Auf Ibiza gibt es mehr als Sex und Partys

Die Insel ist für ihren oberflächlichen Lifestyle bekannt. Aber sie hat mehr zu bieten. Eine Liebeserklärung.

Kraftort: Die Insel Es Vedrà vor der Südwestküste Ibizas. Foto: Getty Images

Kraftort: Die Insel Es Vedrà vor der Südwestküste Ibizas. Foto: Getty Images

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Fast wäre meine Ibiza-Taufe vorbei gewesen, bevor sie begonnen hatte. Schuld war ein Taxifahrer, der mich an den vielleicht grössten Unort der Insel brachte: nach Platja d’en Bossa, einem Beachclub-Reservat junger Männercliquen aus Barcelona und Umgebung, wo Schaumparty-Flyer mit barbusigen Frauen im lauwarmen Restwasser der Schampus-Kübel schwimmen.

Nichts wie weg und ab ins nächste Taxi Richtung Westen, wo – Bekannten zufolge – die Aussicht schöner sei. In San An, wie die britische Touristeninvasion Sant Antoni de Portmany nennt, quetschte ich mich in ein Hotelzimmer von der Grösse einer Besenkammer und hielt am Pool vergeblich Ausschau nach einer freien Parzelle für mein Badetuch.

Kein Vorurteil: Ibiza kann laut und wild sein. Foto: Getty Images

Gegen Abend, auf dem obligatorischen Sunset Strip im Café del Mar, geleitete mich ein Kellner galant zur ersten Tischreihe der legendären Chill-out-Bar, doch seine Arbeitskollegin revidierte den Entscheid. Grund: 80 Euro Mindestkonsumation für einen Platz an der Sonne. Es folgte die Relegation in die zweite Reihe. Und später im Dämmerlicht, an der Cala de Bou, der staubigsten und längsten Touristenmeile Ibizas, wo sich Plakatwände, Autokolonnen und überdimensionierte Hotelkomplexe aneinanderreihen, wurde ich um mein Portemonnaie erleichtert.

Aufgelöst rief ich einen Bekannten, den Basler Barkeeper Carmine an, der sich in Ibiza als Bootsführer und Tourist Guide selbstständig gemacht hat. «Könnte ich bis morgen bei euch Unterschlupf finden?» Kein Problem, meinte Carmine und lachte schallend ob meinem wenig enthusiastischen Eindruck von Ibizas Hauptsaison: «Du hast alle Fehler, die man hier machen kann, schon in den ersten drei Tagen gemacht. Komm zu uns, ich zeig dir das echte Ibiza.»

Mehr Sexappeal auf 1000 Quadratmetern findet sich wohl nirgendwo auf der Welt.

Carmines Finca im hippen Örtchen San Jordi – jetsetgerecht gleich neben dem Flughafen – hätte jedem Hollywoodfilm gut gestanden, allerdings teilte er die Villa mit 14 Mitbewohnern und drei Bulldoggen, die den Pool grimmig bewachten. Im Parterre waren die Longterm Residents einquartiert. Darüber die WG von Carmine, bestehend aus DJs vom benachbarten Underground-Club DC-10 und seinen Modelgirls, einem Clubpromoter aus Buenos Aires, der vor dem Ushuaïa-Resort jeden Abend Flyer verteilte und einem rumänischen Hünen, der sein Bett aufs Dach gestellt hatte.

Romantischer Sonnenuntergang: Ibiza zeigt sich von der soften Seite. Foto: Getty Images

Es folgten Tage purer Leichtigkeit des Seins, an denen ich lernte, wie viel Hierbas – den ibizenkischen Anisschnaps – ich vertrage, wie die gängigsten Antikatermittel in der Insel-Apotheke heissen, wie laut man an einer Rooftop-Party zum Blutmond und zu Led Zeppelins «Stairway to Heaven» die Boxen aufdrehen darf (Antwort: bis zum Maximum), dass Bikinitop und Minijupe als Abendgarderobe reichen und Clubbing vor zwei Uhr morgens kein Thema ist. Es war drei Uhr, als uns ein Taxi zu einem Tempel im Garten der Lüste chauffierte: ins «Amnesia».

