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Die Prinzessin isst Suppe im Hotel

König Mohammed VI. hat Marokko liberalisiert und vom Sturm des Arabischen Frühlings verschont. Seine Frau schätzt das – und geniesst die Vorzüge der Luxusdestination Marrakesch.

Um ein Haar hätten wir die Prinzessin übersehen. Nicht etwa, weil sie so unscheinbar wäre. Ganz im Gegenteil. Die Frau, die an dem rosa gesprenkelten Pool vorbei durch die lichtdurchflutete, schwarzweiss marmorierte Lobby schlendert, ist eine strahlende Erscheinung: hochgewachsen, schlank, lebhafte Augen, schulterlange rotbraune Locken. Statt Schleier oder Kopftuch trägt sie einen modischen Lederhut mit breiter Krempe, Designerjeans und High Heels. Eine lässig gekleidete Frau in Begleitung ihrer Freundinnen. Vermutlich eine Pariserin, von denen man in Marrakesch so viele trifft.

Doch dann löst sich eine kräftige ­Marokkanerin im strengen, schwarzen Hosenanzug aus ihrer Entourage und stellt sich breitbeinig vor die gerade von einer Exkursion zurückkehrenden Hotelgäste. «Pas de photos, s’il vous plaît», raunt sie ihnen zu. Blick und Körpersprache signalisieren: Diese Bitte ist ein Befehl von ziemlich weit oben.

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