt es mindestens ein «ZeroKM»-Menu (100 % einheimisch). Konsequent verzichten auch sämtliche Gastrobetriebe auf PET-Flaschen und geben Bergwasser sowohl still als auch sprudelnd gratis heraus.
www.skiarena.ch

Ischgl (AT) – 100 Prozent klimaneutral

Nach dem Motto «Global denken, lokal handeln» positioniert sich das Tiroler Wintersportmekka Ischgl auf die Wintersaison 2019/20 hin als «grösstes klimaneutrales Skigebiet der Alpen». Sämtliche Skilifte und Bergbahnen vor Ort werden zu praktisch 100 Prozent durch erneuerbare Energie, vor allem Wasserkraft, betrieben. Daneben spart die Destination dank Solar- und Wärmerückgewinnungsanlagen rund 80‘000 Liter Heizöl sowie 244 Tonnen CO2 pro Jahr.

Durch modernste Schneehöhenmessung mittels GPS wird in Ischgl Schnee nur da erzeugt, wo er auch benötigt wird. Foto: TVB Paznau-Ischgl

Weitere Massnahmen gehen von Beheizung mit Erdwärme bis zu GPS- Schneehöhenmessungen zur Optimierung von Schneekanonen. Sämtliche nicht vermeidbaren CO2 -Emissionen gleicht die Destination über ein international anerkanntes Klimaschutzprojekt sowie ein Aufforstungsprogramm im eigenen Tal aus. In den letzten Jahren wurden rund um Ischgl rund 10‘000 neue Bäume gepflanzt.
www.ischgl.com


Ein Beitrag von Travelcontent.

Erstellt: 21.12.2019, 17:23 Uhr

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