Seit den 1970er-Jahren ist dieser Superclub einer der grössten Magnete Ibizas. Seine «Mad Max»-Optik kommt noch heute völlig zeitlos daher. Gespielt werden minimale House-Loops, herrlich aufs Wesentliche reduziert, während 10'000 braun gebrannte Körper auf Bühnen und Emporen im Gleichtakt rocken. Mehr Sexappeal auf 1000 Quadratmetern findet sich wohl nirgendwo auf der Welt. Stunden später, im Shuttle-Bus nach Eivissa, glänzten viele Augen feucht vor Glückseligkeit. Wie die Welt wieder nüchtern aussieht, wenn verlitterte Strassen und verschandelte Wände von den Exzessen von gestern zeugen, war in diesem Augenblick vergessen.

Hier steppt der Bär: Der Superclub Amnesia in Ibiza. Foto: Getty Images

«Wusstest du, dass sich nirgendwo mehr Männer das Leben nehmen als auf Ibiza?», fragte mich Carmine eines Abends. «Während einer die Nacht seines Lebens erlebt, stürzt sich ein anderer gerade von der Brücke.» Warum das so sei, wollte ich von ihm wissen. «Wahrscheinlich, weil hier alles so nah beieinander ist. Du siehst die schönen Frauen. Die teuren Autos. Den Reichtum und den Luxus. Und plötzlich sitzt du in der Scheisse und willst nur noch sterben.»

An einem Morgen fuhr ich zum Jachthafen von Eivissa und bekam eine kleine Vorstellung davon, was die Einheimischen hier loco nennen, verrückt. Der Preis für eine Jacht: ab 250'000 Euro für die Saison, 100 Millionen Euro oder mehr bei einem Kauf. Absurd, aber begehrt, schliesslich zieht es viele Schwerreiche in die Gewässer rund um Ibiza. Ein paar Tage später, beim Besuch im «Privilege», dem grössten Club Ibizas, holte mich der Inselkoller ein. Im VIP-Bereich, hoch über der Menge, während eines musikalischen Schlagabtauschs zwischen den DJ-Schwergewichten Richie Hawtin und Carl Cox, erlebte ich im Strobogewitter plötzlich den totalen Sinnentaumel. Ich wollte nur noch raus. «Ganz normal», fand Carmine, der des Trubels selbst schon öfter überdrüssig war. «Nirgends liegen Himmel und Hölle näher beieinander als auf Ibiza. Der Himmel ist die Schönheit, das Meer, die Energie. Die Hölle ist der Rausch, die Preise, die Kriminalität.» Eine junge Spanierin neben mir strahlte mich an: «You should come back in low season, to detox», sagte sie. «That’s when you see the real Ibiza.»

Nein, die Idylle trügt nicht: Die Altstadt von Eivissa (Ibiza-Stadt). Getty Images

Meinen lang aufgeschobenen Abschiedsabend verbrachte ich dann nicht im Club, sondern mit guten Freunden, Reto und Jeanne, die seit Jahren auf die Insel kommen. Im Hippie-Dörfchen Kumaras tranken wir, Füsse im Meer, eine Nacht lang Cava. Über uns funkelte der schönste Sternenhimmel meines Lebens. Etwas wehmütig, fasste ich den Wunsch, die Insel der Gegensätze auch in einem anderen Extremzustand kennenzulernen: im Winterschlaf. Im Januar des folgenden Jahres holte mich Carmine vom Flughafen ab.

Das Wiedersehen ist freudig, auch wenn er mich als Erstes warnt: «Jetzt ist hier alles anders. Die Clubs sind geschlossen, die Nächte kühl, gelebt wird tagsüber. Verkehrte Welt, wenn man nur den Sommer kennt.» Die Strassen vor uns sind menschenleer, nur die verblichenen Plakate vom letzten Sommer künden von jener unwirklichen Partyparallelwelt, die nun so weit weg scheint.

«Das antike Paradies ist dabei, zur Inselstadt zu werden.»Joan Lluís Ferrer, Tourismus-Experte

Die Insel selber zeigt sich weniger karg als zur Hochsaison, wenn jedes Grün weggebrutzelt oder totgetrampelt wird und die bräunlichen Berge in der Abgaswolke der Autokolonnen versinken. Jetzt blüht sie! Inzwischen ist Carmine in ein anderes Haus gezogen. Rob, sein neuer WG-Genosse, war früher ein bekannter DJ, heute ist er bekennender Christ. Statt die Tanzmassen zu bewegen, chantet er morgens lieber zu Bob Marley und meditiert. Love is the Answer, lautet seine Überzeugung. Er hebt den Baggypullover, um mir seinen Gürtel zu zeigen, den ein «Jesus loves you»-Schriftzug ziert.

