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Am Rücken gescheitert

Jolanda Neff kann die Erwartungen nicht erfüllen und wird im Mountainbike-Rennen Sechste.

In der Luft, dann am Boden: Jolanda Neff erlebt in Rio eine Enttäuschung.
In der Luft, dann am Boden: Jolanda Neff erlebt in Rio eine Enttäuschung.
Keystone

Nach 55 Minuten Renndauer platzt der Traum von Gold wie eine Seifenblase. Lange ist Jolanda Neff in diesem Rennen über sechs Runden vorne gefahren, sie bestimmt das Tempo - und plötzlich ist alles irgendwie einfach zu viel: Die Trittfrequenz wird kleiner, der Atem schwerer, Neff streckt den Rücken durch. Schmerzt etwa der bereits lädierte Rücken? «Ja», wird sie nach dem Rennen sagen.

Die Topfavoritin muss abreissen und die beiden Mitkonkurrentinnen ziehen lassen. Vorbei, vorbei, vorbei. Neff drückt den Rücken weiter durch, das sieht nicht gut aus. Hinten kommen weitere Konkurrentinnen, auch die überholen sie. Nicht einmal Bronze wird es werden. Ja, der Rücken.

Die Crux mit der Favoritenrolle

Wieder kann die 23-Jährige ihrer Favoritenrolle nicht gerecht werden. Bereits an den letzten beiden Weltmeisterschaften war sie hoch gehandelt worden und konnte die Erwartungen nicht erfüllen. Wegen einer Infektion (2015) und Rückenproblemen (2016) wurde sie Neunte und Achte.

Ja, der Rücken. Seit einem Sturz bei einem Weltcuprennen in Frankreich spürt Neff ihn, die Blessur hindert sie noch heute, Teamärzte waren auch im olympischen Dorf täglich mit der Pflege beschäftigt. Im Strassenrennen war er kein Problem – doch Rennrad ist nicht gleich Mountainbike: Der Griff auf dem Bike ist 30 Zentimeter breiter, die Sitzposition anders und der Parcours unruhiger. Und eben, es ist eine zusätzliche Belastung. «Ich habe das Gefühl, ich habe alles richtig gemacht», sagt Neff.

Dabei beginnt bei diesem Mountainbike-Rennen alles nach Plan: Landsfrau Linda Indergand am Ende Achte, zieht mit ihrem hohen Tempo uneigennützig das Feld auseinander und baut Neff eine Bühne auf, die diese nicht nutzen kann. Die Goldanwärterin wird Sechste. «Wenn ich fahren kann, was ich fahren kann, dann habe ich einen anderen Rang», sagt Neff nach dem Rennen. Ja, der Rücken.

Gold: Jenny Rissveds (SWE) Silber: Maja Wloszczowska (POL) Bronze: Catharine Pendrel (CAN) 6. Jolanda Neff (SUI) 8. Linda Indergand (SUI)

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