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Elf Schüsse auf Äthiopier abgegebenRichter spricht wild schiessenden Zürcher Polizisten frei

Elfmal schiesst ein Stadtpolizist in Wiedikon auf einen Äthiopier. Der Bezirksrichter urteilt auf unschuldig, kritisiert aber den Staatsanwalt.

Auch vor Bezirksgericht kann sich der beschuldigte Polizist (grünes Hemd) nicht an die entscheidenden Schüsse erinnern. Sein Verteidiger (rechts) und der Staatsanwalt (stehend) plädieren auf Notwehr. Der Bezirksgerichter folgt ihnen.
Auch vor Bezirksgericht kann sich der beschuldigte Polizist (grünes Hemd) nicht an die entscheidenden Schüsse erinnern. Sein Verteidiger (rechts) und der Staatsanwalt (stehend) plädieren auf Notwehr. Der Bezirksgerichter folgt ihnen.
Illustration: Robert Honegger

So sieht eine Anklageschrift aus, zu der ein Staatsanwalt gezwungen worden ist: In nicht einmal 1500 Zeichen schildert er, wie ein zum Tatzeitpunkt 28-jähriger Polizist elfmal auf einen Äthiopier geschossen hat. Der 42-Jährige hatte am 27. Dezember 2015 fünf Polizisten mit einem Messer angegriffen. Mindestens drei Schüsse soll der Polizist abgegeben haben, als sich der Angreifer bereits abgewendet hatte. «Dies tat der Beschuldigte, obschon er nicht mehr angegriffen wurde.» Dadurch habe er sich der versuchten vorsätzlichen Tötung schuldig gemacht, «wofür er zu bestrafen ist», heisst es in der Anklageschrift.

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