Vom Haus sieht man bis hinunter nach Sant Antoni de Portmany. Der Wind peitscht um die Mauern, bloss die gestapelten Plastikstühle auf der Terrasse erinnern an den Sommer. Abends sitzen wir alle vor dem Cheminée, mangels Heizung gehüllt in ein halbes Dutzend Decken, und diskutieren über Politik. Ob der angeordnete Airbnb-Bann die Auswüchse des Massentourismus ausgleichen kann? Die meisten Expats scheinen skeptisch, auch wenn Ibicencos zu Spaniens Bemühen stehen, die Besucherströme zu bändigen.

Das Gift des Massentourismus habe die Insel verschandelt, schreibt der Tourismus-Experte Joan Lluís Ferrer in «Ibiza. La Destrucción del Paraìso». In seinem Manifest nennt er auch die Schuldigen: die passiven, korrupten Politiker, die Gier der Immobiliengilde und die Tatenlosigkeit der zunehmend vom Massentourismus abhängenden Bevölkerung. Die 1960er-Jahre seien mit dem Bauboom und dem Sog Ibizas als spirituellem Aussteigermekka zum Anfang vom Ende des alten Inselzaubers geworden: «Das antike Paradies ist dabei, zur Inselstadt zu werden».

Tuch an Tuch: Menschenmassen beim Strandurlaub in Ibiza. Foto: Getty Images

Dagegen regt sich auch unter Einheimischen zunehmend Widerstand. Denn hier, wo riesige Plakatwände den Endless Summer versprechen, ist die Realität eine prosaische. Gerade im Winter, wo die Zahl der Dauerbewohner von zwei Millionen auf gut 150'000 zusammenschrumpft. Spürbar wird das zum Beispiel in der Geisterstadt Platja d’en Bossa, wo in der Nebensaison die von entleerten Bancomaten gesäumten Strassen, Clubmeilen und Luxusapartments trostlos vor sich hindämmern, bevor im Mai die Partyszene aus Berlin, Barça oder London einfliegt.

Das ganze Jahr auf Ibiza, das stehen nur Die-hard-Fans durch. Leute mit grossen Plänen, so wie Sascha und Carola. Die beiden lernten sich vor Jahren auf Ibiza kennen und wollten gemeinsam etwas aufbauen, das anderen Menschen hilft. Und es wurde etwas daraus, was auch ihr Leben erfüllte: eine anhaltend leidenschaftliche Liaison. Carola hat eine psychotherapeutische Ausbildung abgeschlossen und ist Ernährungsund Detoxberaterin. 15 Jahre lang war sie in leitenden Positionen und vier verschiedenen Ländern in der Marketingbranche tätig. «Aber das Consulting hat mich irgendwann nur noch angestunken», erzählt die Wienerin. Was die Insel betrifft, so sei sie zunächst skeptisch gewesen. «Auf Halligalli stehe ich gar nicht. Aber dann merkte ich, dass Ibiza viel mehr ist als das!» Seit sieben Jahren betreibt sie mit Sascha, einem gebürtigen Thuner und Wahlberliner, die Nutrition-Lifestyle-Plattform Wellville und bietet Gesundheits-Retreats an. Ihr Slogan «Why the hell not being well?» tönt in meinen Ohren wie ein Schlachtruf: Drei Monate später kehre ich auf die Insel zurück, diesmal in eine Luxusvilla bei San Rafael, um mich Carolas Slogan anzu-schliessen.

Jeden Sonntag wird am Strand getrommelt und getanzt, bis die Sonne untergegangen ist.

Der Frühling lässt Ibiza zum Paradiesgarten werden. Die Sonne glitzert warm, die Strände sind fast menschenleer und die meisten Besucher zum Wandern, Meditieren oder Abschalten hier. So auch ich und ein Dutzend weiterer Wellville-Kandidaten. Der dritte Detoxtag ist der härteste. Entsprechend ist man mit sich selbst beschäftigt. In der Stille hört man sogar das Gras wachsen – eine ungewohnter Sound für Ibiza.

