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«Ich will das nicht mehr»

Neymar führte Brasilien zur ersten Olympia-Goldmedaille im Fussball. Danach brach er in Tränen aus und fasste einen überraschenden Entschluss.

Die goldene Erlösung: Brasilien holt endlich den lang ersehnten Olympiasieg.
Die goldene Erlösung: Brasilien holt endlich den lang ersehnten Olympiasieg.
Juan Mabromata, AFP
Die grosse Figur: Superstar Neymar erfüllt die Erwartungen und führt Brasilien zum Sieg.
Die grosse Figur: Superstar Neymar erfüllt die Erwartungen und führt Brasilien zum Sieg.
Paul Gilham
Am Schluss bleibt nur die Enttäuschung: Die Deutschen müssen mit der Silbermedaille Vorlieb nehmen.
Am Schluss bleibt nur die Enttäuschung: Die Deutschen müssen mit der Silbermedaille Vorlieb nehmen.
Juan Mabromata, AFP
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Es war ein riskantes Spiel, auf das sich Neymar im Penaltyschiessen des Olympia-Finals gegen Deutschland einliess. Während dem Spiel war er noch der Antreiber seines Teams, nahezu alle Angriffe liefen über ihn. Und doch entschied er sich dafür, den letzten, statt den ersten Penalty zu schiessen. Er entschied sich für die Titelseiten, statt als Teamleader voranzugehen. Die Rechnung hätte aber auch völlig schief gehen können, hätte Nils Petersen auch den fünften deutschen Strafstoss verwandelt. Kaum vorzustellen, welchem Druck Brasiliens Captain ausgesetzt gewesen wäre, hätte sein Fehlschuss die Niederlage bedeutet.

Doch Brasiliens Goalie Wéverton hielt Petersens Versuch und Neymar durfte sein Land zum ersten Fussball-Gold an Olympischen Spielen schiessen. Er durfte endlich zum Helden werden, zu dem er seit Jahren berufen schien. Den Helden, den er immer sein wollte. Sekunden nach seinem goldenen Schuss brach Neymar in Tränen aus – die Erleichterung schien grenzenlos zu sein.

Moment des Glücks: Neymar schiesst Brasilien zum Sieg. Video: SRF.

«Es ist einer der glücklichsten Momente in meinem Leben», sagte der 24-Jährige gegenüber dem TV-Sender Globo euphorisiert: «Es wurde schlecht über uns gesprochen, und wir haben mit unserem Fussball geantwortet.» Und Rafinha, sein Teamkollege bei Barça, schob nach: «Niemand hatte an uns geglaubt, aber wir haben es geschafft.»

Viele Häme von den Fans

Ganz vergessen hatten die Fussballer also auch im Moment des Glücks nicht, wie hart die Kritik nach den peinlichen Nullnummern gegen Südafrika und Irak auf sie herein prasselte. Wie Neymar von den Fans verhöhnt wurde, indem auf etlichen Fanshirts sein Name durchgestrichen wurde, und mit demjenigen von Marta, dem Star des Frauenteams, ersetzt wurde. Die Frauen enttäuschten am Schluss mit dem vierten Platz, die Männer durften sich die Goldmedaille um den Hals hängen.

Obwohl nach Neymars traumhaften Freistosstor zum 1:0 das Maracana-Stadion seinen Star mit Fangesängen wie «Oe, oe, oe, oa, Neymar» feierte, liess es sich der Captain nicht nehmen, eine Botschaft an seine ewigen Kritiker zu senden: «Es tut mir Leid, aber ab heute müsst ihr mich und meine Art ertragen.»

«Es war mir eine grosse Ehre»

Einmal in Fahrt, kommunizierte der Barça-Stürmer überraschend, ab sofort nicht mehr Captain der brasilianischen Nationalmannschaft zu sein: «Ich habe mit meiner Familie darüber gesprochen. Es war mit eine grosse Ehre, als Captain mein Land zu repräsentieren. Aber ich will das jetzt nicht mehr.» Spätestens ab diesem Moment wurde in Brasilien jedem klar, wie schwer diese Verantwortung auf den Schultern dieses jungen Mannes wog.

Wer Neymars Nachfolger wird, ist noch nicht klar. Mittelfeldspieler Renato Augusto befand: «Wir haben mehrere Spieler, die das Zeug dazu haben, die Captainbinde zu tragen. Unabhängig davon wird Neymar immer ein Teamleader bleiben, ein Gesicht, das über dem Rest steht. Er wird immer für den Unterschied sorgen.»

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