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Was zeigt Hyperloop nun?

Von Genf nach Zürich in einer halben Stunde. Reisen in der rasenden Kapsel soll die Zukunft sein. Alle Augen sind jetzt nach Nevada gerichtet.

Als Reisender in einer Kapsel, die auf Schienen durch eine Röhre rast? Klingt total verrückt. Doch die Vision von Überlandfahrten nahe der Schallgeschwindigkeit ist keine blosse Science-Fiction mehr. Vor knapp drei Jahren stellte der US-Unternehmer Elon Musk seinen Plan vor. Inzwischen nimmt das Projekt «Hyperloop» konkretere Formen an: In diesen Tagen sollte es in der Wüste des US-Bundesstaats Nevada eine erste öffentliche Präsentation von Komponenten des Transportsystems geben.

Wie weit die Entwicklung bereits ist und was genau zu sehen sein wird, hielt das Unternehmen Hyperloop Technologies bis zur letzten Minute geheim. Die zweitägige Vorführung werde ein «Meilenstein-Event» sein, schürte ein Internetvideo (siehe oben) die Spannung. Anzunehmen ist aber, dass eine noch relativ frühe Entwicklungsstufe des Systems vorgeführt werden soll.

Mit bis zu 1220 km/h unterwegs

Wenn der Hyperloop fertig entwickelt ist, sollen die elektrisch angetriebenen Kapseln mit bis zu 1220 km/h durch eine Röhre mit niedrigem Luftdruck sausen. Luftpolster sollen die Kapseln stabilisieren. Als erste Verbindung haben die Entwickler die rund 560 Kilometer lange Strecke zwischen Los Angeles und San Francisco im Blick, die etwa so lang ist wie die von Berlin nach Frankfurt.

Bildstrecke – Reisen mit Schallgeschwindigkeit

Soll das Reisen revolutionieren: Der Hyperloop. Die ersten Pläne für das neue Verkehrsmittel wurden in San Francisco vorgestellt, ...
Soll das Reisen revolutionieren: Der Hyperloop. Die ersten Pläne für das neue Verkehrsmittel wurden in San Francisco vorgestellt, ...
Reuters
... von Elon Musk. Er ist Chef des Elektroauto-Herstellers Tesla und des privaten Raumfahrtunternehmens Spacex. (Juni 2012)
... von Elon Musk. Er ist Chef des Elektroauto-Herstellers Tesla und des privaten Raumfahrtunternehmens Spacex. (Juni 2012)
Keystone
Die Strecke würde parallel zur Interstate 5 geführt werden.
Die Strecke würde parallel zur Interstate 5 geführt werden.
Teslablog
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Das Start-up-Unternehmen Hyperloop Technologies hatte im Dezember angekündigt, dass in der ersten Phase das elektrische Antriebssystem auf einer rund einen Kilometer langen Gleisstrecke getestet werden soll. Die Maximalgeschwindigkeit werde bei 540 Stundenkilometern liegen, die Röhre sowie die Kapsel sollen erst später hinzukommen. Gut möglich also, dass bei der zweitägigen Erstvorführung nur der Untersatz mit Magnetantrieb zu sehen sein wird, auf den später die Kapsel gesetzt werden soll.

Baustart im Jahr 2020

Noch ist es zwar offensichtlich ein weiter Weg bis zu einem verkehrstauglichen System. Aber der Chef von Hyperloop Technologies, Rob Lloyd, hat in Aussicht gestellt, dass es noch im Verlauf dieses Jahres einen sehr realitätsnahen Test geben soll, mit einer rund drei Kilometer langen Röhre und einer Kapsel, die ein Tempo von mehr als 1100 km/h erreicht.

Bis zum Jahr 2020 will das Unternehmen die Entwicklung abgeschlossen haben, sodass die Verbindung zwischen Los Angeles und San Francisco gebaut werden könnte. Die rasenden Kapseln würden die Strecke um 45 Minuten schneller zurücklegen als zurzeit ein Flugzeug.

Bis zu 100 Milliarden Dollar teuer

Doch das neue Verkehrsmittel soll nicht nur extrem schnell, sondern auch umweltfreundlich und kostengünstig sein. Für die Verbindung zwischen den beiden Westküstenmetropolen veranschlagte Musk seinerzeit sechs Milliarden Dollar (rund 5,3 Milliarden Euro) – das ist nur ein Bruchteil der geschätzten Kosten für die neue Hochgeschwindigkeitsbahn, die derzeit in Planung ist und etwa 70 bis 100 Milliarden Dollar kosten soll.

Der ursprünglich aus Südafrika stammende Erfinder und Unternehmer ist durch seine hochambitionierten Projekte zu einem Guru der Hightech-Welt geworden. Seine Tesla-Elektroautos gehören zu den innovativsten Fahrzeugen weltweit. Auch sein Raumfahrtunternehmen SpaceX, das Raketen zu wiederverwertbaren und somit erschwinglichen Transportmitteln machen will, sorgte zuletzt für Furore: Erstmals gelang im April die unbeschadete Rückkehr einer Trägerrakete zur Erde.

Anders als bei den Elektroautos und der Raumfahrt findet die Entwicklung von Hyperloop jedoch nicht unter Musks Regie statt. Er war zwar der Impulsgeber, konzipierte das neue Verkehrssystem aber von Anfang an als «Crowdfunding»- und «Crowdsourcing»-Projekt, also als Vorhaben, dessen Geldmittel wie Expertise aus den verschiedensten Quellen gespeist werden. Als Folge konkurrieren nun zwei fast gleichnamige Start-ups um die Vorreiterrolle bei dem Projekt: Neben Hyperloop Technologies gibt es auch noch Hyperloop Transportation Technologies, das aber bislang keine öffentliche Vorführung angekündigt hat.

Eigenschaften des Hyperloops

  • Der Hyperloop besteht aus zwei geschlossenen Röhren mit einem inneren Durchmesser von 1,5 Metern, die in je eine Richtung ununterbrochenen Verkehr ermöglichen.
  • Die Röhren befinden sich wie eine Hochspannungsleitung einige Meter in der Luft, da eine Versenkung in den Boden zu kostspielig wäre.
  • In den Röhren herrscht ein Unterdruck, der den Druckverhältnissen in 45 Kilometer Höhe entspricht.
  • Die Reisekabinen werden deswegen wie ein Flugzeug künstlich unter Druck gesetzt, und für Notfälle stehen Sauerstoffmasken bereit.
  • Die Kabinen werden von einer solarbetriebenen Railgun elektromagnetisch angetrieben.
  • Die Kabinen gleiten reibungslos über ein komprimiertes Luftkissen.
  • Dadurch können die Kabinen Menschen und Güter beinahe mit Schallgeschwindigkeit, rund 1220 Kilometer pro Stunde, transportieren.

AFP

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