Die Retreat-Kultur hat den Massentourismus noch lange nicht eingeholt. Trotzdem hat die zunehmende Nutzung der Wintermonate bereits spürbare Folgen für die Insel: Die Strassen rund um Platja d’en Bossa sind schon in der Vorsaison verstopft. Im Sommer kommt man oft gar nicht mehr zeitnah in den Osten, wo viele Milliardäre ihre Luxusvillen rund um das schicke Santa Eulalia verstecken. Sonja hat hier, im malerischen Badeort Es Canar, soeben ein Apartment gekauft, zwei Zimmer nur, dafür mit Pool, direkt am Meer und nur einen Katzensprung entfernt vom grossen Hippie-Markt Las Dalias. «Eigentlich schien mir das zu klischeehaft», lacht die grosse, schlanke Holländerin mit dem Cowboyhut und der schicken Fransentasche, die der Liebe wegen auf die Insel der Nymphen und Sirenen kam. Es war ein Bekannter, der sie zu einem stürmischen Ibiza-Sommer in einer Kommune im Norden überredet hatte. Das war vor 30 Jahren. Ibiza hat sie seither nicht mehr losgelassen: «It’s all about love.»

Was das Herz begehrt: Ein lokaler Markt in Ibiza. Foto: Getty Images

Sonja erstellt Persönlichkeitsanalysen nach einem System, das sich Human Design nennt und davon ausgeht, dass der Bauplan unseres Lebens in unserer DNA steckt. Der Begründer dieser Philosophie – einer Mixtur aus I Ging, Kabbala und Astrologie, berechnet mit modernster Software – ist Ra Uru Hu. «In einer Ruine nahe San Juan hatte der gebürtige Kanadier und ehemalige Physiker ein Erweckungserlebnis», sagt Sonja ernst. Eine Stimme habe acht Tage lang zu ihm gesprochen und ihm die Grundlagen von Human Design erklärt – eine weitere Legende auf einer Insel, die so reich an Gurus und ihren Anhängern ist wie an Shiva-Statuen und Ganesha-Figuren.

Wer einen Hauch des viel beschworenen Aussteiger- und Hippie-Geists sucht, findet ihn am ehesten im abgeschiedenen Norden, am Strand von Benirrás. Dort soll Ibiza noch so sein wie zu seinen besten Zeiten, bevor ein Grossteil der Küste verbaut wurde. Jeden Sonntag wird am Strand getrommelt und getanzt, bis die Sonne untergegangen ist. Aber Vorsicht: Auch Pokermilliardär und Cirque-de-Soleil-Gründer Guy Laliberté soll hier schon gesichtet worden sein.

Benirrás, das ist seit fast vier Jahrzehnten das zweite Zuhause von PJ. Der Basler Elektronikpionier hatte 1982 mit seinem Album «Schaltkreis Wassermann» die Techno-Bewegung angestossen, lang bevor es ein Wort für diese Art von Musik gab. «Wir kamen in den 1980ern wegen des Ibiza-Spirits und des Savoir-vivre hierher.» Damals verbrachte er die meiste Zeit in seinem Space-Sound-Studio, umgeben von Synthesizern, die an der Entwicklung jenes vertrauten Discosounds beteiligt waren, den man heute Balearic nennt. Heute macht PJ vor allem Livemusik unter seinem Psy-Trance-Alias Eternal Bliss oder er spielt mit elektrischer Gitarre Chill-out-Hymnen für Café-del-Mar-Liebhaber, begleitet von seiner zweiten Frau Esther alias VJ Asteriza. Wie er sich die Zukunft von Ibiza vorstellt? «Puh, das ist schwer zu sagen. Irgendwie geht es hier immer weiter.»

