Mit einer grossen Spende die Sache beigelegt

Der Überfall auf die amerikanischen Schwimmern um Ryan Lochte war eine inszenierte Lüge.

Bekannter Partygänger: Ryan Lochte gab in Rio nochmals Gas.

Bekannter Partygänger: Ryan Lochte gab in Rio nochmals Gas. Bild: Reuters

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Gunnar Bentz, Jack Conger und James «Jimmy» Feigen feierten am letzten Wochenende zusammen mit Ryan Lochte in Rio. Die vier Schwimmer des amerikanischen Teams wurden am Morgen nach der Party in einem Taxi überfallen. Angeblich von als Polizisten verkleideten Kriminellen. Die Täter seien bewaffnet gewesen und hätten den Amerikanern persönliche Gegenstände entwendet.

Das war falsch, ja eine Lüge, das haben die jüngsten Entwicklungen gezeigt (siehe unten), Bentz und Conger wurden gar von der Polizei im Laufe der Ermittlungen aus dem Flugzeug geholt. Jimmy Feigen hat nun mit einer Spende von 11'000 Dollar an eine brasilianische Wohltätigkeitsorganisation die eigene Schuld eingeräumt und den Zwist beigelegt, schreibt die BBC.

Toilettentür aufgebrochen

Wie kam es überhaupt dazu? Ein Untersuchungsbeamter der brasilianischen Polizei sagte am Donnerstag, Lochtes Schwimmerkollegen Jack Conger und Gunnar Bentz hätten eingeräumt, dass die Geschichte eines bewaffneten Raubüberfalls eine Erfindung sei.

Der Beamte sagte, tatsächlich hätten die Schwimmer Lochte, Conger, Bentz und Jimmy Feigen am Sonntag an einer Tankstelle in Rio de Janeiro versucht, eine verschlossene Toilettentür zu öffnen und sie schliesslich aufgebrochen. Dabei sei ein Wachmann aufgetaucht, der seine Pistole aber nicht auf die Olympia-Sportler gerichtet habe. Auch der Tankstellengeschäftsführer sei hinzugekommen und habe die Schwimmer aufgefordert, für die beschädigte Tür zu bezahlen. Diese hätten ihm nach einigem Hin und Her eine unbekannte Summe gegeben und seien gegangen.

Der 32-jährige Schwimmstar Lochte ist bereits wieder in die USA zurückgekehrt. Dort verteidigte er sich noch gegen die Vorwürfe. «Weshalb sollte jeder alles erfunden haben?», fragte er. «Das ist einfach lächerlich.»

Aussagen stimmten nicht überein

Bereits zuvor hat es in dieser Geschichte Ungereimtheiten gegeben. Feigens und Lochtes Aussagen sollen laut «New York Times» nicht übereingestimmt haben. Ebenfalls hätten die Athleten nicht sagen können, wo genau sie überfallen worden und in welchem Taxi-Typ sie gesessen seien. Überwachungskameras sollen die Schwimmer zudem bei ihrer Rückkehr ins Athletendorf zeigen, wobei Lochte und Co. auf dem Video keineswegs wirkten, als seien sie eben überfallen worden.

Die Richterin hatte daraufhin beantragt, dass Lochte seinen Pass abgeben und im Land bleiben solle. Zu dem Zeitpunkt war der 32-Jährige aber bereits wieder in den USA.

Zu Beginn der Geschichte war die Rede davon, dass der Angreifer Lochte eine Waffe an den Kopf hielt und ihn damit bedrohte.

Mit Material der Schweizer Depeschenagentur SDA angereichert.

Erstellt: 18.08.2016, 10:35 Uhr

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