Intersexuelles Podest – wie weiter mit den 800 Metern?

Ein hyperandrogenes Trio: Caster Semenya siegt über 800 Meter vor Francine Niyonsaba und Margaret Wambui.

Ein Podest, das Folgen hat? Francine Niyonsaba (l. Silber), Caster Semenya (M. Gold) und Margaret Nyairera Wambui (r. Bronze).

Ein Podest, das Folgen hat? Francine Niyonsaba (l. Silber), Caster Semenya (M. Gold) und Margaret Nyairera Wambui (r. Bronze). Bild: epa/Yoan Valat

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Semenya aus Südafrika, Niyonsaba aus Burundi und Wambui aus Kenia gelten als hyperandrogen. Das sind Menschen, die ohne eigenes Zutun einerseits weibliche Merkmale haben, aber auch männliche, deshalb bezeichnet man sie auch als intersexuell. Ihr Körper produziert unter anderem mehr Testosteron als bei Frauen üblich. Seit einem Beschluss des Internationalen Sportschiedsgerichts CAS in Lausanne müssen sie ihren Testosteronspiegel aber im Leistungssport nicht mehr senken.

«Da muss man endlich etwas machen»

Nun hat es an den Olympischen Spielen in Rio ein hyperandrogenes Podest gegeben: Semenya vor Niyonsaba und Wambui. Die Frauen mit gewöhnlichen weiblichen Testosteronwerten gingen im Medaillenkampf leer aus, die Schweizerin Selina Büchel verpasste als Neunte den Final. Trotzdem geht die Toggenburgerin mit dem Thema durchaus sensibel um, indem sie sagt: «Ein sehr komplexes Thema. Ich bin froh, dass ich nicht darüber entscheiden muss.» Andere äussern sich wesentlich forscher. Die Amerikanerin Brenda Martinez lästerte etwa: «Es ist besser für mich, dass ich nicht dabei bin. Denn dort laufen Caster, Francine und Margaret. Da muss man endlich etwas machen.» Eine Neubeurteilung des CAS ist für Juli 2017 angekündigt. Und es stellt sich die Frage, ob die Spielregeln dann ein weiteres Mal geändert werden.

Letztendlich geht es darum: Was ist hier gerecht? Wenn Frauen mit gewöhnlichen Testosteronwerten chancenlos sind? Oder wenn Frauen mit männlichen Testosteronwerten, die es in der Gesellschaft ohnehin schon schwer genug haben, auch vom Leistungssport ausgegrenzt werden?

Übernommen und gekürzt von 20 Minuten.

Erstellt: 21.08.2016, 08:43 Uhr

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