Auch Tina hat sich neu erfunden. Ein bisschen Bad Cop, weckt sie ein paar 100 Meter weiter um halb zehn ihre Frauen in Ibiza-Yoga, dem ältesten Yoga-Retreat der Insel, aus der schläfrigen Benirrás-Idylle. Es gibt einen Morgenappell, wo die Kanadierin jede einzeln mustert: «Bist du noch dabei?» Früher führte das kleine, drahtige Powerbündel jahrelang eine Bar für Polizisten. Es folgte eine Beziehung zu einem Mann, der sie fast totgeprügelt hatte, worauf sie auf Ibiza ein neues Leben begann. «Ich habe früher viel geraucht und getrunken. Heute gebe ich dreistündige Yoga-Sessions im Ashtanga-Style bei 30 Grad in der Mittagssonne.» Immer begleitet von den Trommeln im Hintergrund. Am Ende sind alle so erschöpft, dass beim Savasana, der Totenstellung, plötzlich ein leises Schnarchen zu hören ist. Endlich! Die totale Entspannung!

Yoga-Hotspot: Die Bucht von Benirrás. Foto: Getty Images

Oder eher: die Ruhe vor dem Sturm? Denn bald schon pumpt der endlose Beat von Ibiza Global Radio die Melancholie des Balearen-Winters weg und geht das «Amnesia» wieder auf, das den Alltag vergessen lässt. Auf dass die ekstatische Ansammlung Leiber aufs Neue elektrisiert und energisiert wird.

Isla magica nennt man Ibiza seit Anbeginn der Zeiten. Sie ist die Hexe unter den Balearen-Schwestern; einmal bezirzt, lässt sie einen nie mehr los. Auch mich nicht. Ich werde zurückkehren und mich wieder unter die Freaks, Lebenskünstler und Gaukler dieses einzigartigen Wanderzirkus mischen.


Tipps

Schlafen

My Way Luxury Ibiza Studio. Platja d’en Bossa polarisiert als Billigstrand und vergnügungssüchtige Ausgehmeile mit vielen Absteigen oder Touristenfallen. Wer aber vom Club direkt ins Bett fallen will, findet hier zwischen den Clubs Sankeys und Prestige hübsche Studio-Apartments zu angemessenen Preisen. Argelagues, 18, Platja d’en Bossa; apartamentosbonsolibiza.com

Hostal Tarba. Eines der wenigen ruhigen, günstigen Hostels in San An mit gutem Preis-Leistungs-Verhältnis. Insbesondere für kleine Ferienbudgets. Ramon y Cajal, 20, Sant Antoni de Portmany; hostaltarba.com

Ob Wasserratte oder Buch-Junkie: Ibiza bietet für jeden die passende Unterkunft. Foto: Getty Images

Ibiza-Yoga. Statt im luxuriösen Wellness-Retreat lässt es sich im ältesten Yoga-Resort der Insel, hinter dem Strand von Benirrás, bestens abschalten. Die etwa ein Dutzend Hütten, darunter auch eine grosse Pagode, vermitteln Tiny-House-Charme. San Jose Road, Benirrás; ibizayoga.com

Ushuaïa. Das grösste Party- und Beach-Resort-Hotel ist aufgrund seiner exorbitanten Preise umstritten (ab 500 Franken pro Nacht) – bietet aber auch Suiten mit Partygarantie, etwa mit Boxen oder DJ-Möglichkeit. Im Sommer oft ausverkauft, ausser man mag grad neben dem Lieferanteneingang oder dem Boxenturm nächtigen. Platja d’en Bossa; theushuaiaexperience.com

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Essen & Trinken

Kumharas. Restaurant und Cocktailbar in einem beschaulichen Hippie-Village an der Spitze der San-Antoni-Bucht. Morgens gibts auch Yoga-Sessions. Carrer de Lugo, 2, Cala de Bou; kumharas.org

Bambuddha. Schickes Foodvillage, das auch Unterhaltungsmeile, Street Art, Design und Fantasykonstrukt sein will. Die Preise und Reservationspflichten sorgen öfter für Ärger, dennoch ein Klassiker des Ibiza-Gourmetzirkus. Carrer de Sant Joan, Santa Eulària des Riu; bambuddha.com

Highlight: Am Sunset Strip in Ibiza können atemberaubende Sonnenuntergänge beobachtet werden. Foto: Getty Images

Café Mambo. Das beliebte Café am Sunset Strip hat im Sommer stets Programm und wird von Spaniern stark frequentiert. Partystimmung garantiert, gutes Essen auch. So etwas wie das Hard Rock Cafe Ibizas, für alle, die es klassisch mögen. Carrer Vara de Rey, Sant Antoni de Portmany; cafemamboibiza.com

Café Vinyl Burger. Einfaches, aber hippes Bistro für jedes Budget im angesagten San Jordi, nahe Flughafen und Busstation zu den beliebtesten Stränden wie Ses Salines, Cala Bassa und Cala Tarida. Hier steigen – wie der Name sagt – viele bekannte DJs ab. Carretera de l’Aeroport, 31, Sant Jordi de ses Salines; vinylburgeribiza.com

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Sehen

Es Vedrà. Ein Archipel und Kraftort im Südwesten, welcher der Sage nach von Nymphen und Sirenen bewohnt wird. Bester Strand ist der malerische Cala d’Hort.

