Zum Hauptinhalt springen

Ein bunter Abschied

Bei strömendem Regen sind die Sommerspiele in Rio de Janeiro mit viel Tanz, Musik und einer letzten Siegerehrung zu Ende gegangen. Tokio liefert bereits einen Vorgeschmack auf 2020.

Und schon wieder vorbei: Kinder singen die Nationalhymne von Brasilien während der Schlusszeremonie der Olympischen Sommerspiele in Rio de Janeiro.
Und schon wieder vorbei: Kinder singen die Nationalhymne von Brasilien während der Schlusszeremonie der Olympischen Sommerspiele in Rio de Janeiro.
Epa/Michael Reynolds, Keystone
epa05506169 Athletes of Switzerland attend the Closing Ceremony of the Rio 2016 Olympic Games at the Maracanã Stadium in Rio de Janeiro, Brazil, 21 August 2016.  EPA/SERGEI ILNITSKY
epa05506169 Athletes of Switzerland attend the Closing Ceremony of the Rio 2016 Olympic Games at the Maracanã Stadium in Rio de Janeiro, Brazil, 21 August 2016. EPA/SERGEI ILNITSKY
Keystone
Mit Samba-Klängen wird die Feier schliesslich beendet beziehungsweise das Ende in die Länge gezogen.
Mit Samba-Klängen wird die Feier schliesslich beendet beziehungsweise das Ende in die Länge gezogen.
Michael Reynolds, Keystone
1 / 18

Es regnete in Strömen, als die Athletinnen und Athleten am Sonntagabend zur Schlussfeier ins Maracanã-Stadion einliefen. Rio, die traumhaft schön gelegene Stadt, die in den vergangenen drei Wochen so manch einem und einer den Kopf verdreht hat, zeigte sich von ihrer garstigen Seite. Die Fahnen der über 200 Nationen wanden und krümmten sich im Wind. Zahlreiche Sportler trugen Regenpelerinen und filmten mit ihren Smartphones sich selbst und die Menge im Stadion.

Die Schweizer Fahne trug Mountainbiker Nino Schurter. Der 30-jährige Bündner war schon vor seiner Goldmedaille vom Sonntagnachmittag für diese Aufgabe auserkoren worden. Gemäss Schätzung von Swiss Olympic dürften insgesamt 80 Schweizer ins Stadion eingelaufen sein. Davon waren knapp 50 Athletinnen und Athleten, die in den letzten Tagen noch im Einsatz standen: Mountainbiker, Segler, Marathonläufer, ferner die Synchronschwimmerinnen, Ruderer, Beachvolleyballerinnen, Triathleten und ein paar Leichtathleten.

«Wunderbare Spiele»

Um 22.18 Uhr Ortszeit erklärte IOK-Präsident Thomas Bach die Spiele der Spiele der XXXI. Olympiade für beendet. Zuvor hatte er unter anderem die Gastfreundschaft der Brasilianer gelobt und gesagt: «Wir kamen als Gäste hierher, und wir gehen als Freunde.»

Die Vielfalt, die Brasilien zelebriere, sei eine Bereicherung für alle. Bach sprach von «wunderbaren Spielen» in einer «wundervollen Stadt». Besonderen Respekt zollte er dem erstmals angetretenen Flüchtlingsteam: «Ihr seid ein Symbol der Hoffnung für Millionen Flüchtlinge in aller Welt.»

Übergabe an Japan

So warmherzig Bachs Worte daherkamen – sie täuschten nicht darüber hinweg, dass er kaum Superlative verwendete und die Organisations- und Sicherheitsprobleme der Brasilianer mit den Spielen ausklammerte.

Rios Bürgermeister Eduardo Paes übergab die olympische Fahne an Bach und dieser wiederum an Yuriko Koike, die Bürgermeisterin von Tokio, wo die Sommerspiele in vier Jahren stattfinden werden.

Samba und Bossa Nova

Die Abschlussfeier sollte ein Fest brasilianischer Kultur werden – das hatte die künstlerische Leitung um Direktor Leonardo Caetano, Produktionschef Abel Gomes und Kreativ-Direktorin Rosa Magalhães im Vorfeld versprochen. Sie blieben dem Publikum nichts schuldig: Hunderte von professionellen Tänzern huldigten der musikalischen Tradition brasilianischer Musik wie Samba und Bossa Nova in mehreren Choreografien.

Das brasilianische Publikum, das während der Spiele immer wieder für sein teilweise unfaires Verhalten gegenüber gegnerischen Sportlern Kritik einstecken musste, war in seinem Element. Es applaudierte und tanzte fast so euphorisch wie am Samstagabend, als die brasilianische Fussballmannschaft im Penaltyschiessen gegen Deutschland Gold holte. Der brasilianische Sänger Lenine widmete den Zehntausenden Freiwilligen zum Dank eine exklusive Version eines seiner grössten Hits.

Ohne Pelé und Temer

Die grossen Abwesenden der Feier waren ein Held und ein Antiheld: der brasilianische Fussballstar Pelé einerseits, der wegen seiner angeschlagenen Gesundheit passen musste. Und Brasiliens Interimspräsident Michel Temer anderseits. Temer war an der Eröffnungsfeier ausgepfiffen worden.

In der Zwischenzeit dürfte er sich wenig neue Freunde gemacht haben in der olympischen Gemeinde. Am Freitag reiste er für eine angekündigte Medienkonferenz ins olympische Medienzentrum, wo er nach drei Stunden Verspätung ein dreiminütiges PR-Statement abgab und ohne Fragen zu beantworten wieder verschwand. An seiner Stelle durfte nun der ebenfalls nicht sonderlich beliebte Stadtpräsident von Rio, Eduardo Paes, Buhrufe seiner Landsleute einstecken.

(AFP)

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch