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Mitten in der Nacht

Früher stellte man den Wecker, um Muhammad Ali boxen zu sehen. Heute sieht man Bolt – und ist sich nicht mehr sicher, ob nicht alles zu schön ist, um wahr zu sein.

MeinungFredy Wettstein

Es war die Zeit, als die Welt und der Sport noch nicht rund um die Uhr live waren und es keine Replaytaste gab für Verpasstes im Leben. Manchmal mittwochs Fussball, Europacup der Meisterclubs, um 19.55 Uhr die Schaltung ins Stadion, das immer gleiche Eurovisionssignal, Guten Abend aus dem Bernabéu in Madrid, gleich war auch Anpfiff, und nur Sekunden nach dem Abpfiff die Schaltung zurück nach Zürich, gute Nacht, fertig.

Und manchmal stellte ich mitten in der Nacht den Wecker, und die Eltern sahen es nicht gerne: Muss das sein, aufzustehen und zuzuschauen, wie sich zwei einfach verprügeln, und dann in der Schule müde sein? Sie konnten es nicht verstehen, aber dieser Boxer faszinierte. Anfänglich waren die TV-Bilder nur schwarzweiss, er trug den Sklavennamen Cassius Clay, bis er zum Islam konvertierte und sich ­Muhammad Ali nannte.

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