Las Puertas del Cielo. Die Himmelspforten sind neben Es Vedrá ein weiterer spiritueller Hotspot und ziehen Pilger aus aller Welt an. Der Archipel im Norden der Insel soll direkten Kontakt nach oben herstellen (!) und Wünsche erfüllen (!!).

Auf Deutsch heissen sie Himmelspforten: Las Puertas del Cielo. Foto: Getty Images

Sa Talaia. Der höchste Hügel der Insel liegt unweit von Es Vedrá und bietet nicht nur tolles Wandergelände, sondern auch ein eindrückliches Panorama der Inselküste. Die Wanderung vom Parkplatz rundum den Berg und ins Tal dauert zwischen 40 und 90 Minuten und ist insbesondere in der Mandelblütezeit und den Frühlingsmonaten reizvoll.

Vara de Rey. Die Prachtmeile Eivissas ist Knotenpunkt für die besten Hoteladressen, Cafés und Restaurants. Viele coole Beizen und Läden sind hier zu finden, genauso wie Biomärkte oder Konditoreien. In den Seitenstrassen lohnt es sich, auf die Stassenkunst zu achten.

Las Dalias. Das Hippie-Dorf ist ein Paradies für Shopper, Gaukler und Artisten aller Art. Hier gibt es auch unzählige Stücke der typischen Ibiza-Hippie-Mode zu kaufen – ob biologisch-dynamisch, Designerstück oder selbst genähtes Unikat.

San Carlos. Ein malerisches Örtchen oberhalb der schicken Villenhochburg Santa Eulària im Nordosten. Zum Kaffeetrinken oder balearischen Fischgenuss. Viele kleine Boutiquen ansässiger Künstler.

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Clubs & Parties

Amnesia. Der Dauerbrenner unter den Superclubs gibt nach wie vor den Ton an. Am Freitag und Samstag, zum Bersten gefüllt und geöffnet bis in die Puppen, empfiehlt sich ein VVK-Ticket oder bei regelmässigeren Besuchen die Beantragung einer Membercard. Ctra. Ibiza a San Antoni, Km 5; amnesia.es

Hi. Einer der neueren Fixpunkte in Platja d’en Bossa, das auch die Nachfolge des inzwischen geschlossenen Club Space antreten will. Headliner wie Bedouin und Black Coffee vertreten die globale Stossrichtung der Techno- und House-Szene, zu hören gibts aber oft auch aussereuropäische Einflüsse. Platja d’en Bossa, Sant Josep de sa Talaia; hiibiza.com

Privilege. Der Club bringt regelmässig die grössten Namen mit aufwendigen Lasershows und Specials wie einem springbrunnenartigen Wasserbecken. Für die Leute, welche die totale Rave-Euphorie in der Masse suchen. Urbanización San Rafael, Sant Antoni de Portmany; privilegeibiza.com

Pacha. Der Klassiker des Italo-House-Sound hat den Ruf, allzu kommerzielle Musik zu spielen, bleibt aber wie sein süsses Logo, die Kirsche, einer der Lieblingsclubs aller flirtwütigen Feierfreunde. Av. 8 d’Agost; pacha.com

Kult-Klub: Pacha ist ein Flirt-Hotspot. Foto: Getty Images

Heart. Etwas beschaulicher und Blumenkindinspirierter geht es im Heart Club zu, der täglich geöffnet ist und in allen Stilrichtungen ein buntes Bouquet an Nachtblüten anbietet. Passeig Joan Carles I, 17, Eivissa; heartibiza.com

Finca-Jams. Das Höchste für partyfreudige Pilger ist die Einladung an eine der halböffentlichen Hausparties der Ibiza-Promis. Hier finden oft auch Veranstaltungsreihen wie z. B. Boiler Room oder ähnliche Parties statt. Umhören bei den Gästeliste-Anwerbern der grossen Clubs! Reinkommen, gerade bei Guestlistonly-Events von Star-DJs, ist Glückssache. Legendäre Finca-Parties kommen alljährlich von den Martinez Brothers, Solomun, Life and Death sowie Grössen wie Ricardo Villalobos, Sven Väth und Richie Hawtin.

