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Zürcher Gastrobetrieb entlässt MitarbeiterDas Fifa-Restaurant schliesst Mitte Dezember

Das Restaurant Sonnenberg stellt den Betrieb ein. Für nächstes Jahr ist eine Wiederöffnung geplant – vielleicht.

Auch die Sicht auf den See hat in Corona-Zeiten nicht geholfen: Sonnenberg-Terrasse.
Auch die Sicht auf den See hat in Corona-Zeiten nicht geholfen: Sonnenberg-Terrasse.
Foto: Dominque Meienberg

Gebratene Tranche von der Gänseleber, Krustentierschaumsuppe, gratiniertes Rindsfilet: Das Weihnachtsessen des Restaurants Sonnenberg ist geschrieben. Doch essen können es die Gäste nicht mehr. Die Freddy-Burger-Management-Gruppe, die das von der Fifa gemietete Restaurant hoch über der Stadt pachtet, schliesst den Ort auf unbestimmte Zeit.

Damit trifft die Corona-Krise ein prominentes, grosses Restaurant. Die Mitarbeiter wurden am Mittwochmorgen über die Kündigung informiert, kurz danach wurde eine Medienmitteilung versendet. «Noch bis Mitte Dezember sind wir in Betrieb, dann müssen wir alles zusammenräumen», sagt Gastgeber Michel Bachmann.

Fehlende Veranstaltungen

Freddy Burger, Inhaber der Freddy-Burger-Management-Gruppe, nimmt persönlich keine Stellung, lässt sich aber in der Mitteilung zitieren: «Wir bedauern ausserordentlich, diesen Schritt machen zu müssen. Da das Ende der Corona-Pandemie momentan nicht absehbar ist, sehen wir dazu leider keine Alternative.» Trotz eines guten Sommers und bester Lage mit Sicht über den See ist es offenbar nicht möglich, das Lokal in Hottingen wirtschaftlich aufrechtzuerhalten. Grund dafür laut den Betreibern: das Ausbleiben jeglicher Veranstaltungen, fehlende Festtagsanlässe sowie der erneute massive Einbruch der Gästefrequenz aufgrund der strengen Regeln in der Gastronomie. An einer Lage wie dieser war man besonders abhängig von grossen Firmenevents.

Tatsächlich konnte das Restaurant nach der Pensionierung des langjährigen Gastgebers Jacky Donatz vor vier Jahren nie mehr ganz richtig an die goldenen Zeiten anknüpfen. Zumindest nicht längerfristig. Donatz’ Nachfolger Markus G. Lindner nahm nach einem guten Jahr den Hut. Der Gourmetkoch, der im Sonnenberg mit 17 «Gault Millau»-Punkten ausgezeichnet wurde, konnte sich mit der geplanten bodenständigeren Positionierung nicht identifizieren.

Wiedereröffnung Mitte 2021

Kay Schultz, der 2018 auf Lindner folgte und zuvor Executive Chef im Widder Hotel war, war für die Neupositionierung zuständig. So gab es erstmals eine Kinderkarte, das Grillangebot wurde ausgebaut. Doch zu einem Place-to-be, wo sich die ganze Stadt traf, wurde der Ort nicht. Ob er jemals einer wird, bleibt offen: Bis Mitte 2021 soll in einer veränderten Konstellation und mit einem Neukonzept eine Wiederöffnung in Angriff genommen werden. Wenn es dann die Umstände erlauben.

11 Kommentare
    Erhart von Ammon

    Damit hat dann Herr Blatter und seine FIFA das Werk vollendet: Zuerst musste das alte Hotel Sonnenberg raus, damit die FIFA einen Luxusbau hinsetzt, der einige Zeit später für sie natürlich zu klein war und nun kaum noch genutzt wird. Dann braucht es ein Restaurant für die Prominenz – teuer und für die früheren Besucher nicht mehr geeignet. Nun bricht auch das zusammen. Zeit für die FIFA Zürich zu verlassen. Da ihr keine Steuern zahlt und nur Skandale anzieht, brauchen wir euch ja nicht mehr.