Parks abseits der Touristenmassen

Im Westen der USA gibt es zehn spektakuläre Nationalparks, die noch als Geheimtipps durchgehen.

Wunderbar abgelegene Idylle nördlich von San Francisco: Point Reyes National Seashore. Foto: Sammie Vasquez (Unsplash)

Wunderbar abgelegene Idylle nördlich von San Francisco: Point Reyes National Seashore. Foto: Sammie Vasquez (Unsplash)

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Yosemite, Yellowstone, Sequoia – diese bekanntesten Nationalparks in den USA sind grandios, keine Frage. Gerade in der Sommersaison kann die Suche nach freien Campingplätzen, Parkplätzen und unberührter Natur in diesen beliebten Nationalparks aber zum Spiessrutenlauf werden. Wir stellen zehn National- und Stateparks vor, in welchen Sie die Einsamkeit des Wilden Westens noch erleben könnten.

Lassen Volcanic National Park

Ein Traum für jeden Geologiefan und nicht halb so bekannt wie der Yellowstone National Park ist der Lassen Volcanic National Park im Norden Kaliforniens. Blubbernde Schlammbecken, dampfende Thermalquellen und weitere geothermische Sonderheiten können in der «Bumpass Hell» bestaunt werden. Auf einem technisch einfachen Pfad kann mit dem Lassen Peak sogar ein ganz besonderer 3000er-Gipfel erklimmt werden: Der Berg ist zwar seit 1921 ruhig – trotzdem gilt er nach wie vor als aktiver Vulkan.

Mojave National Preserve

Zwischen dem Death Valley und dem Joshua Tree National Park, beides Touristenmagneten sondergleichen, liegt die stille und oft unterschätzte Mojave Desert. Dabei finden Besucher hier endlose und kaum befahrene Strassen durch die Wüstenlandschaft des Westens, sie entdecken Sanddünen, die von abenteuerfreudigen Locals mit Snowboards befahren werden, sie finden Joshua-Tree-Wälder und Zeltplätze mit geringster Infrastruktur und grösstmöglicher Wüsteneinsamkeit.

Pinnacles National Park

Wem der Bryce Canyon National Park zu überlaufen ist, der sollte den kleinen, aber feinen Pinnacles National Park östlich von Big Sur ins Auge fassen. Wind und Wetter haben das vulkanische Gestein zu beeindruckenden Steinpfeilern geschliffen und ein dichtes Höhlennetz geschaffen. Wanderwege und viele Kletterrouten laden abseits der Touristenmassen zum Entdecken ein.

Valley of Fire State Park

Derzeit noch ein Geheimtipp ist das kleine «Tal des Feuers», der Valley of Fire State Park. Auf verschiedenen kurzen Wegen kann man die beeindruckenden, geschwungenen Gesteinsformationen des Tals erkunden, die von knalligem Rot über brennendes Orange bis hin zu weichen Rosa- und Weisstönen reichen. Ein zum Park gehöriger, einfacher Zeltplatz, von dem aus sich der Nachthimmel bei kompletter Dunkelheit in seiner ganzen Pracht beobachten lässt, macht diesen Abstecher von Las Vegas aus besonders reizvoll.

Great Basin National Park

Einer der am wenigsten besuchten Parks in den ganzen USA ist der Great Basin National Park, irgendwo im Nirgendwo zwischen Reno und Salt Lake City. Man erreicht den Park auf dem Highway 50, «the loneliest road in America», rund 250 Meilen entfernt von der nächsten namhaften Stadt. Dank seiner Abgeschiedenheit wurde der Park zum sogenannten International Dark Sky Park gekürt, einem Park, wo der Nachthimmel keinerlei Lichtverschmutzung aufweist und man die Sterne besonders schön beobachten kann.

Ein weiteres Highlight des Great Basin National Park: die «Bristlecone Pines». Diese urchigen, wild verästelten Bäume gelten als älteste lebende Organismen. Sie können mehr als 5000 Jahre alt werden und überleben sogar die extremen Klimakonditionen dieser trockenen, kalten und hochgelegenen Gegend.

Olympic National Park

Auch wenn die Vampir-Saga «Twilight» dem regnerischen, wilden Küstengebiet bei Seattle zu gesteigerter Bekanntheit verholfen hat, gilt der Olympic National Park immer noch als einer der ruhigsten Orte der USA. Verweilen lässt es sich hier endlos: Die steile, wilde Küstenlandschaft bietet sich für mehrtägige Wanderungen an, und im Hinterland lockt der nördlichste Regenwald der Welt mit allen Schattierungen von tiefem Grün.

Point Reyes National Seashore

Während die Küste südlich von San Francisco spektakulär, aber ebenso viel besucht ist, lohnt sich ein Abstecher in das ungleich ruhigere, aber ebenso beeindruckende Point Reyes National Seashore eine Fahrstunde nördlich von San Francisco. Die Campingplätze liegen in der wilden Dünenlandschaft verteilt, viele sind nur zu Fuss erreichbar und bieten wunderbar abgelegene Campingidylle.

Grand Staircase Escalante National Monument Wild-West-Feeling at its best. Foto: Patrick Hendry (Unsplash)

Arches, Canyonlands, Monument Valley – der Südwesten beheimatet einige der weltberühmtesten und meistbesuchtesten Nationalparks der USA. Wer mehr Natur und weniger Touristen erleben möchte, dem sei das Grand Staircase-Escalante ans Herz gelegt. Beeindruckende Canyons, delikate Gesteinsformationen und Wild-West-Feeling gibt es nämlich auch hier zu erleben.

Saguaro National Park

Was dem Joshua Tree National Park der knorrige Joshua Tree ist, ist dem Saguaro National Park der namensgebende Saguaro-Kaktus – mit dem Unterschied, dass Letzterer bislang noch viel weniger Besucher anzieht. Per Auto lassen sich auf einer acht Meilen langen Strasse die imposanten Pflanzen betrachten. Verschiedene Wanderwege entlang dieser Strasse bieten die Möglichkeit, die erstaunlich lebendige Wüste näher kennen zu lernen.

North Cascades National Park Mehr als 300 Gletscher finden sich in diesem Park. Foto: Sergei Akulich (Unsplash)

Wer hätte gedacht, dass die meisten Gletscher in einem Nationalpark gar nicht im Glacier National Park zu finden sind? Tatsächlich verzeichnet der North Cascades National Park mit mehr als 300 Gletschern die höchste Anzahl ausserhalb von Alaska. Und der wenig besuchte Park drei Fahrstunden entfernt von Seattle bietet noch mehr: ruhige, endlose Wildnis, idyllische Bergseen und unzählige Berggipfel wie den Trappers Peak, wo sich Alpinisten ohne Warteschlange beim Gipfelanstieg austoben können.

(Claudia Peter/Travelcontent)

Erstellt: 17.07.2019, 22:13 Uhr

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