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Beachclubs

Blue Marlin. Geheimtipp für undergroundigen Sound, auch aus Deutschland und Nordeuropa. Meerblick, gute Cocktails, teurer Champagner. Cala Jondal, s/n; bluemarlinibiza.com/ibiza

Elements. Der von Cirque-de-Soleil-Gründer und Ibiza-Resident Guy Laliberté mitgeprägte Beachclub am Benirrás-Stand verwandelt sich zu Special Events gern in einen rauschend märchenhaften Maskenball mit Wanderzirkus-Charakter. Hypnotischer Chillout-Sound. Cala Benirrás, s/n; elements-ibiza.com

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Strände

Ibiza ist primär kein Badeparadies, baden kann man allerdings fast überall. Die Strände neben Eivissa und San An sind nicht zu empfehlen, zu viel Abfall und Verschmutzung. Planschen kann man auch in den Zehntausenden Swimmingpools, ohne die kaum ein Haus oder Hotel auskommt.

Cala Tarida. Geheimtippstrand mit kleinem Beachclub und tollem Resti. Sehr beliebt bei wiederkehrenden Ibiza-Fans und erfrischend verschont vom Massentourismus der San-Antonio-Bay-Hotelwüsten. Ein Bus fährt auch abends zurück nach Ibiza-Town, Taxis frühzeitig bestellen!

Cala Bassa. Endlose Bucht mit feinem Sand und tiefblauem Meer, das insbesondere morgens von Joggern, Schwimmern und Zen-Adepten geschätzt wird. Die Cala Bassa ist unbestritten der meistgerühmte Platz, um Ibiza auf sich wirken zu lassen.

Traumhaft: Ibizas Cala Bassa gehört zu den schönsten Stränden der Inseln. Foto: Getty Images

Ses Salines. Neben San Jordi liegt der wohl längste Strand Ibizas, der Ausflugsort schlechthin für alle, die nahe Eivissa wohnen. Ein Haufen Sport- und Unterhaltungsangebote sowie Bars, Restaurants und Beachclubs reihen sich aneinander, dennoch gibts oft noch genügend Platz für einen Grillplausch.

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Gut zu Wissen

Discobus. In der Hauptsaison fährt fast rund um die Uhr der Discobus um die Insel und hält an allen grossen Partytempeln sowie Touristenhotspots. In der Nebensaison fahren Busse oft nur sporadisch, und viele Ibiza-Besucher sind mit Töffli unterwegs.

Party-Tickets. Der Internet-Vorverkauf läuft vielerorts bereits. Party-Tix werden aber auch in den Lobbies und Réceptions der meisten grossen Hotels verkauft. Abendkasse gibt es teilweise nur eingeschränkt (etwa für VIP-Gäste). Im Zweifelsfall immer auf die Gästeliste setzen lassen, wenn möglich. Vielerorts gibt es hierfür Vermittler oder Anwerber in den Club- und Partymeilen der Tourismushochburgen.

Airbnb. Seit Ibizas Inselregierung den Massentourismus eindämmen und auf nachhaltige Nutzung setzen will, werden Internetportale wie Airbnb stark reguliert. Die Situation entspricht einem Quasi-Airbnb-Bann, allerdings sind viele Anbieter im Immobilienmarkt im Graubereich aktiv.

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Anreise

Am günstigsten mit Vueling ab Barcelona, der Inselhüpferflug dauert rund eine Stunde, je nach Wetter mit tollen Aussichten übers Mittelmeer und die ganzen Balearen. Auch Direktflüge aus der Schweiz sind möglich, aber teurer (z. B. mit Swiss ab Zürich). Die Schiffsverbindung nach Barcelona ist gerade bei Familien beliebt und sollte vorreserviert werden.

(Annabelle)

Erstellt: 24.07.2019, 17:00 Uhr

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