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Corona-Ausbreitung in ZürichRekordhohe Fallzahlen im Kanton

Die Gesundheitsdirektion meldet am Freitag 235 Neuansteckungen. Auch bei den Hospitalisierungen steigt die Zahl.

Eine Jugendliche lässt sich bei ihrer Hausärztin in Zürich auf Covid-19 testen.
Eine Jugendliche lässt sich bei ihrer Hausärztin in Zürich auf Covid-19 testen.
Foto: Gaetan Bally (Keystone)

Auf dem Papier handelt es sich um einen Rekord: Noch nie meldete die Zürcher Gesundheitsdirektion so viele positive Corona-Tests an einem Tag, 235 waren es am Freitag. Auf dem Höhepunkt der ersten Welle im Frühling lag der Spitzenwert noch bei 208.

Der Vergleich der beiden Zahlen ist aber schwierig, denn heute ist die Dunkelziffer sehr viel kleiner als damals. Landesweit gehen Experten bei der ersten Welle von einem Faktor 10 aus (lesen Sie hier mehr dazu).

In Zürichs Spitalbetten lagen Mitte März auch deutlich mehr Erkrankte. 78 waren es am damaligen Rekordtag der Neuansteckungen, knapp zwei Wochen später war mit 203 zeitgleichen Hospitalisierten der Höhepunkt erreicht. Aktuell sind 36 an Covid-19 Erkrankte im Spital, 12 mehr als noch am Donnerstag.

Die aktuellen Zahlen kommentiert die Gesundheitsdirektion vage auf Twitter. Man beurteile die Lage laufend. Und: «Sollte die künftige Beurteilung dazu führen, dass weitergehende Massnahmen opportun sind, würde der Regierungsrat entsprechend handeln.» Gleich äussert sich eine Sprecherin der Staatskanzlei.

Wie solche Massnahmen aussehen könnten, skizzierte die Gesundheitsdirektorin Natalie Rickli (SVP) am Donnerstag in einem Interview: «Eine Ausdehnung der Maskenpflicht ist sicher ein Thema. Dann gibt es die Möglichkeit, die Anzahl Teilnehmer bei Veranstaltungen wieder stärker einzuschränken.» (Lesen Sie hier das ganze Interview.) Natürlich würden die Behörden weiter versuchen, Cluster zu identifizieren und das Contact Tracing aufrecht zu erhalten.

Contact Tracing am Anschlag

Doch die Virendetektive sind am Anschlag. Das Contact Tracing ist eigentlich nur auf 100 Neuansteckungen pro Tag ausgelegt. Die GD will zwar das Personal aufstocken, wie schnell das aber gelingt, ist ungewiss. Derzeit gibt es 250 geschulte Personen im Kanton, die in zwei Schichten à 50 Personen arbeiten. Ricklis erklärtes Ziel ist es, zehn zusätzliche Tracer einsetzen zu können. Doch der Aufbau braucht Zeit, auch für die Bereitstellung der Infrastruktur. Im November zieht das Contact Tracing in grössere Räume.

Derzeit könnten alle Infizierten weiterhin kontaktiert werden, sagt eine Sprecherin auf Anfrage. Um die Ansteckungsketten zu durchbrechen, zählt die GD auch auf auf die Mithilfe der positiv Getesteten, die ihre Kontakte aktiv selber informieren würden. «Die eingesetzten Mitarbeitenden leisten aktuell zudem viele Überstunden, um der deutlich erhöhten Fallmenge gerecht zu werden.»

sip

120 Kommentare
    P. Schloss

    Die Zahlen vom Wochenende sind da!

    Samstag 271, Sonntag 211, Monatg 173

    7-Tage Mittel aktuell 197,3

    und der Zürcher Regierungsrat schweigt auch heute noch...dabei wäre Anpassungen der Massnahmen mehr als dringend nötig.

    Unverständlich weshalb auch heute noch nichts zu hören war, oder wollte man die Zahlen vom Wochenende abwarten??? Diese Zahlen waren vorhersehbar, auch für Laien!